
- Digitalkamera-Test: Bridgekameras in test 2011-03 - Stiftung Warentest
"Während der Fachmann entsprechend seinem besseren Wissen alles daran setzt, nur die besten Apparate und Objektive für seine Praxis zu erwerben, ist der Amateur in diesem Punkte meist von einer sehr übel angebrachten Sparsamkeit", entsetzte sich Fritz Loescher im Jahre 1901 in seinem "Leitfaden der Landschafts-Photographie": Stiftung Warentest setzte wieder mal alles Warentesterwissen ein und testete sowohl kompakte automatische Digitalkameras als auch Bridgekameras für den Photoamateur – Sie finden die Testberichte in der März-Ausgabe 2011 der Verbraucher-Zeitschrift "test" seit dem 25. Februar 2011 im Zeitschriftenhandel. Falls beim Amateur kein Zwang zur "sehr übel angebrachten Sparsamkeit" herrscht, kann er als "besten Apparate" den Testsieger Canon PowerShot S95 erwerben.
Canon PowerShot S95 ist Testsieger unter den Bridgekameras
Im März 2010 belegte die Canon PowerShot S90 noch Platz zwei hinter dem Testsieger Canon PowerShot G11, im März 2011 machte Stiftung Warentest es dem Nachfolgemodell der S90 etwas einfacher, getestet wurde ohne den Nachfolger der G11 als direkte Konkurrenz – allerdings sitzt trotz guten Test-Qualitätsurteils ("2,2") die Nikon Coolpix S8100 direkt hinter dem LC-Display. Gegenüber der S90 bietet die neue PowerShot S95 eine verbesserte Bild- und Videoqualität, besonders bei Aufnahmebedingungen mit sehr unangebrachter Sparsamkeit der Lichtmenge (siehe Video-Review mit Nachtaufnahmen von DigitalRevCom: "Canon S95 Hands-on Review").
HS-System mit 10 Megapixel CCD-Bildsensor
Bei voller Auflösung von 3.648 x 2.736 Pixeln ermöglicht das neue High-Sensitivity-System (HS) der PowerShot S95 wie bei der S90 einen ISO-Bereich von ISO 80 bis ISO 3.200, bei sparsamen Lichtverhältnissen sorgt der Low-Light-Modus für einen erweiterten ISO-Bereich bis zu ISO 12.800, allerdings bei einer "übel angebrachten Sparsamkeit" der Auflösung von 2,5 Megapixeln. Die Wiedergabe der Farben und die Auflösung des Bildes wurden von den Warentestern mit guten und sehr guten Testnoten bedacht, für einen Posterausdruck bei Online-Fotodiensten im Format 60 x 40 Zentimeter reicht die Auflösung allemal aus.
Zoom-Objektiv vom Weitwinkel- bis Telebereich
Das lichtstarke Zoomobjektiv des Testsiegers bleibt mit Blendenwerten von 2,0 bis 4,9 gegenüber der S90 unverändert, auch der 3,8-fache optische Zoomfaktor variiert weiterhin zwischen einer Brennweite von 6 bis 22,5 Millimetern: In Kleinbild-äquivalenten Brennweiten ergibt sich der Zoombereich eines Standard-Weitwinkelobjektivs von 28 Millimetern für die Landschafts-Photographie bis zum mittleren Teleobjektiv-Bereich von 105 Millimetern – einen weiteren Zoombereich bieten die PowerShot SX130 IS und SX210 IS. Der optische Hybrid-Bildstabilisator arbeitet mit befriedigenden Schutz gegen verwackelte Bilder, doch zeigt die Bildstabilisierung der SX130 IS im Makrobereich bessere Testnoten. Direkt am Objektiv kann der Photograph nunmehr am optimierten Steuer-Ring total durchdrehen und manuelle Einstellungen vornehmen, zum Beispiel für die Blende, ISO-Empfindlichkeit und Verschlusszeit (siehe Video-Review von infoSync).
HD-Videos mit Stereoton im 720p-Modus
Ganz normal dreht man dagegen mit der etwa 200 Gramm schweren Kamera als Kameramann gute HD-Videoclips mit einer HD-Auflösung von 1.280 x 720 Bildpunkten im 720p-Modus mit 24 FPS (HDV: High Definition Video; 720p: progressive HDTV-Vollbilder-Variante mit 720 Zeilen; FPS: Frames per Second, Aufnahmen pro Sekunde). In der Testdisziplin für Videofilme erhielt die PowerShot S95 die beste Testnote des gesamten Testfeldes: Via HDMI-Kabel (High Definition Multimedia Interface) präsentiert man die alternativlos epochalen Meisterwerke der Videokunst sofort dem ungläubigen Publikum auf einem HDTV-LCD-Fernseher, oder man betrachtet den wilden Bildersturm in stiller Vorfreude auf den 461.000 Pixeln des guten PureColor-II-G-LCD-Monitor mit einer Bildschirmdiagonale von 7,5 Zentimetern (3 Zoll).
Bridgekamera für den ambitionierten Photographen
Wie bei den EOS-Spiegelreflexkameras bietet die S95 für manuelle Einstellungen Belichtungsautomatik, Blendenautomatik (Tv), Weißabgleich und Zeitautomatik (Av): Wer von manuellen Einstellungen des Weißabgleichs nichts wissen will, legt sofort mit dem intelligenten Auto-Modus los; die innovativ integrierte Intelligenzbestie namens DIGIC-4-Prozessor erkennt automatisch bis zu 28 verschiedene Aufnahmeszenen – die neue intelligente Blitzbelichtung des guten TTL-Blitzes blitzt sogar exhibitionistische Flitzer mit harten Schlagschatten, größere Nudistenansammlungen blitzt man dagegen mit dem externen High Power Flash HF-DC1. Gegenüber der S90 wartet die S95 nun auch mit dem neuen HDR-Modus auf (High Dynamic Range): Hier werden kontrastreiche Motive mit drei verschiedenen Belichtungszeiten kombiniert, die Feinabstimmung erfolgt am Computer mit der Canon-Software Digital Photo Professional (DPP).
Canon PowerShot S95 – Preis und Zubehör
Die unverbindliche Preisempfehlung der Canon PowerShot S95 liegt bei 409 Euro, am 02. März 2011 kostet der Testsieger im Online-Handel zwischen 320 und 440 Euro. Der externe Speicher kann mit SD-, SDHC- und SDXC-Speicherkarten auf 2 Tera-Byte (TB) erweitert werden. Als optionales Zubehör gibt es den Netz-Adapter ACK-DC40, das Akkuladegerät CB-2LYE und für Wasserfrösche das Unterwassergehäuse WP-DC38 bis 40 Meter Tauchtiefe.
Weitere Informationen & Video-Review
Den Digitalkamera-Vergleichstest "Aus über 800 die Besten" finden Sie ganz schnell auf Seite 53 in der März-Ausgabe 2011 der Verbraucher-Zeitschrift "test". Auf der Homepage der Stiftung Warentest können Sie Testberichte gegen eine Gebühr als pdf-Dokument herunter laden. Im "Produktfinder Digitalkameras" finden Sie ganz schnell auch den Fundus von über 840 getesteten Kameramodellen. Auf YouTube finden Sie weitere informative Video-Reviews und Testvideos in englischer Sprache: Zum Beispiel "Canon PowerShot G12 vs Canon S95" und "Canon S95 Hands-on Review (filmed with a Canon S95)" bei "DigitalRevCom", oder "Canon PowerShot S95 Review" bei "infoSync".
