
- Hardebusch: Jenseits der Drachenküste - Heyne
Piraten, Drachen und verfeindete Mächte prägen die Sturmwelt und Corbane und waren Schauplatz der ersten beiden Romane der Sturmwelten-Reihe. In „Jenseits der Drachenküste“ führt Christoph Hardebusch noch einen weiteren Kontinent ein, dessen Herrscher in die entscheidende Schlacht eingreifen werden.
Jenseits der Drachenküste liegt das Reich des Drachenkaisers
Das Schwarze Schiff und seine geheimnisvolle Ladung sind nach Osten unterwegs. Roxane und Jaquento haben die Schlacht mit den Drachen vor der Küste Hiscadis überlebt und nehmen die Verfolgung auf. Nach Wochen auf See gelangen sie in Gestade jenseits der Drachenküste, in ein Reich, zu dem das Inselreich Thaynric keinen Kontakt pflegt und in dem der sagenumwobene Drachenkaiser herrscht. Doch auch ihre Feinde sind dorthin unterwegs, scheinbar mit Unterstützung der Compagnie. Admiral Thyrane leitet im Namen der Königin Thaynrics eine Untersuchung, die das herausfinden soll. Doch können seine in der Sturmwelt gesammelten Beweise Admiralität und Krone überzeugen?
Christoph Hardebusch bleibt dem Thema Freiheitskampf der Sturmwelten-Bücher treu
In „Jenseits der Drachenküste“, dem Abschlussband seiner Sturmwelten-Trilogie, führt Christoph Hardebusch die Handlungsstränge schrittweise zusammen. Im Land des Drachenkaisers – einer Fantasy-Version des alten Chinas – kommt es zur finalen Schlacht um die Fracht des Schwarzen Schiffes (der Todsünde), in die nicht nur der Pirat Jaquento und seine Geliebte Roxane verwickelt werden, sondern auch der Dichter Franigo. Franigo darf jedoch erst eingreifen, nachdem er erlebt hat, wie die Revolutionen in Geronay und Hiscadi den Weg der Französischen Revolution gehen – der Terror führt zu Machtkämpfen, aus denen ein fähiger General als Sieger hervorgeht.
Bis zuletzt bleibt Hardebusch also den historischen Vorbildern treu. Nur im Land jenseits der Drachenküste gelingt ihm das nicht so gut. Es mag daran liegen, dass er die Hauptgeschichte um die Fracht vorantreiben will, doch die Beschreibungen von Land und Leuten sind längst nicht so lebendig und ausführlich wie die der Sturmwelt im ersten Band der Trilogie. Auch das Spielerische, Abenteuerliche, das mit der Piraten-Thematik einherging, fehlt in „Jenseits der Drachenküste“. Geblieben ist hingegen das Motiv des Freiheitskampfes, das die Sturmwelten-Romane durchzieht.
„Jenseits der Drachenküste“ ist der letzte Band der Sturmwelten-Trilogie
Am Ende des sprachlich gelungenen Romans „Jenseits der Drachenküste“ ist die Hauptgeschichte der Sturmwelten-Trilogie abgeschlossen. Doch Hardebusch lässt noch ausreichend Raum in der Entwicklung der Charaktere, dass eine Fortsetzung nicht ausgeschlossen ist. Derzeit hat der Autor jedoch noch keine Pläne für eine Rückkehr in die Sturmwelten, sondern arbeitet an einem neuen Fantasy-Projekt, wie Hardebusch im Interview verrät.
Christoph Hardebusch: Jenseits der Drachenküste. Sturmwelten 3. Heyne 2010. Broschiertes Taschenbuch, 528 Seiten. Euro 14,00 (Österreich 14,40).
