
- Torsten Vollert in der Ritterklause - Helga Schubert
Die vielen Jahrhunderte können der alten, geheimnisvollen Wasserburg in Roßlau nicht allzuviel anhaben. Wie eh und je steht der imposante Bau an der Rossel, ein schweigsamer, steinerner Zeuge geschichtlicher Ereignisse. Menschen jeder Epoche nutzten die Burg für ihre Zwecke. Früher diente sie unter anderem als Witwensitz der Herrschenden und als Ökumene. In den Jahren 1926 bis 1988 wurde die Burg zur Wohnstätte für Roßlauer Familien umfunktioniert.
Schlüsselübergabe an den Förderverein "Burg Roßlau"
Im Laufe der Zeit erfolgten einige bauliche Veränderungen. Auch 2010 wurde fleißig in der Oberburg gearbeitet. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Ein behindertengerechter Zugang zum oberen Teil des Gemäuers wurde eingerichtet und das leidige Kopfsteinpflaster beseitigt. Am 23. August fand dann die offizielle Schlüsselübergabe an den Förderverein "Burg Roßlau" statt.
Die Ritterklause
Mehrmals jährlich öffnet sich für Gäste eine stabile Eisentür, die sich seitlich in der Burg befindet. Diese Tür ist ein Überbleibsel aus dem II. Weltkrieg. Damals verschloss sie den Luftschutzbunker, der später vom Förderverein "Burg Roßlau" als Ritterklause ausgebaut wurde. Doch auch als Lager für Kaufleute und für die Porzellanfabrik diente der Raum einst.
Torsten Vollert als Cellarius
Der Gewölbekeller ist klein. Es ist kühl da drinnen. Die Hitze des Sommers wird vollkommen ausgesperrt. Die Ritterklause gibt es seit 2007. Eigentümer sind die Stadt und der Förderverein "Burg Roßlau". Seit dem Jahr 2010 ist Torsten Vollert nun der neue Betreiber. Er ist im Vorstand des Vereins tätig und kennt sich bestens mit der Burggeschichte aus. Bei den Ritteressen bietet Torsten Vollert ein Menü an, das sieben Gänge umfassen kann. Der gebürtige Dessauer, der sich Cellarius, also Kellermeister nennt, gehört auch der Askania Mittelalter IG an. Dort ist er unter dem wohlklingenden Namen Fredericus de Rozlowe bekannt.
Inszenierung und Menü
Die Ritterklause wird, wie Torsten Vollert sagt, momentan nur zu den Veranstaltungen geöffnet. Im August bleibt sie wegen Theateraufführungen geschlossen.
Zu den Ritteressen werden Spielleute engagiert, die für die richtige Stimmung im mediäval anmutenden Gewölbe sorgen. Inszenierung und Menü lassen erahnen, wie es möglicherweise im Mittelalter zugegangen ist. Zumindest haben die Besucher ihren Spaß daran.
Kurse zum mittelalterlichen Kochen
Was ist eine Kesselsäge? Wie aß man zu früheren Zeiten? Welche Rezepte gab es? Diese und andere Fragen beantwortet der Cellarius sicher gern. In der Dresdener VHS gibt Torsten Vollert nämlich auch Kurse, die sich mit dem mittelalterlichen Kochen befassen. Während die Schulungen im Freistaat Sachsen gut angenommen werden, stößt das Angebot, laut Cellarius Fredericus de Rozlowe, in der anhaltinischen Gegend auf kein großes Interesse. Aber das kann sich noch ändern.
Matthias Kryszon aus Roßlau stellte freundlicherweise das Foto der Wasserburg zur Verfügung.
