
- Camping braucht Vorbereitung - Sabrina Sann
Was für ein Tag! Das letzte Volleyball-Match ist mit Schürfwunden und einem knackigen 25:12 gewonnen, der Sonnenbrand im Natursee gekühlt und die Alkopops stehen trinkbereit in der Beifahrertür des Caravans. Jetzt schnell in die Dusche, danach noch ein paar kühle Bierchen, ein paar Seiten Harry Potter und dann wird mal richtig ausgeschlafen. Pustekuchen, meistens fängt es schon damit an, dass die Getränke bis abends brühwarm sind. Dass man sie ohnehin nicht trinken könnte, weil der Flaschenöffner fehlt, fällt dann schon weniger ins Gewicht. Spätestens beim Lesen im Zelt denkt man auch daran, eine Taschenlampe einzupacken – leider viel zu spät. Plan B, dann eben einfach mal früher zu schlafen, scheitert schlussendlich am Gebrabbel der Zeltnachbarn ...
Man denke an die Ohropax
Diese kleinen spießbürgerlichen Silikonstöpsel können gerade beim Zelten auf einem Campingplatz nützliche Dienste leisten. Durch die Zeltwand klingt fortwährendes Kindergeflüster und gut gelauntes Anstoßen mit Bierflaschen kaum angenehmer als ein Tinnitus.
Sonnencreme und After-sun nicht vergessen
Camping geht nicht selten mit Sonnenbädern, Beach-Volleyball und sonstigen Outdoor-Aktivitäten einher. Besser wäre natürlich, einem Sonnenbrand vorzubeugen und schon morgens zur Sonnencreme zu greifen. Doch auch kühlende After-sun Sprays helfen durch die Nacht, wenn der Rücken erst mal verbrannt ist.
Kühle Blondine und heißes Bier, oder besser: Heiße Blondine und kühles Bier
Ein Tipp, damit die prickelnde Abendstimmung nicht von brühwarmen Getränken zerstört wird: Es lohnt sich, einen Gedanken an Kühlakkus, Eiswürfel oder ähnliches zu verschwenden, sofern man keinen Elektro-Kühler mitnimmt. Wer eine elektrische Kühlbox hat: umso besser. Er sollte aber auch den Notstromaggregat nicht vergessen, sonst muss das Auto herhalten. (Für diesen Fall gehört auch ein Starterkabel im weiteren Sinne zur Camping-Ausrüstung.)
Nicht nur ans Vergnügen denken
Außer Bier und Badehose gehört auch ein bisschen Arbeitsmaterial in den Campingkoffer! Um die Zeltheringe nicht mit bloßen Händen in den Boden stechen zu müssen, empfiehlt es sich, einen Hammer im Gepäck zu haben. Auch eine Luftpumpe kann Zeit und Puste sparen.
Qualitätstest vor Abreise: Ist das Zelt noch brauchbar?
Vor Antritt des Campingurlaubs sollte das Zeltzubehör geprüft werden: Sind genügend Heringe in der Verpackung? Sind die Abspannseile vollständig? Hat das Zelt Löcher? Ist das Zelt einwandig, könnte man sicherheitshalber auch eine Dose Imprägnierspray einpacken.
Luft und Liebe macht nicht satt
Wenn man Lebensmittel in Dosen und Konserven oder Getränke in Flaschen mitnimmt, sollte man auch an Dosen- und Flaschenöffner denken. Dass sich Plastikbecher, -besteck und -teller für eine Camping-Umgebung besser eignen als das Goldrand-Porzellangeschirr aus Omas Erbschaftskiste, ist fast selbsterklärend. Für warme Speisen und fortgeschrittene Camper sind sogenannte Campingkocher nützlich: zwei Kochplatten mit einer kleinen Gasflasche. In diesem Fall ist auch an Aluminium-Töpfe zu denken. Auf keinen Fall darf der Grill mitsamt Zubehör fehlen. Brot, Käse und Wurst werden am besten in luftdichten Plastikboxen oder -tüten aufbewahrt, sonst sind sie bis zum Frühstück am nächsten Morgen knochenhart. Apropos Frühstück: Kaffeemaschine, Filtertüten, Kaffeepulver, Zucker und Teelöffel nicht vergessen.
Nochmal zu der kühlen Blondine ...
Sollte sie tatsächlich kühl sein: Kann es an den Temperaturen liegen? Im großen Stil könnte man natürlich einen Heizstrahler mitnehmen, doch auch Anfänger müssen an Wärmeschutz denken: Ein Schlafsack reicht auch im Sommer oftmals nicht aus, wenn es nachts kühl wird. Es ist immer gut, eine zusätzliche Wolldecke dabei zu haben.
Der Mond ist keine Leselampe
Romantisch ist es ja, im Mondschein zu spazieren. Doch zum Lesen im Zelt könnte eine Taschenlampe ganz dienlich sein. Auch für den Fall, dass man einmal nachts im Dunkeln die Toilettenanlage des Campingplatzes aufsuchen möchte. Besonders zum Zusammensitzen vor dem Zelt am Abend eignen sich aber auch Kerzen.
Mücken? Das juckt doch einen Camper nicht!
Zumindest nicht, wenn er darauf vorbereitet ist: Duftkerzen, Nachtlichter, Pumpsprays, Moskitonetze, Juckreiz-Linderungsmittel – am besten packt man alles ein, was im eigenen Haushalt zu finden ist. Wer chemikalische Mückenschutzmittel ablehnt, kann sein Glück mit Sandelholz und Anis, Essig und Zitronenöl, Eukalyptus-, Nelken-, Zimt- oder Lavendeldüften versuchen.
Was der Campingwart ohnehin nicht verschweigen wird
Mülltüten, Spülmittel, Waschpulver mitbringen! Wer nicht bei jedem Hanutta, das er auspackt, zum öffentlichen Mülleimer laufen möchte, sollte an Mülltüten denken. Zum Abwaschen des Geschirrs steht auf Campingplätzen in der Regel ein Spülbecken zur Verfügung – für Spülmittel müssen die Camper allerdings selbst sorgen. Auch Waschmaschinen stehen meistens bereit, wobei Camper Waschmittel und eine Wäscheleine samt Anbringungsmöglichkeit selbst mitbringen sollten.
Zu guter Letzt: an Erste Hilfe denken
Nicht nur für die Schürfwunden vom Volleyball-Spielen, auch für ernstere Notfälle sollte ein vollständiges Erste-Hilfe-Set Bestandteil des Campinggepäcks sein...
