Es soll Menschen geben, die sich nicht mit dem glatt gelutschten Einheitsblech des heutigen europäischen Automobilmarktes abspeisen lassen wollen. Für die ein Fahrzeug mehr ist als Parkproblem, Kinderkarren-Transport oder gar Kfz – nämlich Leidenschaft. Und es soll ein Land jenseits des großen Wassers im Westen gegeben haben, das seine Energie einst für die Kreation automobiler Schmuckstücke verwendete und etwas weniger für gewaltsame Außenpolitik. Da damals ein großer, solider Motor einfach dazu gehörte, haben viele dieser chromglänzenden Kreuzer die Jahrzehnte überdauert und sind heute auch auf deutschen Straßen zu bewundern.

Rock'n Roll für die Sinne: Lebensgefühl US-Oldtimer

US-Oldtimer transportieren mehr als die Passagiere unter dem gereiften Blech. Wer kann sich schon dem Lebensgefühl erwähren, welches von den couchigen Rückbänken der Straßenkreuzer weht, von blitzenden Heckflossen gespiegelt wird und im sonoren Brummen eines V8-Bigblocks wiederhallt? Erinnerungen werden geweckt wie durch Gerüche: Das süße Popcorn des ersten Hollywood-Blockbusters; die beschlagenen Heckscheiben im Autokino; der mit Leder und Benzin geschwängerte Duft des Highways. Wer es nicht selbst erlebt hat, kann zumindest ein US-Car fahren – und dabei jede Menge Gleichgesinnter treffen.

Des Deutschen Freizeit – auf US-Car Meetings

Kaninchenzüchter, Schriftsteller und Oldtimerfreunde haben Eines gemeinsam. Sie treffen sich gelegentlich, um ihre neuesten Schätzchen, Weiterentwicklungen und die ganz großen Würfe in fachkundigem Kreis vorzustellen. Oft gibt es Pokale, manchmal wird sogar zusammen gegrillt. Und da besonders die Freunde der amerikanischen Oldtimer lebenslustige Zeitgenossen sind, gehören auch schon mal die Rauchzeichen eines Burnouts, laszive Models mit Lack-polierenden Hot Pants oder Straßenkreuzer dazu, die hydraulische Gymnastik treiben. US-Car Meetings sind immer eine hervorragende Gelegenheit, die Ärgernisse des Autofahrens zu vergessen und die attraktiven Seiten der Automobilkultur jenseits von Ohrläppchen-Airbag und 3-Liter-Auto zu erleben. Hier gibt's viel mehr drei Liter Hubraum – mindestens.

Internationale Liebe amerikanischer Traumwagen

Amerikanische Traumwagen der Baujahre zwischen Zweitem Weltkrieg und Kambodscha haben es heutzutage nicht immer leicht, denn das Image von Sprit-vernichtenden Werkstatt-Parkern bleibt hartnäckig. Trotzdem treffen sich auch in Deutschland regelmäßig Besitzer solch edler Fahrzeuge, die ihrer Leidenschaft in ganz Europa nachgehen. Besonders die skandinavischen Länder bringen immer wieder Showcars in liebevollem Originalzustand oder eigenständiger Weiterentwicklung der klassischen Design-Kurven von Cadillac, Chrysler, Chevrolet – nicht die heutigen Koreaner –, Dodge, Pontiac usw. mit. Ob das an den niedrigeren Benzinkosten durch geringeres Steueraufkommen und andere Preisbremsen, TÜV-Hürden oder den langen Werkstatt-Nächten jenseits der deutschen Grenzen im Hohen Norden liegt? Jedenfalls kann so jedem etwas Hochglanzpoliertes geboten werden, ganz gleich ob Fan von Limousinen, Muscle Cars, Hot Rods oder klassischen Pick-Ups. Darüber hinaus befriedigen oft Ersatzteilmärkte, Merchandising-Stände und Fastfood-Schleudern die Bedürfnisse der Design- und Tuning-Hungrigen.

Träumen erlaubt: Der eigene Oldtimer

Sicher kann nicht jeder seinen Ford Fiesta gegen einen 64er Mustang eintauschen, um seinen täglichen automobilen Notwendigkeiten nachzukommen. Doch wer sein Herz wirklich einmal an einen der Oldtimer mit gereiftem Charakter verloren hat, der wird auch gerne mit Fahrrad oder anderen Spritspargeräten zur Arbeit fahren, wenn dafür am Wochenende sein Schätzchen auf Weißwandreifen auf ihn wartet. Doch sollte man ein paar Dinge dabei nicht vergessen: Wer einmal den Geruch des Leders seines eigenen Oldtimers in der Nase hatte, wird es nicht vergessen – ebenso wenig Zeit und Geld, welche in die Instandhaltung der traditionellen Technik geflossen sind. Weiterhin sind Liebesgeschichten verbreitet, die mit einem heftigen Flirt begannen, doch den Reiz des neuen Alten nicht erhalten konnten – dann wird oft ein neues Projekt in Herz und Garage geparkt. Wer achtet bei hochdrehender Leidenschaft schon aufs Geld?

P.S. Klimawandel und durstige PS-Monster

Noch eins zum Abschluss: Damit auch spätere Generationen etwas vom attraktiven automobilen Erbe vergangener Jahrzehnte haben – und auch eine Landschaft, durch die sie im glänzenden Blechkleid cruisen können – kann man es wie Vorzeige-Amerikaner und Klimaschützer Schwarzenegger machen und sich in seine ausladende Karosse anstatt durstiger PS-Monster moderne, schadstoffarme Technik einbauen lassen. Sicher hat die ihren Preis, doch welche Liebe hat das nicht?

Einen guten Überblick über anstehende Termine in Ihrer Nähe findet sich auch auf den Events-Seiten kostenloser US-Car-Magazine.