Christian Bale - Portrait eines extremen Schauspielers

Christian Bale 2008 - ewanjudecolinchristian
Christian Bale 2008 - ewanjudecolinchristian
Christians Bales Ruf und Stellung als Schauspieler in Hollywood, seine wesentlichen Markenzeichen und die bemerkenswertesten Schauspielleistungen in Filmen.

Christian Bale gilt als einer der markantesten Schauspieler unserer Zeit, welcher nicht nur durch den kommerziellen Erfolg seiner Filme, sondern auch durch seine extreme Wandlungsfähigkeit in Aussehen und Darstellung immer wieder überzeugt hat.

Ein ganz besonderer Ruf

"Christian Bale ist der dynamischste Schauspieler seiner Generation" - Sam Worthington

"Mit Christian zu arbeiten ist eine Erfahrung, die jeder Schauspieler haben sollte" - Amy Adams

"Er war wie ein geborener Schauspieler am ersten Tag seiner Karriere" - Steven Spielberg

Von der Öffentlichkeit wird Christian Bale (*30.01.1974) gern als ein äußerst impulsiver und exzentrischer Schauspieler wahrgenommen, welcher stets für seine Rollen bis an die körperlichen Grenzen geht. Bale steht für Filmcharaktere mit Tiefgang und Zwielichtigkeit, aber auch für eigene verbale Entgleisungen und Eigensinnigkeit. Lange Zeit galt Bale als Independent-Schauspieler für sehr spezielle Filme, bevor er mit Batman Begins 2005 seinen endgültigen kommerziellen Durchbruch feiern konnte. Bale zeichnet sich und seine Figuren durch viel Charakter aus, und er verfügt über viele Merkmale, die einen meisterhaften Schauspieler auszeichnen.

Markenzeichen von Christian Bale

Akzente

Christian Bale besitzt die Eigenschaft, seinen Akzent für die Rollen, die er in verschiedenen Filmen spielt, zu verändern. Beispielsweise spricht er in Rollen, in denen er einen amerikanischen Charakter spielt, immer mit einem dazu passenden amerikanischen Akzent, auch bei Interviews im amerikanischen Fernsehen. Er will damit keine Verwirrung erzeugen, warum ein scheinbarer US-Schauspieler plötzlich mit einem Akzent aus Übersee spricht. Seine walisische Herkunft ist daher für viele Leute eine Überraschung. Sein Talent fürs schnelle Wechseln von Akzenten hat Bale wohl aus seiner Jugend, in der er mit seiner Familie in vielen Ländern herumkam.

Chamäleon

Am deutlichsten ist bei Christian Bale wohl die Bereitschaft hervorzuheben, seinen Körper für die Erfordernisse der Rollen anzupassen. Für Filme wie The Machinist, Rescue Dawn und The Fighter setzte sich Bale stets auf strenge Diäten, um die ausgemerkelten Charaktere dieser Filme spielen zu können. Umgekehrt nahm er massiv durch Ernährung und Fitnesstraining wieder zu, wenn es um körperlichere Rollen wie in American Psycho oder den Batman-Filmen ging. Das schnelle Verändern des Köpergewichts zwischen zwei Filmen haben Bale dabei oft auch gesundheitlich Strapazen beschert, allerdings gilt er dank dessen auch als Chamäleon-Schauspieler.

Ausdruck

Was die Schauspielerei anbelangt, stellen Christian Bales Rollen einerseits oft Helden im Zwielicht dar, die sich mit klaren Schwächen konfrontiert sehen. Andererseits spielte er zuweilen auch zweifelhafte Charaktere, welche einer Bessesenheit nachgehen und eine zweifelhafte Vergangenheit besitzen. Ein Sonnyboy-Image passte zu Bales Ausdruck bislang ebenso wenig wie die Rolle des bequemen, eindimensionalen Filmhelden.

Bemerkenswerte Leistungen - eine Auswahl der besten Filme mit Christian Bale

Empire of the Sun (1987)

Bales erster großer Spielfilm wurde von keinem Geringeren als Steven Spielberg gedreht. Der damals erst zwölfjährige Christian setzte sich beim Casting gegen 4.000 Konkurrenten durch. Der Film behandelt einen Jungen, welcher getrennt von seinen Eltern in den 2. Weltkrieg zwischen China und Japan hineingezogen wird. Die Thematik des Films ist also durchaus ernst, und so entsprachen auch die Anforderungen für Christian Bale nicht denen eines typischen Kinderstars.

