
- 2011 Jahr des Hasen - Irene van Dam, Pixelio.de
Horoskop-Liebhaber eifern den 3. Februar entgegen, denn dann beginnt bei den Chinesen das "Jahr der Hasen“. Somit wird der Tiger laut Chinesischem Tierkreiszeichen von dem kleinen Nager für die nächsten zwölf Monate abgelöst. Das Jahr 2011 soll laut den Experten Glück, Freundschaft, versöhnliche Zeiten, besonders viel Liebe und Genuss versprechen. Sie begründen dies mit der harmonischen, gutmütigen sowie friedliebenden Art des Hasen. Das Langohr meint es nämlich gut mit den Menschen. Davon sind die Anhänger des chinesischen Horoskops überzeugt und hoffen auf Erfolg sowie Glück.
Feldhase soll in Mittelpunkt des Interesses rücken
China ehrt also den Hasen im Horoskop ein Jahr lang. Das wünscht sich die Deutsche Wildtier Stiftung nun auch für den heimischen Feldhasen, laut Geschäftsführerin Birgit Radow. Für sie steht dieses Kleinwild für "ein Meisterwerk der Natur“. Auf dem Feld gilt er als Spitzensportler, der gut 80 Kilometer die Stunde beim Flüchten erreichen kann. Zudem ist er in der Lage drei Meter weit zu springen und zwei Meter in die Höhe. Mit seinen langen Ohren nimmt er die schwächsten Töne wahr und sollen gar in den Wind gestellt, "wie eine Klimaanlage funktionieren“.
Der kleine Nager gilt eigentlich als Einzelgänger, doch wenn der Rammler eine Häsin beeindrucken möchte, geht es hoch her. Er boxt mit seinen Vorderpfoten auf seinen Rivalen ein, "um seine Kräfte zu messen und so die Gunst der Häsin zu erlangen. Schon jetzt kann man den Konkurrenzkampf auf dem Acker beobachten, aber der Höhepunkt der Hasenhochzeit ist erst im März“, so Birgit Radow. "Wir hoffen besonders im Jahr des Hasen auf ein warmes, trockenes Frühjahr. Denn die kühlen, verregneten Wochen überleben viele Junghasen nicht. Feldhasen haben auch andere grundlegende Probleme: Die intensive Landwirtschaft nimmt ihnen die Ackerränder, in denen sie Nahrung und Deckung vor Feinden finden. Und unter den Messern der Mähmaschinen endet so manches Hasenleben tragisch. Das Chinesische Jahr des Hasen bringt hoffentlich viele Menschen dazu, sich für unseren heimischen Feldhasen zu interessieren“, hofft Birgit Radow.
Der Hase in der Literatur
Am Bekanntesten ist das Nagetier im Märchen der Gebrüder Grimm "Der Hase und der Igel“. Hier wird neben der eigentlichen Moral der Geschichte seine Schnelligkeit gegen Schlauheit gegenübergestellt. Der Igel war zwar im Wettlauf nicht schneller als sonst, aber er ist mit Trick schneller ins Ziel gekommen. In der Fabelwelt heißt der Hase Meister Lampe. Dort spielt er vorrangig eine ängstliche Figur. Aus Jean de La Fontaine`s Feder stammen beispielsweise die Geschichten "Der Hase mit den Hörnern“ sowie "Der Hase und die Frösche“. Gotthold Ephraim Lessing hingegen schrieb "Der Löwe und der Hase“.
Hase steht zu Ostern auch im Mittelpunkt
Der Legende nach bringt der Osterhase am Morgen des Ostersonntags die Eier zu den Nestern der Kinder. Doch da ist er nicht der einzige Überbringer: In der Schweiz übernimmt es der Kuckuck, in Thüringen soll es der Hahn sein und in Teilen von Hessen sowie Westfalen wird angeblich der Fuchs vorgezogen. Warum nun aber größtenteils der Hase die Eier bringen soll, dazu existieren keine genauen Angaben. So behaupten die einen, dass das Langohr schnellere Beine hat und somit dem Huhn die Arbeit abnehmen möchte. Geht man nach dem christlichen Symbol, stößt man auf ein Lamm. Deswegen meinen andere, dass vielleicht ein gebackenes Lamm sich mal so schräg verformte, dass es eher einem Hasen glich. Es gibt unzählige Berichte, wie es nun zum Osterhasen kam. Auf jeden Fall steht er seit Jahrhunderten mindestens einmal im Jahr im Mittelpunkt.
Bildnachweis: (C) Irene van Dam von Pixelio sowie schlaufuechse.de
