
- Heiß, nicht nur die Glut beim Chili am Lagerfeuer - alfred loidl / pixelio.de
Schon oft wurde versucht, einen erhellenden Blick auf den originären Boden dessen zu werfen, was seit Jahrzehnten feurig in zahllosen Kochtöpfen blubbert. Doch ob das weltberühmte Chili con Carne nun nördlich oder südlich des Rio Grande erfunden wurde, ist nebensächlich. Der Name jedenfalls, der schlicht Chilischoten mit Fleisch bedeutet, ist spanischen Ursprungs, was auf den ersten Blick eher für eine mexikanische Erfindung spricht. Allerdings scheint man sich weitestgehend einig, dass die spanischstämmigen Siedler der ältesten texanischen Stadt San Antonio getrocknetes Fleisch, Rinderfett, kleine Chilischoten und Salz in Blöcke pressten, um sie als gehaltvolle Wegzehrung am Lagerfeuer aufkochen zu können. Wichtig war also, einen überaus nahrhaften und haltbaren Eintopf zu erhalten, der sich unproblematisch transportieren und zubereiten ließ: Chili con Carne.
Die vieldiskutierte Frage der richtigen Zutaten für "das echte" Chili
Nach wie vor macht die einfache Zubereitung das Chili zu einem beliebten Klassiker der unkomplizierten Küche. Und so vielfältig wie die Einsatzmöglichkeiten von Chili con Carne ist die Liste der möglichen Zutaten des Eintopfes. In jedes Chili, welches den Namen verdient, gehört natürlich Fleisch und zumindest eine Form von Chilischoten. Doch während das texanische Chili traditionell mit reichlich Rindfleisch ohne weiteres Gemüse zubereitet wird, bevorzugte der ehemalige US-Präsident und Texaner Lyndon B. Johnson sein Chili nach einem Herzanfall ohne das ursprüngliche Rinderfett, dafür mit Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch. Mais und Bohnen als weitere sättigende Zutaten gingen auf die Verbreitung des texanischen Staatsgerichtes in Gegenden des Landes zurück, wo es zwar auch texanisch heiß herging, aber weniger Rindfleisch zur Verfügung stand. Nicht nur arme mexikanische Landarbeiter verwendeten Bohnen, wenn sie nicht ausreichend Fleisch zur Verfügung hatten. Die aber wurden als Chili-Einlage mit der Zeit so populär, dass zumindest die feurig eingelegten Pintobohnen üblicherweise unter dem Namen Chili Beans in Dosen abgefüllt ihren weltweiten Siegeszug antraten.
Heutzutage wird neben den unendlichen Varianten an Chilischoten mit weiteren Zutaten und Gewürzen experimentiert wie beispielsweise Paprika, Früchten, Alkohol und diversen Süßstoffen, darunter Erdnussbutter, Bitterschokolade, Honig oder Melasse – je nach Experimentierfreude und Geschmack.
Chili con Carne – unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten jenseits der Chihuahua-Wüste
Auf Grund der einfachen Zubereitung eignet sich Chili bestens als stilvoller Eintopf für die Versorgung einer größeren Menge von Partygästen und ebenso für Anlässe, bei denen man nicht den ganzen Abend in der Küche stehen möchte und trotzdem ein vollwertiges und ebenso schmackhaftes Gericht heiß auf den Tisch bringen will – beispielsweise Sylvester oder die Weihnachtsfeiertage. Die unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten gehen besonders auf den einzigartigen Vorteil zurück, dass ein gutes Chili con Carne mit jedem Erwärmen besser wird und auch ohne Geschmacks-Einbußen eingefroren werden kann. So kann und sollte das Chili für die Partygäste rechzeitig aufgesetzt, langsam geköchelt und nach dem Abkühlen erneut auf Verzehrtemperatur gebracht werden, um den feurigen Genuß zu optimieren. Doch die traditionellste Art des Chili-Genusses wäre also tatsächlich am Lagerfeuer in so unwirtlichen Gegenden wie der Chihuahua-Wüste im Grenzgebiet von Texas und Mexiko – wenn die aber doch zu weit weg ist gerne auch am Strand, ganz rustikal aus der Blechdose.
Das Chili am Lagerfeuer: Unkompliziertes Rezept nicht nur für Camper
Tatsächlich braucht man für das Camper-Rezept eines richtig guten Chilis keine extravaganten Kochkenntnisse und nicht mehr als ein Lagerfeuer (oder Campingkocher), eine Pfanne mit hohem Rand (vorzugsweise gusseisern), einen hölzernen Kochlöffel, ein Gemüsemesser, Dosenöffner, mehrere Esslöffel sowie folgende Zutaten, die es zu einem universellen Chili con Carne machen:
- Das Fleisch: Je nach Geschmack Rinder- oder Schweinehack, etwa 100 g Pro Person. Für echte Männer kann zusätzlich Rindfleisch in Würfeln beigegeben werden.
- Das Gemüse: Getrocknete Chilischoten gehackt, Zwiebeln sowie geschälte Tomaten, Kidneybohnen und Mais in Dosen.
- Die Würze: Salz, Pfeffer, Chilipulver, Olivenöl.
Die einfache und strandtaugliche Zubereitung des Lagerfeuer-Chilis
Die Zubereitung des Lagerfeuer-Chilis beginnt mit dem Anbraten der gehackten Zwiebeln und der Rindfleischwürfel in reichlich Olivenöl, sobalf die Pfanne auf dem Feuer Betriebstemperatur erreicht hat. Dann wird das Hackfleisch dazugegeben und in wenigen Minuten gut durchgebraten. Anschließend wird das Bratgut mit dem Wasser aus den Konservendosen aufgegossen und zunächst mit einer zurückhaltenden Menge Chilischoten angereichert. Als nächste Gemüseeinlage kommen dann die Bohnen hinzu, dann geschälte Tomaten und Mais. Das langsam köchelnde Chili stets gut umrühren und nach und nach mit Salz, Pfeffer und Chilipulver auf die gewünschte Würzstufe bringen. Aus den freigewordenen Konservendosen gelöffelt kann sich ruhig das eine oder andere Sandkorn ins Chili verirren, das putzt zusätzlich den Magen. Je nach Scoville-Resistenz der Hungrigen kann mit weiteren Chilischoten verschärft werden – doch Vorsicht, dieses Rezept sieht keine lindernden Beilagen wie geriebenen Käse, Weißbrot oder Schmand vor. Sowas hatte man damals in der Chihuahua-Wüste schließlich auch nicht dabei.
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