Chili: das schärfste Gewürz mit Kultcharakter

Chili: stärkt das Immunsystem - Gänseblümchen/Pixelio.de
Chili: stärkt das Immunsystem - Gänseblümchen/Pixelio.de
Chili erfreut sich so großer Beliebtheit, dass ihre Saucen sogar zum Sammelobjekt wurden und auch Homepages befassen sich mit dem scharfen Fitmacher.

Während die einen Briefmarken sammeln, ergötzen sich andere am Anhäufen von Biergläsern. Begehrte Sammlerstücke sind auch gläserne Briefbeschwerer. Wollte man all diese Leidenschaften aufzählen, bräuchte man mehrere Stunden. Eine neue Leidenschaft besteht im Sammeln von Hot sauce. So soll es schon einige "Sammelwütige" geben, deren Objekt der Begierde ganze Wände füllen. Die meisten Sammler sind jedoch an den Labels interessiert. Denn die Abbildungen darauf sind oft witzig und manchmal verteilen sie saftige Seitenhiebe. Mit “Monica on her knees” wird zum Beispiel auf Bill Clintons Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky angespielt. Was aber gibt es zum Inhalt der Fläschchen zu sagen, die von erwähnten Etiketten verziert werden?

Warum Chili auch als Spanischer Pfeffer bekannt ist

Wenn einer wünscht, jemand möge sich dahin scheren, wo der Pfeffer wächst, könnte es problematisch werden. Wohin soll dieser „Jemand“ gehen? Ist der übliche schwarze Pfeffer gemeint, so könnte es sich um die Malabarküste im südlichen Indien handeln.

Ist aber der Spanische Pfeffer gemeint, würde der Weg nach Südamerika führen. Denn Chili ist auch unter dem Namen „Spanischer Pfeffer“ bekannt. Dass es zu dieser Bezeichnung kam, ist allein einem Irrtum von Christoph Kolumbus zu verdanken. Denn der brachte aus der Karibik eine Pflanze mit, von der er vermutete, es handele sich dabei um eine verwandte Pflanze des aus Indien bekannten Pfeffers. Im Glauben, sich in Indien zu befinden lag dies nahe. So wurde die Chilipflanze mit dem Namen „Pimienta“ bedacht, was im Spanischen „Pfeffer“ heißt. Tatsächlich sind der Pfeffer und der Spanische Pfeffer botanisch nicht miteinander verwandt.

Feurig-scharf: Capsaicin

Inzwischen möchte man den Chili nicht mehr missen. Die Artenvielfalt ist enorm. Und mit der Chili ist es wie im wahren Leben: betrachtet man die Blüte einer Chilipflanze, so ist man vom Anblick dieser zarten weißen Blüte fasziniert. Rein und unschuldig scheint diese Pflanze zu sein. Aber jeder, der in eine Schote gebissen hat weiß: sie beißt zurück. Das ist dem Wirkstoff Capsaicin zu verdanken. Wer schon einmal ein Wärmepflaster aufgelegt hat, kennt die „feurige Wärme“, die durch das Capsaicin zustande kommt. Denn dieser Wirkstoff findet bei Wärmepflastern Verwendung und er hat auch nur eine Eigenschaft: Schärfe.

Scoville: Entwickelte Methode zum Messen der Schärfe

Aber scharf ist nicht gleich scharf. Der amerikanische Chemiker Wilbur Scoville (1865- 1942) entwickelte eine Methode zum Messen der Schärfe. Dazu wurde ein Extrakt aus der Chilischote gewonnen und solange mit Zuckerwasser verdünnt, bis keine Schärfe mehr zu spüren war. Nach dieser Methode wurde zum Beispiel ermittelt, dass eine sehr scharfe Vertreterin der Chilischoten, die Habaneros, ca. 300.000-fach verdünnt werden muss. Nach dem Genuss von Chili sollte man auf keinen Fall Wasser trinken, denn damit wird alles nur noch schlimmer. Der Wirkstoff Capsaicin ist nicht wasser- aber fettlöslich. Aus diesem Grund sind Milchprodukte hilfreich, um die Schärfe zu nehmen.

Chili hilft u.a. bei der Gewichtsreduzierung und hat blutdruckregulierende Wirkung

Ganz davon abgesehen, dass beim Genuss von Chili in unserem Körper Endorphine (Glückshormone) freigesetzt werden, scheint sie ein Allroundmittel zu sein.

So wird durch Chili der Stoffwechsel angeregt und ihre gefäßerweiternde Wirkung wirkt sich positiv bei der Bekämpfung von Kopfschmerzen aus. Chili wird ebenso eine blutdruckregulierende Wirkung nachgesagt und eine Schutzfunktion für die Arterien. Generell wird durch den Genuss von Chili das Immunsystem gestärkt.

Dennoch sollte bei Beschwerden wie hoher Blutdruck, anhaltenden Kopfschmerzen und Stoffwechselstörungen der Rat eines Arztes eingeholt werden.

Quelle: chilipepper.de

pepperworld.com

Bildnachweis: © Gänseblümchen/Pixelio.de

Christiane Suckert, Christiane Suckert

Christiane Suckert - KURZVITA Persönliche Daten Christiane Suckert geboren am 26.09.1953 in Berlin verheiratet zwei Söhne wohnhaft in ...

rss