
- Carrom-Spielsteine und -Schussstein - Rembert König
Auch in der heutigen Zeit, die für viele Menschen von elektronischer Unterhaltung geprägt ist, stehen Gesellschaftsspiele immer noch hoch im Kurs. Wer sich für eine vielseitige Alternative zu den allseits bekannten Karten-, Würfel- oder Brettspielen interessiert, sollte einmal Carrom ausprobieren, das mitunter auch als Carrombole bekannt ist.
Carrom: indisches Fingerbillard für Zuhause
Seinen Ursprung hat Carrom in Indien. Hier hat es eine lange Tradition. In Deutschland ist es eher unbekannt, wenngleich es sogar Turniere auf nationaler und internationaler Ebene gibt und auch deutsche Meisterschaften ausgespielt werden. Fingerbillard wird das Spiel deshalb genannt, weil es Ähnlichkeiten zum Billard gibt. Wie etwa die vier Ecklöcher auf dem Spielbrett, in die Spielsteine geschossen werden müssen. Allerdings steht den Spielern kein Queue zur Verfügung. Vielmehr ist große Fingerfertigkeit gefragt, denn die Spielsteine werden mit einem speziellen Schussstein (Striker) eingelocht.
Die Spielregeln von Carrom/Carrombole/Fingerbillard
Die Grundspielregeln sind recht einfach. Im Normalfall treten zwei Spieler gegeneinander an. Es können aber auch vier Mitstreiter am Spiel teilnehmen, dann werden zwei Teams gebildet. Auf dem Spielfeld liegen neun schwarze und neun weiße Spielsteine sowie ein roter. Dieser wird auch Königin oder Queen genannt und hat eine besondere Bedeutung, da der Spieler, der ihn einlocht, Extrapunkte bekommt. Ansonsten funktioniert Carrom ähnlich wie Billard. Hat ein Spieler zu Beginn mit seinem Schussstein einen der weißen oder schwarzen Spielsteine in einer der Ecktaschen versenkt, so spielt er auf diese Farbe und hat das Ziel, alle seine Spielsteine zu versenken. Dabei ist er immer so lange an der Reihe, wie er Spielsteine mit je einem Schuss einlocht. Gelingt ihm dies nicht, ist der andere Spieler dran. Die Schusssteine müssen dabei von einer Abschusslinie aus geschnippt werden. Dies erfolgt in der Regel mit dem Zeigefinger. Die Abschusslinie ist nicht weit von der Hartholzbande entfernt, die das Spielbrett, das auch Board genannt wird, umrahmt.
Geschicklichkeit und taktische Finesse sind beim Carrom gefragt
Wer beim Carrom gewinnen möchte, braucht nicht nur gutes Fingerspitzengefühl und eine sichere Hand-Auge-Koordination. Vielmehr ist auch ein taktisches Verständnis gefragt, da die jeweiligen Spielzüge am besten im Voraus geplant werden und auch die Position der gegnerischen Spielsteine stets zu berücksichtigen ist. Da die Grundregeln jedoch einfach sind und zudem ein großer Spielspaß entstehen kann, ist das Spiel auch für jüngere Mitspieler oder Anfänger geeignet. Übung macht bekanntlich überall den Meister und diese fallen auch beim Carrom nicht vom Himmel.
Tipp: Carrom-Board mit Pflegemitteln in Schuss halten
Da das Spielbrett 74 mal 74 Zentimeter groß und nicht unbedingt leicht ist, ist dieses Spiel kein kleines Taschenspiel und man braucht zum Spielen und Aufbewahren ein wenig mehr Platz als bei anderen Brettspielen. Zudem sollte das Board regelmäßig gepflegt werden. Zu diesem Zweck gibt es im Fachhandel spezielle Pflegesets. Einige Spieler bevorzugen hingegen Hausmittel. Interessierte werden Carrom nicht unbedingt in jedem Spielwarenladen finden. Es gibt jedoch vor allem im Internet eine Reihe von Anbietern, die sich auf Carrom mitsamt seinem Zubehör spezialisiert haben.
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