
- Blick aufs Meer-Rock & Blues-Bar am Kantouni-Beach - K. Mieth
An einem der schönsten Strände der griechischen Insel Kalymnos liegt die Bar Rock & Blues. „Die Gitarre habe ich erst seit einiger Zeit draussen am Eingang, meine Gäste wissen ja schon seit Jahrzehnten, was sich drinnen abspielt“, sagt Kostas Gavalas, der eine jahrzehntelang andauernde Institution, die weit über die griechische Inselwelt, über ganz Griechenland – bis in andere Länder hinein bekannt ist, leitet. Die lebende Legende führt zurück ins Jahr 1978, in dem er die Taverne am Kantouni-Beach von Antonis Surunis, dem heute sehr bekannten griechischen Schriftsteller übernahm. „My cantina-Rock & Blues was established on June 14th in the year 1978, erinnert sich Kostas an die Anfänge mit Live-Bands und Venyl aus den 1970ern. Nunmehr seit 33 Jahren pilgern Rock- und Bluesfans aus der ganzen Welt auf die kleine Insel Kalymnos zu seiner Bar am Felsen, die bekannten Inseln Rhodos und Kos hinter sich lassend. „Kalymnos is a god-gifted place. You become part of it, if you come here the first time“. Übersetzt: „Kalymnos ist ein Geschenk Gottes, du wirst ein Teil davon, kommst du das erste Mal“, sagt er und weist auf die Schönheit dieser Welt vor seinen Augen. So mancher seiner Gäste blieb auf der Insel, viele kehren wieder. Jahr für Jahr.
Elektrische Gitarren von bekannten Musikern des Rock und des Blues
Im Inneren der Bar über dem Tresen hängt eine weitere Legende aus den Anfängen in den 1970er Jahren: Die erste elektrische Gitarre eines bekannten Gitarristen. „The famous guitarplayer Janis Magakis gave me this „Venson“ on which he learned to play the guitar. In 2003 he won the first price on an electric-guitar-festival in Copenhagen. Now this legendary instrument is here at my place, keeping youthfull days alive.“ Kostas, selbst Rock- und Blues-Bassist, erzählt die Geschichte der Gitarre seines Freundes Janis Magakis, der ihm seine Original „Venson“ schenkte, auf der der Freund spielen gelernt hatte und die jetzt über dem Tresen der Bar hängt.
Die E-Gitarre am Eingang der Bar gibt den Sound vor
Die elektrische Gitarre über dem Eingang der Rock & Blues-Bar stammt aus dem Jahr 1969. In den 1960er und 1970er Jahren spielte Kostas Gavalas in der Rockband „Preodigal Sons“ den Bass. „Some years ago our Leadgitarist - the brain of the band - gave me his guitar he used to play in 1969“. Er erinnert sich an die Gitarre aus dem Jahr 1969, als ihm der Lead-Gitarist seiner ehemaligen Band dieses Schmuckstück schenkte, die jetzt den Eingang ziert. „She found her home above the entrance of my pub.“ Kostas schaut aufs Meer, dessen Brandung an den Felsen schlägt: „My kalymnian friends from these times still make music, went to other places of the world. Everybody left - but memories and the heartbeat of rock´n roll stay“. Die Bandmitglieder verließen in den 1970er Jahren die Insel, machen noch heute Musik. „Musik verbindet Generationen und Menschen der ganzen Welt, sagt Gwenn Gavalas. Machmal wünscht sich ein Gast zum Bespiel ein Stück von
Peter Frampton und damit kommen die Erinnerungen zurück. „This kind of music leads back to our youth and this combines all nationalities“, sagt die gebürtige Amerikanerin. Sie zeigt auf ein pastellfarbenes Gemälde über der Bar. Dieses Bild hat ein spanischer Freund von der Cantina Rock & Blues gemalt, als wir vor Jahrzehnten angefangen haben. Dieses Bild begleitet uns all die Jahre und ziert heute die Speise- und Getränkekarte. Kostas flitzt in die Küche, seine österreichischen Gäste möchten den kalymnischen Salat probieren. „It´s activity all day and night. Wir wechseln uns in der Cantina ab, meine Frau übernimmt gleich, dann mache ich wieder die Nacht. Das geht Hand in Hand.“
Rock- und Bluesrhythmen in der griechischen Bar mit Blick aufs Meer
