
- Schwedischer Tannenbaumschmuck - Kirsten Wendt
Die schönste Zeit des Jahres beginnt mit dem Öffnen der Kartons voller Dekorationsmaterial für die Weihnachtszeit. Endlich ist der Advent da, und das Haus kann festlich geschmückt werden. Der wahre Schatz aber liegt unten in der Sammlung: Der Behang für den Tannenbaum. Was über Jahrzehnte zusammengetragen wird, sieht man nur wenige Wochen im Jahr. Vielleicht ist dies der Grund für die Begeisterung an den seltenen, bunten, teuren oder kitschigen Einzelstücken? Mit einigen Teilen verbindet man schöne Erinnerungen, bei anderen kommen Gedanken an den Kauf im Urlaubsland auf, und manche Dinge sind so scheußlich, dass sie schon aus Prinzip zum jährlichen Schmücken des Tannenbaums gehören. Was auch immer der Grund sein mag für die Begeisterung vieler Menschen, es gibt unzählige Varianten des Christbaumschmucks. Hier sind einige davon.
Die Baumspitze und die Tannenbaumbeleuchtung
Ohne Tannenbaumspitze geht gar nichts. Ob oben ein schlichter Stern, ein güldener Engel oder gar eine Baumspitze mit LED-Beleuchtung angebracht wird, ist reine Geschmackssache. Die Spitze gehört einfach dazu und jährlich aufs Neue entbrennt eine Diskussion darüber, wie man den Baum nach oben sichern soll, ohne auf die kostbare Dekoration zu verzichten.
Überhaupt, der Tannenbaum kann durchaus zu handfesten Familienkrachs führen. Wenn der Herr der Hauses auf elektrischen Kerzen besteht, die Kinder sogar noch einen Schritt weitergehen und sich kabellose LED-Baumkerzen wünschen, haben alle oft die Rechnung ohne die heimliche Herrscherin über den Baumbehang gemacht. Mama findet nämlich, dass nur echte Wachskerzen an den Baum gehören. Die einzige Frage besteht für die Mutter ohnehin nur darin, ob die Kerzen in Pendel- oder Klemmhaltern stecken werden.
Zum Glück gibt es den Trick des Verschiebens: Dem Familienkontrahenten kann einfach versprochen werden, dass er im nächsten Jahr ganz bestimmt den Tannenbaum so gestalten darf, wie er es will. Er wird bestimmt nicht daran denken, rechtzeitig sein heißgeliebtes Lametta zu kaufen.
Christbaumschmuck aus Schweden
Denken wir an Weihnachten in Schweden, fallen uns automatisch Astrid Lindgrens zauberhafte Geschichten rund um Pippi Langstrumpf, Madita und Michel aus Lönneberga ein. So sind auch die Elemente hoch aus dem Norden oft traditionell und handgefertigt. Typische Figuren finden sich in Wichteln, Elfen, Engeln und Rentieren wieder. Moderner Schwedenschmuck ist häufig pastellfarben und erinnert an ein bekanntes Einrichtungshaus, wirkt jung und bunt.
Der amerikanische Tannenbaum
In den USA glitzert, blinkt und leuchtet es zur Weihnachtszeit wie nirgendwo sonst auf der Welt. Es kann nicht überladen genug sein und das Wort Stromverschwendung existiert im Dezember nicht. Die Dekorationsmöglichkeiten für den Christbaum sind schier unendlich. Vom traditionellen Santa Claus auf seinem Schlitten über riesige Kristall-Schneeflocken bis hin zum Baseballspieler samt Schläger ist alles erlaubt. Besonders beliebt sind Disney-Figuren, die das ganze Jahr über neben all den anderen tollen Stücken in Christmas-Shops angeboten werden.
Glasschmuck aus der DDR
Wenn das nicht ein gelungenes Zeichen der Wiedervereinigung ist. In ganz Deutschland ist alter DDR-Baumschmuck begehrter denn je. In Thüringen wurden schon vor hundert Jahren die filigranen Formstücke mundgeblasen und die Tradition unter anderem von der Glasbläserei Lauscha fortgeführt. Eine richtige Liebhaber-Sammlung kommt um einige Stücke dieser geschichtsträchtigen Formteile nicht herum.
Strohsterne, Zuckerstangen und Fliegenpilze
Erlaubt ist, was gefällt. In den 80ern waren die meisten Tannenbäume Ton in Ton gehalten. Dieser oft etwas langweiligen Attitüde sind wir glücklicherweise entkommen. Egal, ob ein richtiger Kinder-Tannenbaum mit Süßigkeiten, selbst gebastelten Strohsternen und getrockneten Mandarinenschalen bevorzugt wird, oder ob die ganze Sammlung mit Fliegenpilz-Clips, Lebkuchenfiguren und Glas-Froschkönig den Weihnachtsbaum schmückt, das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt mit all seinen Dekorationsmöglichkeiten.