American Psycho (2000)

Mit der Hauptrolle in der gleichnamigen Verfilmung von Bret Easton Ellis sozialkritischem Roman American Psycho wurde der erwachsene Christian Bale dem Filmpublikum erstmals richtig vorgestellt. In American Psycho spielt Bale einen Yuppie der überschwänglichen 80er Jahre, welcher durch die Leere in seinem von Terminen und Banalitäten dominierten Leben den Verstand verliert. Die große Leistung Bales bestand in der Darstellung eines Frauen mordenden Menschenhassers, welcher seine Abgründe durch aufgesetzte Coolness nur schwer kaschieren kann.

Equilibrium (2002)

Kommerziel ein Flop, zählt Equilibrium doch zu Bales besseren Filmen, da er in einer SciFi-Version einer totalitären Gesellschaft mit unverkennbaren Parallelen zu Orwells 1984 spielt. Christian Bales Rolle ist hier die eines sogenannten Klerikers, eines Vollstreckers mit dem Auftrag der Diktatur, alle Ursachen menschlicher Emotionen zu zerstören. Bis er eines Tages die Seiten wechselt.

The Machinist (2004)

Was Christian Bale bereit ist, für eine Rolle seinem Körper anzutun, wurde nirgendwo sonst so deutlich wie im Thriller The Machinist. Für die Rolle eines von Schlafmangel traktierten Fabrikarbeiters mit einem dunklen Geheimnis verlor Bale offiziell 63 Pfund, was als Rekord unter den Schauspielern angesehen wird.

Rescue Dawn (2006)

In diesem Film hat Bale einmal mehr stark abgenommen. Er verlor 55 Pfund für die Rolle des in Vietnam gefangenen Piloten Dieter Dengler, wobei er während des Drehs wieder sein Normalgewicht kontinuierlich herstellte. Die Szenen, in denen er den abgemagerten Gefangenen spielt, wurden ganz am Anfang der Produktion gedreht. Genauso drastisch spielte er auch den Überlebenskampf in der Wildnis des Dschungels. Unter anderem ass er wie jemand, der wirklich von Hunger getrieben ist, echte Würmer vor laufender Kamera.

Terminator: die Erlösung (2009)

Weniger für seine Schauspielleistung als vielmehr für seinen Wutausbruch während der Dreharbeiten wurde Bale für diesen Film nicht nur berühmt, sondern von da an auch berüchtigt. Die aufgezeichnete und auf YouTube überall hörbare verbale Entgleisung, in der er innerhalb von 3 Minuten das F-Wort ungefähr 30mal ausspricht, ist ebenso populär geworden wie Bales Filme selbst.

The Fighter (2010)

Stärker als je zuvor hat sich Bale bei diesem Film an die Verkörperung einer realer Person gehalten. Hier verkörperte er den drogensüchtigen und ausgezerrten Boxer Dick Ecklund, welcher versucht, seinem Bruder Micky Ward zu dem Ruhm zu verhelfen, den er sich selbst zerstört hat. Bale hielt sich sehr eng an den echten Dick Ecklund, um seine Bewegungen und sein Verhalten perfekt zu imitieren. Für seine Leistung in The Fighter wurde Bale u. a. 2011 mit dem Golden Globe und dem Oscar als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

Die Batman-Filme: Bewertung und Ausblick

Als 2003 beschlossen wurde, die Batman-Franchise neu zu starten, wurde nach einem geeigneten Schauspieler für die Rolle des Bruce Wayne und seines Alter Egos, Batman, gesucht. Drehbuchautor David S. Goyer merkte dazu an: "Sehr viele Schauspieler können Batman verkörpern, und sehr viele können Bruce Wayne verkörpern, aber nur die wenigsten können beides." Bale brillierte in den ersten beiden neuen Batman-Filmen, Batman Begins (2005) und The Dark Knight (2008), welche ihn zum endgültigen Superstar machten. Zur Zeit steht er ein drittes Mal für The Dark Knight Rises (2012) vor der Kamera.

Quellen: