
- Claudia Hunt, What´s For Tea? - Heyne Verlag
Der Leser, der hier gemeint ist, kann bereits Englisch, er bildet sich sogar ein, die Alltagssprache recht gut zu beherrschen, aber nur so lange, bis er dieses Buch zur Hand nimmt. "How come?" Das liegt wohl daran, dass die Autorin gelernte Fremdsprachenkorrespondentin ist und vierzehn Jahre lang in London lebte. Von dort hat sie auch den englischen Humor mitgebracht, mit dem sie Geschichten, Geschichte, Anekdoten und ein Englisch verflicht, wie man es wirklich spricht, and that's "just what the doctor ordered", isn't it? "What's For Tea?" ist ein humorvoller Leitfaden zum britischen "way of life" und zugleich nützlicher Sprachkurs.
Dinner für One oder die Erfindung des Teebeutels
In den dreizehn Kapiteln erhebt die Autorin keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Frage, worum es in ihrem Buch geht, beantwortet sie selbst mit einem: "It's just a little book about tea and other trivialities." Nennt man das die feine englische Art oder "fishing for compliments"? Claudia Hunt macht neugierig, auf England und seine Sprache, darauf, was es mit der "Bitter Butter" auf sich hat, mit "Cream Tea", "Mushy Peas" oder "Elevenses". Sie tritt dabei in Dialog mit dem Leser, spricht mit ihm abwechselnd Deutsch und Englisch und weist auf interessante Umstände hin.
Zum Beispiel, dass das Gerundium u. a. immer dann gebildet wird, wenn man sich über etwas beschweren möchte. Sie deckt Fallen auf, manchmal bevor ihr fiktiver Dialogpartner hineintappt, besonders in die der verflixten Präpositionen. Das anfängliche "Sie" weicht mit Kapitel Sieben dem englischen "you", und mit der vertrauten Lehrerin an seiner Seite, wagt sich der Leser sogar an "tongue twisters": "She sells sea shells by the sea shore. The shells she sells are surely sea shells. So if she sells shells on the sea shore, I'm sure she sells sea shore shells." This is fun, isn't it?
Oscar Wilde und andere VIPs
Mit William Blake, William Gladstone, Van Buren u.v.a. holt sich die intelligente Lehrerin Co-Edukatoren an die Seite, und plaudert dann derart charmant über die Schriftsteller, Sozialkritiker und Präsidenten, über Oscar Wildes The Importance of Being Earnest, Cucumber Sandwiches und die beste Art sie herzustellen, über Undertaker und Vegetarier, dass der Leser erst seine Sprachhemmung verliert und dann kurzerhand die Koffer packt, um nach England zu fliegen. Between you an me: Natürlich gibt es auch da "TBFTB", die "Too Bigs For Their Britches", aber wo gibt es die nicht? Und so lange der Flug nach London mit seiner so-called "Traffic Jam" dauert, kann man ja das Buch noch einmal lesen, den Frage- und Antwortteil noch einmal durchgehen und Spaß daran haben, wie viel und wie schnell man auf spielerische Art gelernt hat von diesem Englisch, wie es nicht im Schulbuch steht.
By the way, and don't think I'm pulling your leg: "What's for tea?" heißt doch tatsächlich: Was gibt's zum Abendessen? Hätten Sie's gewusst?
Claudia Hunt: What's for tea? Englisch, wie es nicht im Schulbuch steht. Wilhelm Heyne Verlag 2008. Taschenbuch, 208 Seiten. € 7,95 [D] | € 8,20 [A], SFr 14,90
