Charlie Sheen und der Torpedo der Wahrheit

Charlie Sheen Plakat - Jed Ramos
Charlie Sheen Plakat - Jed Ramos
Mit seiner Bühnenshow „My Violent Torpedo of Truth: Defeat is Not an Option" geht Charlie Sheen auf Tour. Zwanzig Städte in den USA werden torpediert.

Kinofilme hat der 45-jährige Charlie Sheen (bürgerlicher Name Carlos Irwin Estévez) schon lange nicht mehr gemacht. Mit der Serie „Two and a Half Men“ katapultierte er sich aber selbst in den Olymp des Sitcom-Himmels und konnte 1,25 Millionen US-Dollar pro Folge einfahren. Nachdem er in der Vergangenheit immer wieder durch diverse Eskapade und anhaltenden Drogenkonsum aufgefallen ist, entschloss sich Warner Bros. schließlich den Comedian zu feuern und die Serie einzustellen. Trotz aller Bekundungen und vermeintlichen Siegesfeiern war dies ein schwerer Schlag für den Schauspieler. Eine Sheen-eigene Kompensation für „Two and a Half Men“ ließ jedoch nicht lange auf sich warten. So kam der geborene New Yorker schnell mit der Bühnenshow „My Violent Torpedo of Truth: Defeat is Not an Option“ (dt. „Mein brutaler Torpedo der Wahrheit: Niederlage ist keine Alternative“) um die Ecke.

Die Charlie-Sheen-Bühnenshow

Um was es genau in „My Violent Torpedo of Truth: Defeat is Not an Option“ geht, war im vornherein nicht klar. Sheen hatte über diverse Kanäle, wie zum Beispiel seinen Facebook- und Twitter Account, verlauten lassen, dass es sich um einen „absoluten Knaller“ handeln soll, den man gesehen haben muss. Mehr Details: Fehlanzeige! Dass es für die Charlie-Sheen-Fans aber nicht notwendigerweise wichtig ist, zeigt sich in den Kartenverkäufen für die Show, welche am 2. April 2011 in Detroit seinen Anfang genommen hat und am 3. Mai 2011 in Seattle enden soll. Die Tickets gehen zwischen 50 und 80 US-Dollar über die Theke: nicht zu teuer für die Fans von Charlie Sheen, der seinem Seriencharakter Charlie Harper aus „Two and a Half Men“ nicht unähnlich ist. Ein netter Nebeneffekt ist, dass für jedes verkaufte Ticket ein Dollar für die die Erdbebenopfer in Japan gespendet wird.

Auftakt in Detroit

Am 2. April 2011 feierte „My Violent Torpedo of Truth: Defeat is Not an Option“ in Detroit das Debüt. Etwa 5.000 Zuschauer warteten im traditionsreichen Fox Theatre auf die groß angekündigte Show von Charlie Sheen. Was sie dann aber zu sehen bekamen, war für die meisten nicht nur enttäuschend, sondern auch von einer derartigen Qualität, dass viel bereits während der Show noch die Halle verließen. Was genau war passiert? Sheen eröffnete die Show mit zwei seiner „Göttinnen“, die sich küssten und dann wieder die Bühne verließen. Was dann folgte, war ein Zusammenschnitt aus verschiedenen Videos von sich selbst – die man in der selben Form auch schon auf YouTube sehen konnte – Vorwürfen und Phrasen. Über weite Strecken fehlte nach der Meinung vieler Kritiker jeder Hauch komödiantischer Einflüsse. Die Show endete in einem Debakel, nachdem immer mehr Zuschauer begannen, zu buhen und das Fox Theatre zu verlassen. Charlie Sheen kündigte eine musikalische Pause an, in der Rapper Simon Rex auftrat, und kam dann nicht wieder auf die Bühne.

Charlie Sheens Show in Chicago

Nach dem Desaster in Detroit hatte Charlie Sheen mit „My Violent Torpedo of Truth: Defeat is Not an Option“ in Chicago wesentlich mehr Erfolg. Die Show am 3. April 2011, welche in dem ausverkauften Chicago Theatre (ca. 3.600 Plätze) stattfand, hatte ein geringfügig geändertes Konzept. Über die ganze Show gab es die unterschiedlichsten Fragen von Unbekannten, die immer wieder eingestreut wurden. Beantwortet wurden jedoch nicht alle. Etwa das gut ankam, und in der Show in Detroit fehlte, waren einige Statements zu „Two and a Half Men“. Er schloss nicht aus, dass er sich, wenn ihn die Macher der Show fragen würden, eine Rückkehr als Charlie Harper vorstellen könnte. Auch wenn die Show in Chicago kein Desaster war, so wurden dennoch viele kritische Stimmen laut.

Wie geht es weiter mit der Charlie-Sheen-Show?

Die meisten Menschen die „My Violent Torpedo of Truth: Defeat is Not an Option“ besucht haben, inklusive Kritiker und Medienschaffende, sind sich sicher das der Show kein echtes Konzept zugrunde liegt. Es ist möglich das Charlie Sheen es schafft in den noch folgenden Shows an dem Auftritt zu feilen, ob er dadurch jedoch an den Erfolg von „Two and a Half Men“ anknüpfen kann, bleibt fraglich.

Quellen:

Andreas Schnell, Andreas Schnell

Andreas Schnell - Andreas Schnell ist freier Autor / Journalist und lebt gemeinsam mit seiner Frau und zwei Töchtern in Frankfurt/Main. Redaktionell ...

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