City Leaks Cologne: Die Straße wird zur Galerie

Faith47 - Spielplatz Wissmannstraße - Susanne Hinrichs
Faith47 - Spielplatz Wissmannstraße - Susanne Hinrichs
Lassen Sie sich von der Street Art in ihren Bann ziehen und lernen Sie Köln von einer ganz anderen Seite kennen; fernab von den klassischen Touristenrouten.

Im Sommer letzten Jahres durften sich internationale Street Artist in den Straßen Kölns künstlerisch austoben.

Nach den Veranstaltern „ sollte mit dem CityLeaks Festival 2011 die Aufmerksamkeit in der Gesellschaft für die Street Art gestärkt werden. Jedem ist sie in Form von Graffitis, Aufklebern oder Plakaten schon im Alltag begegnet. Was als eine illegale Bewegung begann, ist mittlerweile zu einer ernstzunehmenden Entwicklung in der zeitgenössischen Kunst geworden. Mit dem Urban Art Festival CityLeaks 01 wurde der Fokus der internationale Kunstwelt nach Köln gerichtet, indem sich die Größen der Urban Art erstmalig konzentriert in der Stadt zusammen fanden, um ihre Werke zu realisieren.“

Neben kleineren Schablonen-Motiven lassen sich nun in Köln über die ganze Stadt verteilt auch großangelegte Fassadenmalereien bewundern.

In Ehrenfeld schimmert dem Betrachter schon von weiten der Schein einer überdimensional großen Madonnen Figur, durch die mit alten Jugenstilhäusern gesäumte Straße, entgegen. Dieses sogenannte Mural wurde von der südafrikanischen Künstlerin Faith47 dort angebracht, die in ihren Arbeiten das Augenmerk des Betrachters auf die einfache Schönheit ihrer Umgebung zu lenken weiß.

Wohingegen der Berliner Street Artist LAKE in einer äußerst expressiven Ausführung an den Sumpf des Kommerzes erinnern will, welche für viel Aufregung bei den Bewohnern des Nachbarhauses sorgte. Seine Darstellung an einer Fassade in der Heliosstraße steht beispielhaft für die anderen Werke des Künstlers, der den Fokus seiner Arbeiten auf die Entfesselung des Individuums aus gesellschaftlich geprägten Verhaltensmustern legt.

Die Reise durch die Stadt und die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten dieser internationalen Kunstbewegung geht weiter auf der Venloerstraße, wo der aus Chile stammende Street Artist Inti ein farbgewaltiges Mural entfaltet hat. Dieses soll durch ikonografische Elemente an die Ureinwohner Lateinamerikas erinnern, die in ihrer Ausführung mit der illustrativen Ästhetik des Graffitis dargestellt werden.

Schon diese ersten drei Beispiele verdeutlichen die Globalität dieser neuen Kunstbewegung, deren Historie, Bedeutung und Potential in direktem Zusammenhang mit der weltweiten Verbreitung durch ihre Macher selbst existiert und stetig wächst. Der wohl ersten Kunstbewegung in der nationale Grenzen oder kulturelle Unterschiede keine Rolle mehr spielen.

Die Artists reisen durch ihre Städte, Länder und weiter. Sie setzen durch ihre bekannten Motive weltweit ihre künstlerischen Statements. Immer darauf bedacht ihre Malereien mit der Umgebung verschmelzen zu lassen, ja sie Teil ihres Werkes zu machen. Aber das wichtigste Mittel der Street Art ist die Kommunikation mit den Passanten, die im direkten Austausch mit dem Künstler und seiner Intention stehen.

Hier in Köln kann man sich nun selbst von dieser Kunst überzeugen lassen. Dafür braucht man nicht in die bekannten Galerien oder Museen gehen, sondern die Werke bei einem Spaziergang durch die Stadt auf sich wirken lassen.

Wer möchte, kann sich zudem auch selber auf der Website der Veranstalter cityleaks-festival.de einen Plan downloaden, der angibt, wo die Fassaden- Künstler tätig waren und sich mit den jeweiligen Hintergrundinformationen auf ihre Spuren begeben.