Scheinbar unendlich lang und spindeldürr erstreckt sich das geographische Weltwunder, Chile, entlang der südamerikanischen Pazifikküste und fasziniert jeden Weltenbummler mit seiner ganz und gar verschiedenartigen Form.

Dieser Artikel begleitet Sie auf eine kunterbunte Abenteuerreise, bei der man nicht nur Land und Leute kennen lernt, sondern auch noch gleich bei Chiles über 4000 Kilometer langer Nord-Süd-Ausdehnung, fast alle Klimazonen passiert, die Mutter Natur auf der Erde geschaffen hat. Bei einer „Rundfahrt“ beginnend an der Grenze zu Peru in Arica, der Stadt des ewigen Frühlings, endend bei mit gigantischen Gletschern geschmückten, kristallklaren Gewässern in der gemütlichen und pittoresken Stadt, Punta Arenas, lädt Chile neben der Natur auch mit einer einzigartigen Kultur und Lebensweise zum Entdecken und Genießen ein. Chile hat für jeden was zu bieten und überzeugt mit einer Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten nicht nur waghalsige Abenteurer und Naturliebhaber, sondern auch mehrköpfige Familien.

Arica, Stadt des ewigen Frühlings

Arica, die nördlichste Großstadt Chiles, ist ein berühmter Badeort und durch seine hohen Pazifikwellen sehr beliebt bei Surfern und Boogieboardern. Wem das Wellenreiten nicht zumute ist, dem bieten sich einige Wander- und Klettermöglichkeiten entlang der Playa Corazones an, wo es neben einsamen Buchten, Klippen und Felswegen, sogar mysteriöse Höhlen aufzufinden gibt. Auf keinen Fall entgehen lassen sollten Sie sich die San Marcos Kathedrale, ein Werk von Eiffelturm-Designer Gustave Eiffel.

Atacamawüste, der trockenste Ort der Welt

Ganz richtig! Die Atacamawüste ist der trockenste Ort der Welt und tatsächlich gibt es hier Flecken, die noch nie auch nur einen Regentropfen abbekommen haben. Tagsüber scheint die Hitze unerträglich zu sein, wobei die Temperaturen nachts jedoch auch weit in den negativen Bereich fallen können. Wenn ihnen dann auch nicht zufällig ein Lama über den Weg hoppelt, gibt es hier oft weit und breit nichts zu sehen. Was für die meisten von Ihnen wahrscheinlich nicht gerade so ansprechend klingt, zieht allerdings weltweit unheimlich viele abenteuerlustige Touristen an, die sich im wahrsten Sinne des Wortes eben an diesem „Nichts“ erfreuen.

San Pedro de Atacama, eine Oase im Nirgendwo

Während die Mutigen in der Atacama Wüste extremsten klimatischen Bedingungen trotzen, können es sich die, die es lieber gemütlich haben wollen, in den Genuss eines hausgemachten Kaffees unter dem freien Sternenhimmel neben einem kleinen Lagerfeuer in eines der beliebten Cafés von San Pedro de Atacama kommen. Dieser 5000 Einwohner Ort ist ein beliebtes Reiseziel für Wüsten-Touristen aus aller Welt und ist mit seinen zahlreichen archäologischen Ausgrabungen, historischen Bauten und Naturphänomenen eine Sehenswürdigkeit für sich. Neben unzähligen Museen und Fundstätten zeichnet sich die Umgebung um den Rio San Pedro mit atemberaubend schönen Landschaften aus. Unbedingt sehenswert sind hier der Los Flamencos Nationalpark und die El Tatio Geysire, wo Sie auch einige der höchsten Wasserfontänen der Welt beobachten können, aber auch ein Erfrischungsbad in der Laguna Cejar ist im Sommer ein Muss und wer denkt, das Death Valley und der Grand Canyon wären eine Augenweide, die haben noch nicht die Valle de la Muerte oder die Valle de la Luna gesehen, denn diese machen vor allem beim Sonnenuntergang mit einem spektakulären Naturschauspiel ihren Amerikanischen Brüdern Konkurrenz.

