Cartagena de Indias

Kolumbiens "Perle der Karibik"

Über den Dächern Cartagenas - Karla Stanek
Über den Dächern Cartagenas - Karla Stanek
Die karibische Küste Kolumbiens bietet Reisenden eine große Vielfalt. Doch aufgrund seines schlechten Rufs wird das Land wenig bereist

Die Erwähnung Kolumbiens öffnet meist eine bestimmte Gedächtnisschublade, heraus fallen Begriffe wie Koks, Guerillas, Drogendealer und vor allem Entführungen. Bilder von verängstigten Touristen im Dschungel, bedroht von vermummten Guerrillas mit Kalaschnikows, ziehen an unserem inneren Auge vorbei. Diese Assoziationen sind nicht falsch, wenn man bedenkt, dass sich laut Aussage des Auswärtigen Amtes 70% aller Entführungen weltweit in Kolumbien vollziehen.

Diese Tatsachen werden hier nicht verharmlost, doch soll die Karibikküste Kolumbiens von ihrer unglaublich faszinierenden und schönen Seite beschrieben werden.

Cartagena de Indias

Cartagena ist der touristische Anziehungspunkt an Kolumbiens Atlantikküste - als Weltkulturerbe der UNESCO wird es nicht umsonst als "Die Perle der Karibik" bezeichnet. Gegründet wurde die Stadt 1533 von Pedro Heredia und war nicht nur eine der ersten Kolonien Spaniens, sondern auch eine der bedeutendsten Handelsstädte Südamerikas: Die spanischen Galeonen liefen den Hafen Cartagenas zweimal jährlich an um Waffen, Rüstungen, Pferde gegen Edelsteine, Gold und Silber zu tauschen.

Die Plünderung von englischen Piraten im Jahre 1586 war der Anstoß zur Errichtung der massiven Stadtmauer, die besterhaltendste Südamerikas. Sie trennt heute das noble Zentrum und die Altstadt von seinem heruntergekommenen Nachbarn Getsemani. So gleich der koloniale Baustil der beiden Viertel ist, so könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Bocagrande besteht aus noblen Hotels, einem Yachtclub, Geschäften und exquisiten Restaurants, während Getsemani eine Mischung aus Rotlicht- und Backpackerviertel darstellt.

Freizeitaktivitäten in und um Cartagena

Wem das städtische Kultur- und Shoppingangebot zu wenig ist, der kann den Tag an einem der Stadtstrände verbringen und sich mit Wasserski, Segeln, Tauchen, Angeln, Kiten oder Windsurfen vergnügen. Desweiteren kann man noch Ausflüge zu traumhaft karibischen Inseln, zum botanischen Garten oder zum nahe gelegenen Schlammvulkan machen - einem Jungbrunnen für die Haut.

Auf der Suche nach mehr Abenteuer und Natur wird man in Santa Martha fündig: Wenige Stunden entfernt bieten der Nationalpark Tayrona und die mehrtägige Dschungeltour zur "Verlorenen Stadt" unglaubliche Naturerlebnisse, in deren Genuß bisher nur wenige Touristen kamen.

Fakten für den Urlauber

Das Nebeneinander von nobler Altstadt und dem schäbigen Getsemani, mit seinen dennoch schönen Bauten, machen die Stadt zu einem passenden Urlaubsziel für jede Budget- und Altersgruppe. Budget-Reisende kommen mit etwa 10-15 Euro am Tag aus, ab etwa 50 Euro ist allerdings auch schon der luxuriöse Urlaub erschwinglich. Der teuerste Part der Reise ist wohl der Flug, der meistens über Bogotá oder Caracas geht. Doch dank der durchgehenden Jahrestemperatur von 26° bis 31° Grad sind Urlauber nach Cartagena nicht von saisonalen Einschränkungen und Preisen betroffen. Desweiteren sollte man sich zeitig um die Impfungen Hepatitis A und B, Typhus sowie Gelbfieber kümmern.

Gefahren

So verrufen dieses Land auch ist, so läßt sich dennoch differenzieren: Vor längeren Überlandfahrten ist definitiv abzuraten, die karibische Küste, vor allem Cartagena, gilt jedoch als relativ sicher im Vergleich zum restlichen Südamerika. Kleinkriminalität und Überfälle sind zwar Teil des Tagesablaufs, doch wie überall gilt auch hier der Grundsatz: Mit der nötigen Vorsicht und gesundem Menschenverstand lassen sich viele unangenehme Situationen vermeiden!

Karla Stanek, Karla Stanek

Karla-Maria Stanek - Karla studierte Soziologie, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität zu Köln. Während ihres Studiums arbeitete ...

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