Clive Staples Lewis - Die Reise auf der Morgenröte

Im fünften Band der Chroniken schickt C. S. Lewis seine Protagonisten auf eine gefährliche Reise in unbekannte Gefilde Narnias.

C.S. Lewis lässt Edmund und Lucy Pevensie gemeinsam mit deren etwas nervigen Cousin Eustachius neue Abenteuer in bislang unbekannten Regionen Narnias erleben. Auch König Kaspian und die tapfere Maus Riepischiep sind wieder mit von der Partie. Angereichert mit christlicher Symbolik führt Lewis den Leser auf eine gefährliche Reise, an deren Ende der große Löwe Aslan wartet.

Die Ankunft der Pevensies auf der Morgenröte

Waren es in den vorhergehenden Bänden noch ein Wandschrank oder ein sich unvermittelt öffnender Durchgang an einem Bahnsteig, der die Pevensie-Geschwister die wunderbare Welt von Narnia betreten ließ, so ist es diesmal das Gemälde eines in schwerer See segelnden Schiffs, das als Tor nach Narnia dient. Durch dieses Gemälde gelangen Lucy und Edmund Pevensie gemeinsam mit ihrem nervigen Cousin Eustachius nach Narnia. In höchster Seenot werden sie von König Kaspian gerettet und auf sein prächtiges Segelschiff Morgenröte geholt.

Die Jugendlichen erfahren, dass sich Kaspian auf der Suche nach sieben verschwundenen Lords befindet, die vor Jahren von seinem machtbesessenen Vorgänger Miraz auf eine Expedition in unbekannte Gefilde geschickt wurden. Kaspian hofft zudem, auf seinem Weg durch das zu einem großen Teil unerforschte östliche Meer auf das angeblich am Ende der Welt liegende sagenumwobene Land Aslans zu stoßen.

Der beschwerliche Weg an das Ende der Welt

Kaspian und seine Mitstreiter, darunter auch die ritterliche Maus Riepischiep, treffen auf den Einsamen Inseln auf Lord Bern und führen ein kleines Scharmützel mit einer Schar von Sklavenjägern. Auf der Dracheninsel entdecken sie die Leiche eines weiteren Lords. Eustachius verwandelt sich zudem auf wundersame Weise in einen Drachen, wird aber durch Aslan in seine menschliche Gestalt zurückverwandelt. Ihre Reise führt sie weiter zur Todeswasserinsel, auf der sie den toten Lord Restimar finden, und anschließend auf die Insel der Stimmen. Dort begegnen sie den wundersamen Tölpelläufern und dem Zauberer Koriakin, der ihnen eine magische Seekarte überreicht.

Auf der Dunklen Insel werden sie mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert. Sie treffen dort in völliger Dunkelheit auf Lord Rhoop und werden von einem riesigen Seeungeheuer angegriffen. Mit Hilfe eines weißen Albatrosses können sie schließlich der unergründlichen Finsternis entkommen und entdecken auf der nahegelegenen Insel des Sterns die verbliebenen Lords, die in einem tiefen Zauberschlaf verharren.Die Freunde erfahren von dem Mensch gewordenen Stern Ramadu und dessen wunderschöner Tochter, dass der Zauberbann nur aufgehoben werden kann, wenn einer von ihnen an das Ende der Welt segelt und dort in das dahinterliegende Land weiterzieht.

Am Ende der Welt angelangt verabschieden sich Edmund, Lucy und der geläuterte Eustachius von Kaspian und rudern gemeinsam mit Riepischiep in einem kleinen Beiboot zu einem Strand, hinter dem von einer hohen Wasserwand verborgen das Land Aslans liegt. Die tapfere Maus tritt schließlich die Reise in Aslans Land an. Aslan offenbart sich nun den Jugendlichen und lässt sie letztlich in ihre eigene Welt heimkehren.

Narnia - Eine Welt der christlichen Symbolik

Wie bereits in den Bänden zuvor, bedient sich Clive Staples Lewis einer christlichen Symbolik, die seinen eigenen Glauben und seine Wertvorstellungen widerspiegelt. Lewis verwendet dabei zahlreiche Allegorien, um den Bezug seiner fantastischen Geschichte zur christlichen Glaubenswelt mit all ihren Werten und Normen deutlich zu machen. In seinem fünften Band beschreibt er die Suche der Protagonisten nach Aslans Land und konfrontiert diese mit allerlei Versuchungen, die sie von dem "rechten" Weg abzubringen versuchen. Der große Löwe Aslan fungiert hier als Gott und Schöpfer sowie als "liebendes Prinzip". Der Weg in sein Land ist gleichzustellen mit der Sehnsucht des suchenden Menschen nach dem Paradies.

Lewis lässt den in seiner Selbstsucht gefangenen Eustachius als Symbol eines von Gott geläuterten Menschen erscheinen. Die Begegnung des zum Drachen gewordenen Jungen mit dem liebenden und vergebenden Aslan und die daraus resultierende Rückverwandlung in einen Menschen steht hier symbolisch für den Akt der Bekehrung. Der Autor führt darüber hinaus den Leser in der Schlusssequenz des fünften Bandes seiner Narnia-Chroniken zu der Erkenntnis, dass Aslan in der Welt der "Adamssöhne" und "Evastöchter" unter einem anderen Namen zu finden ist.

Fazit

"Die Reise auf der Morgenröte" ist eine unterhaltsame Fantasiegeschichte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Lewis versteht es hier wie kaum ein anderer, den Leser in seine liebevoll gezeichnete Welt zu entführen und neue, aufregende Orte und Figuren erleben zu lassen. Auch diesmal verzichtet er nicht auf seine christliche Symbolik und Wertewelt und erhebt durchaus beabsichtigt den mahnenden Zeigefinger.

C. S. Lewis: Die Chroniken von Narnia - Die Reise auf der Morgenröte. Deutschsprachige Taschenbuchausgabe erschienen 2005 bei der Joh. Brendow & Sohn Verlag GmbH, Mörs. Im Original unter dem Titel ""The Voyage of The Dawn Treader" erhältlich. Übersetzt von Ulla Neckenauer.208 Seiten. € 9,90. ISBN 978-3-86506-085-3

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