
- Carmen Cartellieri in Die Würghand - Filmarchiv Austria (über Amazon.de)
Carmen Cartellieri wurde 1891 als Franziska Ottilia Cartellieri in Poßnitz in Mähren geboren und wuchs unter anderem in Innsbruck, der Hauptstadt von Tirol, auf. Seit dem Jahr 1910 Mutter einer Tochter, lebte sie bis 1918 als Hausfrau an der Seite ihres Ehemannes, des Malers, Erfinders, Ingenieurs und auch kurzzeitigen Filmregisseurs Mano Ziffer-Teschenbruck.
Carmen Cartellieri: Ohne künstlerische Erfahrung direkt zum Film
Im Jahr 1918 Kam Carmen Cartellieri, die - da damals italienische Schauspielerinnen wie zum Beispiel Lydia Borelli als Inbegriff der Filmdiven galten - für einige Zeit behauptete, dass sie in Mailand geboren worden wäre, ohne zuvor Erfahrungen im schauspielerischen Bereich gesammelt zu haben, direkt zum Film. Der Tiroler Regisseur Cornelius Hintner, den sie zufällig kennen gelernt hatte, war von Anfang an einer ihrer Förderer. Sie spielte in der Folge in einigen ungarischen Produktionen mit, bevor sie gemeinsam mit ihrem Mann und Hintner Ungarn aufgrund der damaligen nachrevolutionären Umwälzungen verließ und nach Wien übersiedelte. Dort ermöglichte Hintner es ihr, unter dem Pseudonym Carmen Teschen in seinem Film "Anjula, das Zigeunermädchen" mitzuwirken. Bei diesem Film handelte es sich um ihr österreichisches Debüt.
Gründung von Cartellierifilm
Im Februar 1920 stampfte Carmen Cartellieri mit der "Cartellierifilm Gesmbh" ihre eigene Filmproduktion aus dem Boden. Fortan übernahm sie in den nächsten acht Jahren in selbst produzierten Spielfilmen die weibliche Hauptrolle. Einer davon aus dem Jahr 1920 war ein Drama mit dem Titel "Die Würghand". In diesem Film verkörpert Carmen Cartellieri den Inbegriff der über Leichen gehenden femme fatale, die die Männer nur dazu benutzt, ihren persönlichen Aufstieg zu beschleunigen und der am Ende für ihr skrupelloses Verhalten die Rechnung präsentiert wird.
Rollen in "Orlacs Hände" und "Der Rosenkavalier"
Nachdem sie in einigen Filmen die Hauptrolle übernommen hatte, musste sich Carmen Cartellieri aber schon bald mit den weiblichen Nebenrollen begnügen. Hier stechen vor allem zwei Arbeiten mit dem deutschen Regisseur Robert Wiene, der unter anderem den Klassiker "Das Cabinet des Dr. Caligari" gedreht hatte, ins Auge. Zum Einen spielte sie in Wienes Meisterwerk "Orlacs Hände" die Rolle der Regine. Danach folgte noch die Rolle der Annina in Wienes "Der Rosenkavalier", einer Verfilmung der Oper von Richard Strauss (Musik) und Hugo von Hofmannsthal (Libretto). Gleichzeitig spielte sie auch im Theater, zum Beispiel im Wiener Ronacher.
Carmen Cartellieri: Wahl zur schönsten Schauspielerin Wiens
Aufgrund ihrer von vielen Zeitgenossen gepriesenen Attraktivität wurde Carmen Cartellieri gleich mit mehreren Auszeichnungen überhäuft. Sie wurde unter anderem zur schönsten Schauspielerin Wiens gekürt und erhielt den Wiener Modepreis.
Karriereende und Tod
Carmen Cartellieris Karrierende hatte denselbsen Grund wie bei vielen damaligen Stummfilmstars: Der Aufstieg des Tonfilms setzte ihren schauspielerischen Ambitionen ein abruptes Ende. Sie zog sich daraufhin völlig ins Privatleben zurück und verstarb schließlich 1953 in Wien.
Quelle: Porträt der Schauspielerin Carmen Cartellieri
