Carl von Linné und die botanische Nomenklatur

Carl von Linné - gemeinfrei
Carl von Linné - gemeinfrei
Mit seiner Systematik der Pflanzeneinteilung wurde Linné weltbekannt. Neu entdeckte Pflanzen konnten seinem System nach gezielt eingeordnet werden.

Der schwedische Botaniker Carl von Linné lebte von 1707 bis 1778. Er wurde 1735 weltbekannt durch sein Werk „Systema naturae“. Dieses Werk war die Grundlage der modernen biologischen Systematik.

Ordnung der Pflanzen, Tiere und Mineralien

Carl von Linné brachte nicht nur System in die Pflanzenfamilien. Auch Tiere und Mineralien wurden von ihm entsprechend in Gattungen und Arten geordnet. Durch sein System entstand die sogenannte binäre Nomenklatur. Dies ist so ähnlich wie ein Vor- und Nachname eines Menschen. Der Vorname ist die Gattung einer Pflanze, der Nachname die Art der Pflanze. Zum Beispiel wird der Echte Beinwell der Gattung „Symphytum“ zugeordnet und der Art „officinalis“. Officinalis-Arten sind dabei Pflanzen mit einer heilenden Wirkung.

Die Gattung einer Pflanze wird dabei mit einem großen Anfangsbuchstaben begonnen, die Art jedoch wird immer klein geschrieben.

Das Autorenkürzel

Hinter dem Namen einer Pflanze, also hinter ihrer Gattung und Art, steht noch das Autorenkürzel. Der Autor, der diese Pflanze zuerst beschrieben und dann die Schrift veröffentlicht hat, wird mit seinem Autorenkürzel hinten angehängt. Daher gibt es sehr viele Pflanzennamen, die das Kürzel von Carl von Linné besitzen. Er war der erste Botaniker, der viele Pflanzen beschrieben hat. Sein Kürzel ist das „L.“ Dieses wird im Gegensatz zum Pflanzennamen nicht kursiv geschrieben.

Heute führt der International Code der botanischen Nomenklatur ICBN die Einordnung fort, die durch Linné begonnen wurde. Der ICBN ist ein Regelwerk zur Namensgebung von Pflanzen, Pilzen und Algen. Ziel ist es, allen botanischen Lebewesen einen wissenschaftlichen Namen zu geben.

Die Einteilung der Pflanzen

Carl von Linné teilte die Pflanzen nach der ganz augenmerklichen Beschaffenheit der Pflanzen ein. So wurden Blütenblätter gezählt und die Zahl und Anordnung von Staubgefäßen und Stempeln als wichtiges Kriterium genommen und somit die Pflanzen mit gleichem Aufbau entsprechend in eine Familie gepackt. Durch neue wissenschaftliche Möglichkeiten wurde so manch Pflanze später jedoch einer anderen Familie zugeordnet, denn nicht nur Zahl und Anordnung von Pflanzenbestandteilen war für die Pflanzenfamilie Indiz. Außerdem war Linné der erste Botaniker, der Pflanzen in weiblich und männlich unterschieden hat.

Weitere Werke von Linné

Nach seinem „Systema naturae“ 1735 schrieb Linné noch viele weitere Grundlagenwerke, die seine Vorgehensweise genauestens festhielten. So schrieb er zum Beispiel 1736 in seinem Werk „Methodus botanicus“ wie eine neu entdeckte Pflanze beschrieben werden muss. In anderen Werken beschreibt er die Unterschiede großer Pflanzengattungen. All seine Werke bildeten die Grundlage, nach der auch heute noch die Pflanzen, Tiere und Mineralien eingeteilt werden. Schließlich hat sich nicht so sehr viel geändert seit Carl von Linné dieses System aufgestellt hat und hier passt hervorragend eines seiner Zitate: „Die Natur macht keine Sprünge“.

Birte Wermann, Birte Wermann

Birte Wermann - Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge, sondern Leben inmitten von Leben, das auch leben will (A.Schweitzer) Mitten in ...

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