Die Anden, ein majestätisches Panorama

Etwas weiter südlich werden aus gewöhnlichen Rucksacktouristen plötzlich unerschrockene Bergsteiger, denn wer die kolossale Gebirgskette der Anden, die regelrecht aus der Erde ragt und Chiles Grenze zu Argentinien formt, überwältigen will, dem darf es weder am Entdeckergeist, noch an der Wanderlust fehlen. Sie erwarten brodelnde Vulkane, karge Hochebenen, menschenleere Wüsten, zauberhaft verschneite Gipfel und windumtoste Sechstausender, wo sogar Bergsportler, Mountainbiker und Skifahrer voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Sogar Künstler, Poeten und Autoren fühlen sich von dem landschaftlichen Reichtum angezogen, um sich von der traumhaften Aussicht inspirieren zu lassen.

Valparaíso, die Hafenstadt mit herbem Flair

Valparaíso ist eine Küstenstadt, die vor allem für ihre unkonventionelle und zigeunerhafte Kultur und ihre kunterbunt gestrichenen Häuser berühmt ist und durch ihre zahlreichen künstlerischen Events und dem einmaligen Meeresausblick jedes Jahr Touristen aus aller Welt anzieht. Der historische Stadtkern wurde mit seiner Architektur aus dem 19. Jahrhundert 2003 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Um dem bestechenden Charme dieses Ortes noch näher zu kommen, empfiehlt es sich die Gegend mit einer der 15 Standseilbahnen zu erkunden.

Santiago de Chile, eine Hauptstadt eingebettet zwischen Berg und Meer

Für Hobbyhistoriker oder Großstadtfans ist die mit unzähligen Museen, Parks und Sehenswürdigkeiten geschmückte Hauptstadt, Santiago de Chile, wo moderne und abstrakte Architektur harmonisch auf historische Baukunst trifft, genau richtig. Besonders interessant für Touristen sind hier La Moneda, die Plaza de Armas, die tags und nachts belebt ist und der Cerro Santa Lucia, von wo man auch das Stadtpanorama bewundern kann.

Araukanien, das Paradies Chiles

Im Süden Chiles zeigt sich die wundersame Natur von ihrer schönsten Seite und neben Vulkanen, Geysiren, einsamen Sandstränden, ruhigen Seen und idyllischen Bächen, die schon beim bloßen Anblick in Reisemagazinen Fernweh aufkommen lassen, trifft man hier sogar auf die äußerst gastfreundlichen Ureinwohner Südamerikas und lernt die Traditionen und Kulturen der Mapuche hautnah kennen. Die Fjorde und kleinen Inseln vor der chilenischen Küste sind außerdem ein ausgezeichneter Lebensraum für eine große Artenvielfalt von Meerestieren.

Punta Arenas

Das pittoreske Punta Arenas ist ohne jeden Zweifel eine der schönsten, kleinen Städte und stellt sich im Herzen Patagoniens mit hunderten von farbenfrohen und knallbunten Häusern, Läden und noblen Restaurants zur Schau. Wer dem ganzen Round Trip also noch die Krone aufsetzen möchte, sollte als großes Finale in einem der kulinarischen Restaurants vom malerischen Punta Arenas traditionell chilenisch essen gehen, denn wer noch nie von einer Ensalada a la chilena gekostet hat, ist sicher noch kein Chile-Spezialist.

Ob Sie nun der unerträglichen, trockenen Hitze der Atacama Wüste im Norden Chiles trotzen, die verschneiten Gipfel der Anden bezwingen, entlang der kilometerlangen Sandstrände an Ihrer Bräune arbeiten, oder am vereisten, nebligen und oft sturmgepeitschten Kap Hoorn an der südlichen Landspitze der Küstennation dem Meer lauschen wollen, ist Ihnen überlassen.

Quellen: