
- Die CloudSpeaker - Streamforge GmbH
Bei vielen Internetradios sind sie Alltag: Streamabbrüche, hohe Kosten und zudem oftmals auch eine hohe Serverlast. Die etablierten Protokolle Shoutcast und Icecast bieten sicherlich viele und flexible Möglichkeiten, um ein Radioprogramm ins Internet zu übertragen, jedoch haben sie einen entscheidenden Nachteil: Wie viele Hörer erreicht werden können, hängt im Wesentlichen von der Kapazität des Streamservers ab. Das Schweizer Unternehmen "Streamforge" versucht jetzt mit seinem neuen Produkt "CloudSpeaker" Abhilfe zu schaffen. Dabei wenden die Macher das Peer2Peer-Verfahren an, welches durch Skype oder auch Zattoo bereits in einigen anderen erfolgreichen Webunternehmen genutzt wird.
Der Zuhörer ist gleichzeitig Sender bei CloudSpeaker
Die Besonderheit des Peer2Peer-Verfahrens: Das empfangene Signal kommt nicht nur vom Streamserver, sondern auch andere Nutzer geben den Stream an Hörer weiter. Das bedeutet, dass der Hörer Teile des Programms an andere Hörer mit überträgt. Die Folge ist eine wesentlich geringere Serverlast auf dem übertragenden Hauptserver und zudem ein stabileres Signal, da der Nutzer ein von vielen Quellen zusammengesetztes Signal bekommt. Auch deswegen kann CloudSpeaker mit seiner Technologie vergleichsweise günstig bis zu 100.000 Hörer und sicherlich noch mehr erreichen.
CloudSpeaker streamt umweltfreundlich
Zudem ist das Verfahren auch umweltschonend. Dadurch, dass im Wesentlichen weniger Serverlast und auch weniger Ports beim Hauptserver benötigt werden, müssen die Macher von CloudSpeaker nicht sov iele Streamserver unterhalten, wie das bei Shoutcast oder Icecast der Fall wäre. Die Folge ist wesentlich weniger Stromverbrauch, da beim Hören auch der Hörer sich daran beteiligt, dessen Computer beim Hören sowie so läuft. Leider hat dieses Verfahren derzeit noch einige Nachteile. Zum Beispiel ist es im Moment noch nicht möglich, Streams von CloudSpeaker über ein WLAN-Radio oder über eine mobile App abzuspielen. Zumindest für die mobile App steht allerdings eine Lösung ins Haus. Laut den Betreibern sollen in nächster Zeit Programmierhilfen für Android- und iPhone erscheinen. Weiterhin ist es notwendig, dass der Nutzer das Java-Plugin zum Hören eines Senders installiert hat. Möchte er das nicht, wird ein Backup-Stream abgespielt.
Verbreitung von CloudSpeaker ist noch gering
Beim Digital 5 Innovationswettbewerb wurde das Verfahren trotzdem mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Das zeigt, dass die Radioindustrie anscheinend sehr interessiert an dieser Möglichkeit ist, da so mögliche Grenzen der Streamserver umgangen werden können. Die Verbreitung des Dienstes ist derzeit allerdings noch sehr gering. Das Schweizer Internetradio "Radio Swiss Pop" ist derzeit der einzige größere Anbieter, der das Verfahren für sein Streaming benutzt. Für alle Internetradios besteht im Moment noch die Möglichkeit, das eigene Internetradio kostenlos über den Dienst streamen zu lassen und das Verfahren so zu testen.
