Cartoonisten aus dem Bergischen Land

Cover - Edition 52
Cover - Edition 52
„Aus dem Tal hat man ein Gelächter gehört" von „Cartoonisten aus dem bergischen Land" ist ein satirischer Sammelband voller Gags und scharfsinniger Pointen

Die Bewohner des Bergischen Landes werden gemeinhin als verschlossen, eigenbrötlerisch und grantig beschrieben. Insbesondere der Humor taucht bei Ihnen nur verdeckt auf und zumeist sind es subtile Künstler, die ihn empfinden, aufspüren und in bleibenden Cartoons in die Außenwelt tragen. Denn die bergische Region hat – jenseits von schenkelklopfendem Gegacker – ein beachtliches Humorpotential aufzuweisen, das weit über ein Lokalkolrit herausragt.

Das Bergische Land

Beständig erweisen sich die hier heimischen Satiriker besonders im Bereich der Zeichnung als wahre Eckpfeiler des Humors. Zahlreiche hier ansässige Künstler sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und international präsent. Der Katalog und die dazugehörige Wanderausstellung Aus dem Tal hat man ein Gelächter gehört führen jetzt zum ersten Mal zehn Cartoonisten des Bergischen Landes zusammen. Der gleichnamige Ausstellungskatalog ist im Verlag Edition 52 erschienen.

Bezeichnenderweise war das Bergische Land im Frühmittelalter bekannt als das „Grafische Land“. Zeichner, Radierer, Kupferstecher und Holzschneider waren bis in die späte Nachspielzeit tätig. Wanderzeichner wurden von den pittoresken Feldern angezogen und in den Klöstern wurde das Kunsthandwerk der Buchmalerei gepflegt. Die bergischen Cartoonisten können also auf eine weit zurückreichende Traditionslinie verweisen.

Die Cartoonisten

Uwe Becker, Eugen Egner, Jorgo, Peter Kaczmarek, Ari Plikat, Polo, Eberhard Schlichting, Sobe, R.M.E. Streuf und Peter Thulke zeigen in Aus dem Tal hat man ein Gelächter gehört mit treffsicherem Ausdruck, dass der Cartoon nicht nur für (schwarzhumorige) Lacher, sondern auch für Seitenhiebe auf Politik, Kultur und Gesellschaft vorzüglich geeignet ist.

Die Cartoonisten verdeutlichten auf diese Weise mit reduzierten Strichen oder Collagen persönliche Empfindungen, gesellschaftliche Fehltritte, absurde Alltäglichkeiten und fantastische Grotesken aus dem wirklichen Leben. Dabei erscheinen die Illustrationen durch klassische Aquarelltechnik koloriert oder in schwarzweiß, im grotesk-realistischen Schwarzweiß-Schraffur-Stil oder im typischen Karikatur-Stil.

Der Katalog

Außerdem dokumentieren der Sammelband Aus dem Tal hat man ein Gelächter gehört und die rund hundert Originale der Ausstellung, dass die Cartoons aufwändige Kunstwerke mit einer eigenen und präzisen Formensprache sind, die hier nun bewundert werden können. F.W. Bernstein hat einen absurd-vergnüglichen Begleittext zu den Cartoons geschrieben, der im Katalog unterhalb der Illustrationen abgedruckt ist. Darin erfährt der Leser Wissenswertes über die Cartoonisten.

Insgesamt bietet Aus dem Tal hat man ein Gelächter gehört eine amüsante Abrechnung mit Politik und Gesellschaft. Pointierte Gags zwischen groteskem, absurdem, satirischem, subtil, lakonischen und schwarzem Humor. Die Cartoonisten sorgen durch ihre unterschiedlichen Techniken und Stile für reichlich Abwechslung, den einen oder anderen Denkanstoß und vor allem für viele Lacher.

Diverse Zeichner: Aus dem Tal hat man ein Gelächter gehört. Cartoonisten aus dem bergischen Land. Edition 52, 2007. Softcover, 60 Seiten. Euro 15 Euro.