
- Cissé stürmt auch gegen Wolfsburg - Joachim Hahne
„Rien ne va plus“ – ist eine vornehmlich in Spielbanken beim Roulette verwendete Redewendung. In diesen Tagen trifft dies auch auf König Fußball zu. Noch hat die Transferbörse in der Fußball-Bundesliga geöffnet. Erst am Mittwoch, 31. August, um 18 Uhr endet der „Schlussverkauf“ im Profifußball. Dann heißt es auch im deutschen „Fußball-Oberhaus „Rien ne va plus“ – rückt der sportliche Spielbetrieb wieder in den Vordergrund. Dann sind Fragen und Spekulationen wie „bleibt Ballack in Leverkusen?“, „geht Diego nach Spanien?“, wechselt Raúl doch noch?“. „spielt der Hoffenheimer Ibisevic künftig für die Blackburn Rovers?“ oder „verlässt Freiburgs Topstürmer Demba Papiss Cissé ins Ausland?“, endlich vom Tisch.
Ein Verbleib von Cissé in Freiburg ist nicht mehr unwahrscheinlich
Zu Monatsbeginn lief wenig an der Spielerbörse. „Man wartet ab bis zum Schluss, um den Preis zu drücken“, weiß Dirk Dufner. Der erfahrene Manager des SC Freiburg ist ein Branchenkenner. Und in diesen Tagen selbst vom Wechsel-Hickhack betroffen. Demba Papiss Cissé heißt das Objekt der Begierde. Der 26-jährige Senegalese hatte am vergangenen Sonntag bei einem SWR-Interview selbst das Wechselkarussell um seine Person in Schwung gebracht, nach dem bis zum Mittwoch dieser Woche noch keine Offerten für den Stürmer des SC Freiburg vorlagen. „Ich will weg, etwas neues ausprobieren“, ließ er vor laufender TV-Kamera verlauten. Gesagt – getan. Es flatterten der Geschäftsstelle des Sportclub tatsächlich die ersten Offerten auf den Tisch. Vom englischen FC Fullham, von Rubin Kasan aus Russland und einem bislang ungenannten französischen Club.
Und Cissé macht nicht nur verbal von sich reden. Der Torjäger des SC Freiburg betrieb mit vier Toren in den ersten drei Spielen für den Schwarzwälder Bundesligisten sozusagen „Werbung in eigener Sache“. Und stolze 31 Bundesligatreffer in 51 Bundesligaspielen haben sich natürlich auch bei den europäischen Spitzenclubs der Champions- und Europa-League herumgesprochen.
Sportclub Freiburg peilt gegen Wolfsburg ersten Saisonsieg an
Trotzdem sieht man das Spiel an de Wechselbörse beim SC Freiburg ganz gelassen. Denn etwa 7,4 Millionen vom „englischen Markt“ liegen mehr als deutlich unter den unbestätigt genannten, mindestens 15 Millionen Euro an Ablösesumme. „Aus Respekt vor dem Spieler habe sich der Verein zwar mit den Offerten beschäftigt“, so Dufner. Gleichzeitig ergänzt Dufner, „dass es die Angebote, die sich der Spieler und Verein vorstellen, nicht gibt“.
Und Cissé ist derzeit so etwas wie die sportliche Lebensversicherung des SC Freiburg. Denn Tore des senegalesischen Nationalstürmers sind fast in jedem Spiel garantiert. Und wenn sich dann auch noch die Hintermannschaft der Breisgauer stabilisiert, dann dürfte sich alsbald auch das erste Erfolgserlebnis einstellen. Vielleicht schon am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (Anpfiff: 15.30 Uhr, live bei Sky). Die Freiburger Fans dürfen sich jedenfalls freuen und vielleicht schon wieder aus der Nordkurve die Melodie heraus anstimmen: „Demba Papiss Cissé“ – wenn es wieder im Kasten des Gegners geklingelt hat. „Schaun mer mal“, würde der Fußball-Kaiser hierzu sagen, was sich bis kommenden Mittwoch noch so alles tut. Nach aktuellem Stand könnte es also auch gut sein, dass Cissé weiterhin für Freiburg auf Torjagd geht. Denn ein vorzeitiger Verkauf aus dem bis zum Jahr 2014 laufenden Kontrakt könnte sich für den Sportclub auch noch im Sommer 2012 in barer Münze auszahlen.
