Bushido: "Jenseits von Gut und Böse"

"Jenseits von Gut und Böse" Cover - Sony BMG
Bushidos achtes Studioalbum bringt allseits Bekanntes plus ein paar wenige Überraschungen und ist mehr oder weniger das, was man erwartet hat.

Es gibt zahlreiche Charaktere, die deutschen Hip-Hop geprägt haben. Bushido gehört nicht unbedingt zu dieser Kategorie, aber sicherlich zu den Künstlern, die das Genre am erfolgreichsten – zumindest in kommerzieller Hinsicht – repräsentieren. Der Berliner wird in Sachen Verkaufszahlen nur noch von anderen Hauptstadt-Kollegen übertrumpft, wie beispielsweise den Ex-Aggro Berlin-Kollegen Sido. Mit seinem achten Studioalbum hat Bushido wieder einmal das abgeliefert, was man von ihm erwartet: Rap gerade heraus mit wenig Schnörkeln. Trotz allem gibt es die eine oder andere Überraschung.

Die „Jenseits von Gut und Böse“-Editionen

Die Zeiten, in denen ein Künstler ein Album herausgebracht hat, ohne noch zahlreiche Sondereditionen mit zu verlegen, sind schon seit einigen Jahren vorbei. Bushido bildet an dieser Stelle keine Ausnahme, treibt es aber an einigen Stellen auf die Spitze. Von „Jenseits von Gut und Böse“ gibt es vier verschiedene Editionen. Namentlich sind dies die Standard-, Premium-, Media Markt- und Deluxe Edition.

In ihrer Basis unterscheiden sich die verschiedenen Editionen in erster Linie durch die Anzahl und Art der Tracks. Auf der Standard Edition gibt es auf einer CD insgesamt 16 Tracks. Die Premium Edition hat 18 Tracks und eine Bonus-DVD. Das einzig Besondere an der Media Markt Edition ist, dass es zwei zusätzliche Tracks gibt, die es sonst auf keiner Edition gibt. Dabei handelt es sich um einen Remix von „Mo¹f**ka“ und den Solo-Song von Kay One „Ich weiß“. In der Deluxe Edition geht es dann im wahrsten Sinne des Wortes umfangreich zu. Dort kann der geneigte Bushido-Fan eine CD mit insgesamt 20 Tracks finden, eine Bonus CD mit allen Instrumentals und eine Bonus DVD, bei der es sich um dieselbe handelt wie in der Premium Edition. Möchte man als ultimativer Bushido-Fan alle Editionen besitzen, so müsste man um die hundert Euro auf den Tisch legen.

Features auf „Jenseits von Gut und Böse“

Die Standard Edition dürfte für viele Fans die CD der Wahl sein und es ist auch die einzige Vergleichsmöglichkeit, da diese 16 Tracks die einzigen sind, die sich auch auf allen anderen Editionen befinden. Mit der ersten Singe „Vergiss mich“ präsentierte Bushido direkt eine Überraschung. Nicht nur, dass es sich um einen äußerst selbstreflektierenden und tiefgehenden Song handelt, auch der Refrain wird von jemandem gesungen, den man an dieser Stelle nicht erwartet hätte: Julian Williams alias J-Luv. Auf jeden Fall ein Song, der eine erste positive Resonanz hervorruft.

Die bereits erwähnten Überraschungen beziehen sich aber nicht nur auf den ersten Song. Insgesamt sind die Features auf „Jenseits von Gut und Böse“ ein wenig anders als auf alten Bushido-Alben. Das einzige Feature, das man im Voraus auch erwartet hätte, ist der Song „Cash Money Brothers“ mit Kay One. Abgesehen davon befinden sind noch Xavier Naidoo, Swizz Beats, Booba und DJ Premier auf dem Album. Allesamt Hochkaräter im Musik-Business und in der Person von DJ Premier auch ein echtes Urgestein des Hip-Hop. Man fühlt sich in die Zeiten zurückversetzt, in denen Bushido auch noch Features mit Azad gemacht hat. Ein Stück weit großes Kino.

Kritik „Jenseits von Gut und Böse“

Abgesehen von den Featuers gibt es aber wenig Überraschendes auf Budhidos achtem Studioalbum. Die Raps sind so angelegt, wie sie immer auf Bushido Alben klingen. Alles auf einem hohen Niveau, aber ingesamt das, was man schon viele Male gehört hat. Auch die Beats, obwohl viele von DJ Premier stammen, hauen altgediente Hip-Hop-Fans nicht wirklich vom Hocker. Natürlich muss man sich auch die Frage stellen, ob in dieser Sparte überhaupt noch etwas Originäres möglich ist. Alles in allem ist „Jenseits von Gut und Böse“ ein solides Album, das Bushido Fans gefallen wird.

Quellen:

Andreas Schnell, Andreas Schnell

Andreas Schnell - Andreas Schnell ist freier Autor / Journalist und lebt gemeinsam mit seiner Frau und zwei Töchtern in Frankfurt/Main. Redaktionell ...

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