Cab Calloways Song "Minnie the Moocher"

Die Geschichte eines Opiumrauschs mit legendärem Refrain

Cab Calloway um 1933 - Carl Van Vechten
Cab Calloway um 1933 - Carl Van Vechten
Der Song mit dem sinnlosen "Hidehidehi"-Refrain verhalf Cab Calloway zum Durchbruch. Als roter Faden zog sich die Figur der Minnie seitdem durch seine Karriere.

Cabell Calloway wurde 1907 in Rochester im Staat New York geboren. Er begann in den 20er Jahren, in den örtlichen Jazzclubs als Sänger aufzutreten, und beeindruckte neben seinem Gesang vor allem mit seinem Showtalent.

Cab Calloway: einer der großen Jazz-Entertainer im Cotton Club in New York

1929 nahm er zusammen mit Irving Mills und der Band "The Mississourians“ die erste Fassung von "Minnie the Moocher“ auf. Das Stück mit deutlichem Drogenbezug lehnte sich an "Willie the Weeper“ von Frankie Jaxon aus dem Jahr 1927 an.

Im gleichen Jahr komponierte er mit dieser Band das ebenfalls sehr erfolgreiche Stück "Kickin’ the gong around“. In den frühen 30er Jahren brachte Calloway mit professionellen Plattenaufnahmen und Auftritten im New Yorker Cotton Club seine Karriere richtig in Schwung und stieg dort in die Reihen der großen Gentlemen des Jazz, wie Duke Ellington und Louis Armstrong, auf. Später schauspielerte er auch in verschiedenen Filmen und Bühnenwerken, unter anderem spielte er in George Gershwins Oper "Porgy and Bess“ die Rolle des Sportin’ Life, die Gershwin ihm eigens auf den Leib geschrieben hatte.

Die Geschichte von "Minnie the Moocher“: ein Mädchen mit großem Herz im Opiumrausch

Der Song, der zu mehr als 50 Prozent vom Refrain lebt, kommt mit wenig Text und einer sehr überschaubaren Handlung aus:

Minnie, eine "scharfe Braut“, aber ziemlich naiv, hat sich in den koksenden Smokey verguckt. Da sie ein großes Herz hat ("Minnie had a heart as big as a whale“), liebt sie ihn trotz seiner Drogensucht. Eines Tages nimmt er sie mit nach Chinatown und zeigt ihr, "how to kick the gong around“, also wie man Opium raucht. Der folgende Traum, in dem sich Minnie im Opiumrausch befindet, handelt vom schwedischen König, der sich als Reim gerade anbot, und all den Reichtümern, die er ihr zukommen lässt, um ihr Leben nur noch mit luxuriösen Hobbys, opulenten Gelagen und dem Geldzählen verbringen zu können. Die teuren Dinners, Reitpferde, Villen, das diamantene Auto mit Reifen aus Platin – sie alle dienen aber letztlich nur als Verschnaufpause und Überleitung zum nächsten Refrain.

Der Nonsens-Refrain in der ursprünglichen Version und im Film "Blues Brothers“

Schon in den 30er Jahren verlangte Cab Calloway mit dem anspruchsvoll bis unaussprechlichen Nachsingrefrain seinen Zuhörern einiges ab. Er fängt mit harmlosen Phrasen, wie "Hodihodihodiho“, an, auf die das Publikum noch kontern kann. Tempo und melodische Varianten steigern sich allerdings im Verlauf des Songs drastisch. Außerdem führen die schier unendliche Ausdehnung der Phrasen und eingebaute Zungenbrecher irgendwann immer an die Grenze des Wiederholbaren.

Für den Film "Blues Brothers“ mit Dan Aykroyd und John Belushi von 1980 spielte Cab Calloway, der wie viele namhafte Kollegen in diesem musikalischen Großprojekt eine alternde Jazzlegende darstellte, den Song noch einmal neu ein. Der Refrain wurde für die Filmversion noch fantasievoller ausgestaltet und erreichte in "Schnuddeldiwuddeldiwuddeldiwu“ einen vorläufigen Höhepunkt, bis die Artikulation sich einer Umschreibung schließlich ganz entzog.

"Minnie the Moocher“ – Start und krönender Abschluss einer Karriere

Die Personen aus dem Song "Minnie the Moocher“ tauchten seit ihrer Erfindung immer wieder in Calloways Songs auf. Ob in "Minnie the Moocher's Wedding Day“, "Minnie's a Hepcat Now“,"Ghost of Smoky Joe“ oder anderen Stücken – die Figuren entwickelten sich zu ständigen Begleitern, die ihr eigenes Leben fortführten und ab und an von sich hören ließen.

In Calloways Karriere bildete der ursprüngliche Song über Minnie den Auftakt und einen krönenden Abschluss. Nachdem das Stück in Jazzkreisen schon seit Jahrzehnten zu den Standards gezählt hatte, erreichte erst die Blues-Brothers-Version, die der 72Jährige einspielte, einen enormen Hörerkreis, der sich aus allen Genres und Altersklassen rekrutierte, und machte ihn endlich auch einer breiten Masse bekannt.

Elke Geyer, Elke Geyer

Elke Geyer - Ich erblickte 1974 in Hildesheim das Licht der Welt und entschied mich nach der Schulzeit zunächst für die Juristenlaufbahn. ...

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