Clementine Skorpil - Fuchsgeister

Ein historischer Kriminalroman aus dem alten China

Skorpil: Fuchsgeister - Addida Verlag
Skorpil: Fuchsgeister - Addida Verlag
„Fuchsgeister" von Clementine Skorpil handelt von zwei Morden im Peking des Jahres 1693, die von einem jesuitischen und einem chinesischen Ermittler aufgeklärt werden.

Wang Wenming, Sonderbeauftragter für die Ermittlung in Mordfällen, meinte die Audienz beim Kaiser erledigt und die leidige Angelegenheit um die Rehabilitierung des Vaters, der wegen einer Intrige unehrenhaft entlassen und verbannt worden war, geregelt. Er will nur rasch nach Hause zu seiner schwangeren Frau. Doch dann wird er vom Kaiser beauftragt, den Mord an einem ausländischen Mönch, einem Jesuiten, aufzuklären.

Wenig später findet Wang die Leiche eines Gassenjungen, der sich als Lustknabe für Reiche verdingte. Auf den ersten Blick scheinen die Fälle nichts miteinander zu tun zu haben, doch mehr und mehr muss Wang erkennen, dass es zwischen den beiden Toten einen Zusammenhang gibt und – noch unangenehmer –, dass das Kaiserhaus selbst in die Morde verwickelt ist. Wang Wenming wird zum Spielball der Mächte im erbitterten Kampf des ersten und des vierten Prinzen um die Thronfolge: Er wird inhaftiert und gefoltert. Sein Freund und Sekretär Guo Liang verschwindet spurlos …

„Fuchsgeister entführt in ferne und vergangene Kultur

Auf packende Weise entführt der historische Kriminalroman „Fuchsgeister“ von Clementine Skorpil in eine ferne und vergangene Kultur. Das Besondere ist die Perspektive: Ein chinesischer Ermittler muss den Mord an einem Europäer aufklären und kommt dadurch mit der westlichen Kultur in Kontakt. Diese ist in diesem Roman die exotische und fremdartige, der Leser blickt durch die chinesische Brille auf seine eigene Kultur. Bei aller Dramatik und Spannung kommt der Humor nicht zu kurz. Das Aufeinandertreffen von Ost und West bietet die Kulisse für interkulturelle Missverständnisse, die mit Sinn für komische Momente in die Handlung eingebaut wurden.

Autorin Skorpil ist Sinologin

In „Fuchsgeister“, dem Debütroman der 1964 in Graz geborenen Autorin, die in Wien Sinologie und Geschichte studierte, geht es beim Zusammentreffen von östlicher und westlicher Kultur um die zentralen Fragen: Fühlen und denken Chinesen anders als Europäer? Und wenn ja, auf welche Weise? Skorpil hat dreimal vor Ort recherchiert: „Das erste Mal war ich während des Studiums in China. Ich habe ein Dreivierteljahr in Taiwan gelebt. Einmal war ich beruflich als Übersetzerin dort und schließlich habe ich meinem Mann auf unserer Hochzeitsreise das Land gezeigt.“

„Ein historischer Krimi erfordert viel Recherche“

Es dauerte mehrere Jahre, bis der Roman fertig geschrieben war. „Beim Schreiben ist mir erst aufgefallen, was ich alles beim Studium nicht gelernt habe. Ein historischer Krimi erfordert viel Recherche, wenn er fundiert sein soll.“ Die Idee für den Kriminalfall kam Clementine Skorpil während der Diplomarbeit in Sinologie: „Plötzlich fiel mir ein Motiv für einen Mord ein. Ich habe sofort zu schreiben begonnen, und es war unendlich viel spannender als die Diplomarbeit ...“ Der nächste Wang-Wenming-Krimi ist bereits in Arbeit: Es wird um das Thema der chinesischen Beamtenprüfungen gehen.

Clementine Skorpil: Fuchsgeister. Addida Gbr 2007. Broschiert, 356 Seiten. Euro 11,90.

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Ilona Mayer-Zach, Sabine Windsor

Ilona Mayer-Zach - Geboren in Graz, Wahlwienerin. Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften; Medienkundlicher ...

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