Brennende Autos, Erste-Mai-Krawalle und gewaltbereite Demonstranten. Linksradikale stehen im Fokus der Zeit und sind vor allem in der Hauptstadt ein ungebetener Gast. Denn sie zerstören das ach so weltoffene Gesicht Berlins, in der die Touristen nun nicht mehr unbehelligt durch die Straßen laufen können. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Robbin Juhnke gibt vor allem dem rot-roten Senat der Hauptstadt die Schuld an der Misere. "Wenn in der Landesregierung, dem Senat, eine linksradikale Partei wie die Linke mit am Kabinettstisch sitzt, muss man sich nicht wundern, dass diese ihr Augenmerk kaum auf die Aktivitäten ihrer linksextremen Gesinnungsfreunde richten möchte", sagte Juhnke der rechtskonservativen Zeitung "Junge Freiheit". Daher gäbe es nun No-go-Areas in Berlin, auf dessen Wegen es besonders für Demokraten gefährlich ist.
No-Go-Areas in Berlin als Mittel zum Aufruf gegen Gewalt
Zur WM kam das Thema No-go-Areas in Berlin in die Schlagzeilen. Allerdings waren es damals die Rechtsradikalen, die Jagd auf ausländische Touristen machen würden. Stadtteile wie Lichtenberg, Marzahn, Hellersdorf und Schöneweide galten als nicht sicher und sollten nicht betreten werden. Selbst in Stadtführern wurde davor gewarnt. Und noch heute sind diese Stadtteile Hochburgen der rechten Szene. Das sieht man, wenn man Beispielsweise durch Lichtenberg schreitet. Ein Dönerimbiss reiht sich an den nächsten. Asiaten verkaufen ihre Blumen und die junge, alternative Szene erkennt nach und nach die Vorzüge günstiger Mieten im alten Kern Lichtenbergs. Aber der Bezirk ist die Hochburg rechter Gewalt. Genau dort, wo die Antifa und junge Aktivisten ungestört gegen Rechts aufrufen. Genau dort, wo vor zwei Wochen Anhänger einer rechten Gruppe von Gegendemonstranten aus der Stadt gescheucht wurden.
Berlin hat No-go-Areas nicht nötig
Auch Juhnke warnt vor rechtsradikalen Übergriffen auf seiner Internetseite und gibt Innensenator Körting und seinen Sparmaßnahmen bei der Berliner Polizei die Schuld an der vorherrschenden Gewalt in Berlin. Neben den Rechtsradikalen sind es aber für ihn vor allem die Linksradikalen, die das Stadtbild Berlins verschlechtern. Dass Politiker sich nicht einig sind, ist allseits bekannt. Aber bleibt Gewalt nicht Gewalt? Berlin braucht keine No-go-Areas, zu mal Herr Juhnke nicht bekannt gibt, welche Bezirke für Demokraten Sperrgebiet sein sollten. Denn auch er kann mit keiner genauen Sicherheit sagen, welche Bezirke dies sein könnten. Es hat eher den Anschein, dass er kurz vor der Bundestagswahl gegen die Linken aufrufen möchte. Denn so wie Lichtenberg keine Hochburg der Rechtsradikalen ist, so gibt es auch keine Hochburg linker Gewalt in Berlin. Abzuwarten bleibt, welche Gruppe als nächstes im Visier steht. Vielleicht sind es Ökoaktivisten, die Aldi und Co. abbrennen wollen und damit ihren Bezirk zur No-go-Area machen.