In den Nächten treffen sich wie einst in den 1970ern, Menschen von der ganzen Welt mit den Bewohnern der Insel. An seinem 50. Geburtstag wurde hier mit groovigen Rock- und Bluesrhythmen gefeiert und getanzt. Kostas verweist auf ein weiteres Original. Zum 50. Geburtstag hat ihm ein befreundeter Grafiker dieses wundervolle Andenken geschenkt. „Bill Clinton in the middle, Marilyn Monroe next to Bon Jovi, Carlos Santana, Bono from U2, Lady Diana, the Rolling Stones. Steeve Wonder in the back, Robbie Williams close to BB King and my wife Gwenn.“ Kostas, der bald einen weiteren runden Geburtstag feiern wird, zählt die Größen des Rock und Blues auf, die sein Freund auf der Fotomontage mit seiner Frau kombiniert hat. „Nowadays there exist only four bars in Greece, being run by the same owner for such a long time. We have friends form all over the world since 33 years now." Übersetzt: „Es existieren nur noch vier Bars in Griechenland, die so lange schon von ein und dem selben Besitzer geführt werden. Wir haben Freunde weltweit, über 33 Jahre hinweg.“
Die Anfänge der Cantina by the rock im Jahr 1976
„Born in Thessaloniki, grown up in Germany, Antonis Surunis, now being a famous greek writer, came in 1976 to Kalymnos and started Cantina by the Rock, running it for two summers.“ Kostas erinnert sich an die Anfänge der Cantina am Felsen, als der heute weltweit bekannte Schriftsteller Antonis Surunis, in Thessaloniki geboren, aus Deutschland kommend sich auf der Insel Kalymnos niederließ, um die Taverne zwei Sommer lang zu führen. Und er erzählt weiter: „Me and my brother have been guests at his place, to finish the night“: Übersetzt: „Ich und sein Bruder waren einst selbst Gäste, die nach Ende ihres eigenen Business die Nacht in der Cantina by the rock beendeten.“
Leben zwischen zwei Kontinenten - Griechenland - Vereinigte Staaten
Als Kostas 1978 die Taverne von Surunis übernahm, behielt er den Namen Cantina bei, gab nur den Zusatz Rock & Blues, die Musikrichtung der Bar vorgebend. Antonis Surunis wurde weltbekannter Schriftsteller, Kostas Gavalas ging nach Kanada, in die Vereinigten Staaten, heiratete dort seine Frau. Anfang der 1980er Jahre entschied sich das Paar, auf die Insel zu gehen. Ihre Kinder blieben in den Vereinigten Staaten. Kostas zeigt aufs Meer, „Das Meer ist meine Heimat. All this is home - and this little sailingboat at the horizon“, sagt er. „Greece ist home. I am from Santorini, my familyroots lead back to more than 200 years.“ Das heisst: „Dies ist meine Heimat, die Wurzeln führen nach Santorin und auf eine 200 Jahre alte Familiengeschichte zurück. „The United Staates of Amerika went different, even my wife said so. I have done all my travelling, went around so many places",
sagt er nachdenklich. „Ich habe viel von der Welt gesehen, Amerika hat sich sehr verändert. Das sagt sogar meine Frau, wir möchten hier auf der Insel sein."
Kantouni - Die Italiener haben dem Stand seinen Namen gegeben
„Schau dir diese Landschaft an, es sieht aus wie eine Ecke.“ Die Italiener haben hier nicht nur ihre Architektur sondern auch viele Ausdrücke hinterlassen. "Kantouni bedeutet soviel wie Ecke. Als wir anfingen, war Cantina by the rock nur eine Taverne. Tamarisken wuchsen, wo jetzt diese Stühle stehen und wo sich heute die Bar befindet, war früher die Küche. Aber das ist lange her, ich bin jetzt über 30 Jahre hier. Kalymnos is home", sagt Gwenn Gavalas rückblickend. Und der Interieur-Designer Kostas Gavalas fügt hinzu: "I paint and create sculptures.“ In seiner Bar hat er alles selbst gestaltet. Denn als er den Laden übernahm, konnte er seinen Ideen freien Lauf lassen, es gab ja anfänglich nur Tamarisken und wenige Stühle.
Heute kommen Gäste in die gemütliche Ecke am Meer, um tagsüber die Seele baumeln zu lassen, oder sie kommen in den kalmynischen Nächten wegen des „heartbeats“ der 1960er und der 1970er Jahre. „Your heart comes to this place again and again“, sagt Kostas und schaut von der Bar aufs Meer, „when you tasted the kalymnian honey.“ Hast du einmal vom kalymnischen Honig probiert kommt dein Herz hierher wieder und wieder.
Quelle: Eigenrecherche, Interview mit Kostas und Gwenn Gavalas auf Kalymnos
