Sie ist in Hotels aufgewachsen, hat ihre erste Rolle nur bekommen, weil sie nicht aufhören wollte zu weinen und für den Film „Public Enemies“ musste sie Johnny Depp küssen, doch nach 16 Takes und ihrem gequälten Gesichtsausdruck wurde die Szene letztendlich nicht im Film verwendet. Carey Mulligan wird seit ihrem großen Durchbruch mit dem Film „An Education“ und der damit verbundenen Oscar-Nominierung als neues It-Girl gesehen, doch sie selbst fühlt sich mit dieser Bezeichnung eher unwohl. Sie wählt nämlich ihre Rollen nicht danach aus, ob es große Blockbuster werden könnten, sondern danach, ob die Charaktere Substanz und Tiefe besitzen.
Hotelangestellte als Babysitter
Von ihrem 3. Lebensjahr an hat Carey für mehrere Jahre in Düsseldorf gelebt, da ihr Vater als Hotelmanager tätig war. Bis sie 7. Jahre alt wurde, wusste Carey nicht, wofür ein normaler Hausschlüssel gut sein soll, da sie bis dahin den Großteil ihres Lebens in Hotels gelebt hatte. Sie kannte nur Karten als Türöffner und als ihre Eltern dann in ein Haus zogen, fragte sie, warum sie keine Schlüsselkarte mehr hat, die sie einfach durchs Schloss ziehen kann. In einem Interview mit dem amerikanischen Talkshow-Moderator David Letterman verriet sie zudem, dass sie sich im Wäschewaagen der Hausmädchen versteckte und die gesamte Hotelbelegschaft als Kindermädchen ansah. Zusammen mit ihrem Bruder hat sie regelmäßig die Zimmer der Gäste durchsucht, nachdem diese ausgecheckt haben. Carey hatte eine sehr glückliche Kindheit und denkt daher auch, dass dies der Grund ist, warum sie nicht an der Schauspielschule aufgenommen worden ist, da ihr Stück sich mit Selbstmord beschäftigte und sie von solchen Tragödien keine Ahnung hatte. Trotzdem startete ihre Schauspielkarriere mit Erfolg durch, auch wenn der Anfang schwer war. So bekam sie ihre erste Rolle nur, weil sie nicht aufhören wollte zu weinen, als sie unbedingt im Theaterstück ihres Bruders mitspielen wollte, aber mit 6 Jahren zu jung war, doch da sie nicht aufhören wollte zu schreien, gab der Regisseur schließlich nach und sie durfte mit auf die Bühne.
Aberglaube und Whiskey vor den Dreharbeiten
Carey Mulligan ist seit ihrer rührenden Performance im Film „An Education“ von der großen Leinwand nicht mehr wegzudenken. Seither war sie in zahlreichen Produktionen zu sehen. Darunter auch Oliver Stones „Wall Street: Geld schläft nicht“ und auch, wenn Carey nicht abergläubisch ist, hat sie sich in der Nacht bevor sie nach Los Angeles flog, um sich mit dem Regisseur für die Rolle der Winnie Gekko zu treffen, "Risky Business" ausgeliehen, und als sie den DVD-Spieler im Hotel öffnete, kam ihr die DVD zu "Wall Street" entgegen. Und im Flugzeug las sie ihr Horroskop, was sie sonst eigentlich nie tut und darin stand das berühmte Zitat von Gordon Gekko aus Wall Street: "Greed is good". Sie sah alles als ein Zeichen und hatte recht, die Rolle war ihr sicher. Ihr Instinkt ist hervorragend, so hat sie sich für den Film "Public Enemies" ihre Haare weiß Färben lassen und da ihre lange Mähne danach strohig wurden, hat sie sich dazu entschlossen, diese ganz abzuschneiden und seitdem sieht man sie mit ihrem Kurzhaarschnitt, der zum Markenzeichen wurde. Doch auch Carey hat eine Leiche im Keller. Beim Vorsprechen für "Der große Gatsby" hat Carey der Nervosität etwas abgeholfen und vor dem Gespräch einen Schluck Wiskey aus einem Flachmann getrunken und danach mit Mundwasser nachgespült. Regisseur Baz Luhrman weiß mittlerweile von dem Ereignis, aber es hat geholfen und sie hat die Rolle als Daisy Buchanan neben Leonardo DiCaprio als "Jay Gatsby" erhalten.
Wenn der Schauspieler den Regisseur nach Hause fährt
Während der Dreharbeiten zu Drive lebte sie bei Regisseur Nicolas Winding Renf. Die beiden sind immer zusammen nach der Arbeit nach Hause gefahren und Carey erzählte in einem Interview mit Vanity Fair, dass sie ihr Dasein als "persönlicher Assistent" sichtlich genossen hat, aber auf ein Zusammentreffen mit der Polizei eines Nachts gern verzichtet hätte. Auf dem Heimweg um 2 Uhr morgends ist Carey in Schlangenlinien gefahren und wurde von einem Polizisten angehalten, sie war nicht nur todmüde sondern hatte auch sieben RedBull getrunken, was sie ein wenig zappelig machte, doch der Gesetzeshüter hatte nachsehen und lies die beiden gehen. Mittlerweile kann sie den Schrecken mit einem Lachen abtun. So wie auch ein Ereignis bei den Dreharbeiten zum Film "The Greatest". Sie spielt in dem Streifen eine Schwangere und war damals immer mit Babybauch unterwegs, da das Abnehmen ewig dauerte. Zusammen mit Pierce Brosnan ging sie in einer Drehpause in eine Bar und bekam den bestellten Drink ohne Protest, obwohl man deutlich sehen konnte, dass sie schwanger war.
Zur Zeit ist Carey im Film „Shame“ zu sehen, hier muss sie an der Seite von Michael Fassbinder schon mal ihre Singstimme auspacken und „New York, New York“ zum besten geben. Die Rolle als Sissy Sullivan und auch ihr Part in "Drive" haben ihr mehrere Nominierungen eingebracht, so auch für einen "BAFTA-Award" und "London Film Critics Circle Award". Ihre Darstellung der Daisy Buchanan in „Der große Gatsby“ wird ihr sicher auch wieder die ein oder andere Nominierung einbringen und auch, wenn Carey vermutlich bald wieder einmal im Theater verschwinden wird, so kann man doch gespannt sein, welchen Film sie wohl als nächstes ins Auge fassen wird.
Quellen:
Im Interview bei Craig Ferguson 2011
