Chinesisch lernen – das Zertifikat HSK 1

Das Zertifikat HSK 1 ist ein von China offiziell anerkannter Nachweis grundlegender Fähigkeiten in der chinesischen Sprache und Schrift.

Immer mehr Deutsche lernen zumindest ein wenig Chinesisch. Wer Kenntnisse in dieser Sprache offiziell nachweisen will oder muss, der kommt nicht darum herum, eine Prüfung abzulegen. Hier bieten sich die verschiedenen HSK-Prüfungen an. Die Grundlegendste ist HSK 1.

HSK ist die Abkürzung von „Hanyu Shuiping Kaoshi“

HSK steht für „Hanyu Shuiping Kaoshi“, das bedeutet soviel wie „Chinesisch-Niveau-Prüfung“. Es bezeichnet eine Reihe von Prüfungen, die 1990 in China entwickelt und zuletzt 2010 überarbeitet wurden. Die Prüfungen sind offiziell anerkannt, etwa für die Zulassung ausländischer Studenten an chinesischen Universitäten.

Entwickelt werden die Tests – in Zusammenarbeit mit einer eigens hierfür eingerichteten Kommission – vom Erziehungsministerium der Volksrepublik China. Abgelegt werden können sie nur an ausgewählten Testzentren, etwa den Konfuzius-Instituten in aller Welt.

Die einzelnen Prüfungen sind entsprechend ihrem Schwierigkeitsgrad nummeriert. Die Schwierigste ist dabei HSK 6, die Einfachste HSK 1. Für jede erfolgreich abgelegte Prüfung erhält man ein Zertifikat, mit dem man beispielsweise auch Arbeitgebern gegenüber seine Sprachkenntnisse nachweisen kann.

Man braucht kein wandelndes Wörterbuch zu sein

Aber was genau bedeutet es, wenn jemand das HSK-1-Zertifikat vorweisen kann? Oder anders gefragt: Was muss man alles lernen, um dieses Zertifikat zu bekommen? Die Antwort ist: überraschend wenig. Ein wandelndes Wörterbuch muss man nicht werden. Tatsächlich umfasst die erste HSK-Prüfung nur einen Wortschatz von 150 Vokabeln.

Keine chinesische Übersetzung, aber einfache Sätze und Fragen

Mit so wenig Wörtern ist natürlich ein normales Gespräch oder die Übersetzung eines Textes noch nicht möglich. Es wird aber erwartet, dass der Prüfling einfache Sätze bilden und Fragen stellen kann. Hierzu müssen selbstverständlich die Grundzüge der chinesischen Grammatik beherrscht werden – die glücklicherweise im Vergleich zu europäischen Sprachen recht einfach ist.

Die Wörter selbst sind so ausgewählt, dass sie bei einem ersten Aufenthalt in China von Nutzen sind – sei es, um Situationen des täglichen Lebens zu meistern, sei es, um einen gewissen Kontakt zu Einheimischen herzustellen. Hierzu gehören die Zahlen von Null (chinesisch „ling“) bis zehn („shi“), aber auch Bezeichnungen für besondere Orte wie etwa Krankenhaus (yiyuan) oder Restaurant (fanguan) und Personen, etwa Mutter (mama), Vater (baba) oder Arzt (yisheng).

Natürlich gehören zum Wortschatz auch häufige Verben wie sehen (kan), hören (ting), essen (chi) oder trinken (he). Auch Begriffe wie Reis (mifan) oder Tee (cha) werden vorausgesetzt, ebenso natürlich Fürwörter wie ich (wo), du (ni) oder er (ta). Auch die besondere Situation des Lernenden ist berücksichtigt – mit Ausdrücken wie Lehrer (laoshi), Schule (xuexiao) oder eben Chinesisch (Hanyu).

Chinesisches Hörverständnis ist wichtig

Einige Wörter für Verneinung (nicht, „bu“), Höflichkeitsfloskeln (danke, „xiexie“), Zeitangaben (heute, „jintian“) und nicht zuletzt die typisch chinesischen Zähleinheitswörter runden das Ganze ab.

Zur Prüfung gehört ein Test des Hörverständnisses. Der Schüler muss also die Aussprache der Wörter kennen – und das bedeutet vor allem, dass er die verschiedenen Töne der chinesischen Sprache beherrscht. Aber das ist noch nicht alles: Schon auf diesem niedrigen Niveau findet auch eine Überprüfung des Leseverständnisses statt.

Chinesische Schrift muss ansatzweise beherrscht werden

Obwohl auch die chinesischen Schüler für bestimmte Zwecke die Schreibweise in lateinischen Buchstaben lernen, das sogenannte Pinyin, muss der Schüler in der Prüfung zum HSK 1 alle 150 Wörter in chinesischer Schrift lesen können. Und spätestens das macht die Vorbereitung dann doch ein wenig aufwändiger.

Gerade aufgrund seines geringen Umfangs bietet der Test für das Zertifikat HSK 1 ein erreichbares und motivierendes Ziel für alle, die sich zumindest ein wenig mit der chinesischen Sprache und Schrift beschäftigen wollen. Eindruck schinden lässt sich damit allemal. Und manch einer wird nach erfolgreicher Prüfung sicher die nächste Stufe – HSK 2 – in Angriff nehmen.

Roy Spitzke - Ich habe von 2009 bis 2011 für Suite101 geschrieben. Beispiele dafür, was ich sonst noch veröffentliche, finden sich ...

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