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Das Internet-basierte Cloud Computing ist auf einem gutem Weg, sich als eine feste Größe in der IT-Landschaft zu etablieren. Trotz anfänglich verbreiteter Skepsis nimmt laut aktuellen Marktrecherchen in Deutschland das Vertrauen der Anwender stetig weiter zu, Anwendungen, Daten und Infrastruktur auch als Dienste aus dem weltweiten Datennetz zu beziehen.
Analysten prognostizieren stark wachsenden Markt
„Entscheider sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass sich durch Cloud Computing die gängigen Computing-Modelle grundlegend verändern werden", betonen die Marktbeobachter von IDC in Frankfurt am Main. Das gelte sowohl für die technischen Voraussetzungen, das eigene IT-Management sowie die vertragliche Beziehung zum Anbieter. Mit Cloud Computing bietet sich, so die Analysten weiter, ein enormes Veränderungspotenzial. Dies manifestiert sich derzeit in Europa allerdings noch sehr unterschiedlich. IDC geht davon aus, dass die Ausgaben für Cloud-Software-Services wie Cloud-Applikationen, Cloud-Plattform und Cloud-Infrastruktur in Deutschland zwischen 2009 und 2014 jährlich durchschnittlich um 41 Prozent, von 245 Mio. Euro auf 1.380 Mio. Euro, wachsen werden. Damit liegt Deutschland, das Wachstum betreffend, leicht über dem westeuropäischen Durchschnitt von 39 Prozent.
Innovative IT-Unternehmen wie CA Technologies, IBM, Microsoft, SAP und auch Anbieter aus dem Umfeld der Netzbetreiber und Carrier wie Orange Business Solutions oder Verizon Business arbeiten daher unter Hochdruck an der weiteren Umsetzung der großen Vision des Internet-basierten Computings sowie neuer Produkte und Services.
Mit Cloud Computing überholte Strukturen verändern
„Über Cloud Computing nachdenken und sich auf etwas Neues einlassen, um überholte Strukturen zu verändern“, empfiehlt daher auch Karin Sondermann aus der Abteilung DPE Plattform Strategie bei Microsoft Deutschland. Es sei einfach wichtig zu verstehen, wohin der Trend gehe. Beim Thema Cloud Computing handelt es sich eindeutig um die nächste Stufe der IT-Entwicklung: eine logische Fortführung und Konsequenz aus den Themen Service-orientierte Architekturen (SOA), Web 2.0 und Software as a Service (SaaS). Sondermann: „Die Enterprise-Welt mit klassischen Service-orientierten Anwendungselementen und das Internet mit seinen Webapplikationen verschmelzen beim Cloud Computing zu einer gemeinsamen Architektur: Platform as a Service, im Hause Microsoft ‚Software plus Services‘ genannt.“ Die IT-Plattform-Spezialistin geht allerdings davon aus, dass es aufgrund von verschiedenen Regularien wie EU-Vorgaben oder aus Datenschutzgründen auch in der Welt des Cloud Computings immer Online- und Offlinefähigkeiten parallel geben wird. Sondermann erläutert: „Softwarekomponenten werden sicher auch weiterhin klassisch auf Servern installiert, allerdings in Kombination mit Servicekomponenten aus verschiedenen Clouds.“
„Private“ und „Public“ Cloud
Bei Microsoft Deutschland jedenfalls ist man felsenfest davon überzeugt, dass sich diese neue Welt des Cloud Computings fest etablieren wird: Internet-basierte Daten, Software- und Service-Elemente, die man auch als Software as a Service (SaaS) bezeichnen kann, in einer Kombination aus vor Ort oder in einem Rechenzentrum installierten Komponenten. Die erste Stufe des Cloud Computings stellt die Einführung einer sogenannten „Private“ Cloud dar, die dem klassischen IT-Hosting in einem Rechenzentrum verwandt ist. „Hardware, Betriebssystem und höherwertige Anwendungen werden als Service dynamisch bereitgestellt, und zwar so, dass das Abrechnungsmodell auf der tatsächlichen Nutzung basiert“, erläutert Sondermann den Fortschritt. Die zweite Stufe des Cloud Computings bildet eine „Public Cloud“, bei der die Daten, Software und Services irgendwo im weltweiten Netz liegen.
Parallel existierende Definitionen und Cloud-Konzepte
Auch bei „Big Blue" setzt man auf die Zukunft Cloud Computing. In der Diskussion darüber erschwerten allerdings unterschiedliche, parallel existierende Definitionen und Konzepte die Verständigung. Georg Ember, Senior IT-Architekt bei IBM Deutschland, definiert Cloud Computing als „Form der IT-Nutzung, bei der Endbenutzer sowohl Applikationen, Daten und Infrastrukturkomponenten in Form standardisierter Services über ein Netzwerk oder das Web nutzen als auch eine große Anzahl virtueller Ressourcen so steuern können, dass sie wie eine einzige IT-Umgebung erscheinen.“ Bereits heute gebe es eine Vielzahl von Services, die in der Cloud angeboten werden. Die gängigsten davon seien Entwicklungs-Tools, CRM-Applikationen, Textverarbeitungs- und E-Mail-Systeme.
Mehr Geld für Cloud Computing ausgeben als geplant
Die Wissenschaft hat ebenfalls bereits ausgiebig über den neuen IT-Trend aus „der Wolke“ nachgedacht und folgende Ergebnisse vorgelegt: 81 Prozent der in einer aktuellen Studie mit dem Titel „Vernetztes Arbeiten in Wirtschaft und Gesellschaft“ der Universität München befragten Manager in der deutschen Industrie erwarten, dass Cloud Computing letztlich der zukünftige Standard werden und sich vollständig am Markt etablieren wird. Gut 50 Prozent der von Prof. Dr. Tobias Kretschmer und seinen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befragten Personen gehen fest davon aus, dass in den nächsten zwei bis fünf Jahren Cloud Computing beim Abruf von IT-Diensten zum Einsatz kommen wird. Nur vier Prozent rechnen damit, dass sich das Thema in Deutschland nicht durchsetzen wird. 77 Prozent derjenigen, die schon heute entsprechende Technologien einsetzen, befürchten allerdings, dass sie für Cloud Computing mehr Geld ausgeben werden, als ursprünglich geplant. Als Treiber dieser Entwicklung wird von den befragten Managern vor allem der heute geforderte mobile Zugriff auf die Unternehmensentwicklung ausgemacht.
