
- Morizkirche in Coburg - Harald Rossa
1056 wurde Coburg erstmals urkundlich erwähnt. Richeza, Witwe des polnischen Königs Mieszkos II., übertrug ihren Besitz um Coburg an den Erzbischof Anno von Köln. 1074 wurde auf dem Festungsberg als Nebenkloster des Klosters in Saalfeld das Kloster Sankt Peter und Paul gegründet. Dieses Kloster wurde um 1150 zur Morizkirche verlegt. Die Spuren der Mönche sind heute im Grabungsmuseum zu sehen.
Coburg wurde 1331 Stadt
1331 verlieh Kaiser Ludwig Coburg das Stadtrecht. 1353 erbte Markgraf Friedrich III. von Meißen aus dem Haus Wettin die „Pflege Coburg“ von dem Henneberger Grafen Heinrich. 1485 fiel Coburg nach der Leipziger Teilung den Ernestinern zu. Die sächsischen Kurfürsten waren die größten Förderer der von Martin Luther ausgelösten Reformation. Schon 1524 wurde Coburg protestantisch. 1530 lebte der Reformator fast ein halbes Jahr auf der Veste Coburg. Denn wegen der über ihn verhängten Reichsacht konnte er den Kurfürsten nicht zum Reichstag zu Augsburg begleiten. Herzog Johann Ernst machte Coburg 1542 erstmals zur Residenz. Er ließ das aufgelöste Kloster zum Stadtschloss Ehrenburg umbauen.
Fürstentum Sachsen-Coburg
1586 wurde Coburg Residenz des Herzogtums Sachsen-Coburg. In dieser Zeit bis 1633 unter Herzog Johann Casimir wurde die Veste zu einer Festung ausgebaut und es entstanden etliche Renaissancebauten. Darunter das heutige Stadthaus, das Gymnasium Casimirianum und das Zeughaus 1680 wurde erneut ein Fürstentum Sachsen-Coburg für den Herzogssohn Albrecht geschaffen. Unter ihm begann der Ausbau von Coburg zu einer barocken Residenz. Das bei einem Brand teilweise zerstörte Schloss Ehrenburg ließ er in barocken Formen wieder aufbauen. Was aber die Finanzen des Herzogs, der 1699 starb, ruinierte. Nach längeren Erbauseinandersetzungen entstand das Fürstentum Sachsen-Coburg-Saalfeld unter Herzog Johann Ernst. Den beerbten 1729 seine Söhne Christian Ernst und Franz Josias. Christian Ernst regierte Saalfeld. Franz Josias residierte in Coburg. 1745 erbte Herzog Franz Josias von seinem Bruder den Saalfelder Landesteil. 1806 wurde Sachsen-Coburg-Saalfeld zum Herzogtum erhobenen.
Das 19. Jahrhundert
1826 tauschte Herzog Ernst I. bei der letzten Ernestinischen Landesteilung Sachsen-Saalfeld gegen das Herzogtum Sachsen-Gotha. Der neue Staat nannte sich Sachsen-Coburg und Gotha. Coburg war nun nicht mehr alleinige Residenz. Der Hof wechselte regelmäßig zwischen Schloss Ehrenburg in Coburg und Schloss Friedenstein in Gotha. Beide Territorien behielten einen eigenen Landtag und eine eigenständige Landesverwaltung. Am Anfang des 19. Jahrhunderts ließ Herzog Ernst I. das Residenzschloss Ehrenburg neu gestalten. Die Fassaden des Schlosses wurden nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel neogotisch gestaltet. Innen übernahm der Architekt André Marie Renié-Grétry die klassizistische Neuausstattung. Der ganze Schlossplatz erhielt mit dem 1840 fertig gestellten Hoftheater, den Arkaden und dem erweiterten und neu gestalteten Hofgarten sein heutiges Aussehen.
Das Fürstenhaus Sachsen-Coburg hatte sich zu einer Wiege des europäischen Hochadels entwickelt. Durch Heirat waren die Coburger Herzöge mit vielen Königshäusern Europas eng verwandt. Viele Verwandte wie die Queen Victoria oder Zar Ferdinand von Bulgarien kamen regelmäßig zu Besuchen nach Coburg. Unter dem liberalen Herzog Ernst II. entwickelte sich die Stadt um 1860 zu einem Zentrum der in Vereinen organisierten Nationalbewegung. Der 1859 gegründete Deutsche Nationalverein hatte hier seinen Sitz. In der Reithalle am Schlossplatz wurde im Juli 1860 das Erste Deutsche Turn- und Jugendfest abgehalten. 1862 wurde in Coburg der Deutsche Sängerbund gegründet. Seit 1872 ist die Stadt ständiger Tagungsort des Coburger Landsmannschafter-Verbandes (LC)
Abdankung des Monarchen
Am 14. November 1918 endete mit der Abdankung von Herzog Carl Eduard die Monarchie. Es entstand der Freistaat Coburg. In der ersten Volksabstimmung in Deutschland votierten 1919 über 88 Prozent der Coburger Wähler gegen den Anschluss des Freistaates Coburg an das neu gebildete Land Thüringen. Coburg wurde am 1. Juli 1920 Teil des Freistaates Bayern.
Die Weimarer Zeit
Schon ab 1922 wurde Coburg eine Hochburg des Nationalsozialismus. 1929 errang die NSDAP zum ersten Mal in einer deutschen Stadt die absolute Mehrheit der Sitze im Stadtrat. Diese Mehrheit verlieh 1932 als erste deutsche Stadt die Ehrenbürgerschaft an Adolf Hitler. Den Zweiten Weltkrieg hat Coburg weitgehend ohne Zerstörungen überstanden. Schäden waren vor allem durch den Beschuss der Veste in den letzten Kriegstagen entstanden.
Coburg in der Bundesrepublik Deutschland
Coburg wurde durch die Teilung Deutschlands in eine schwierige Lage gebracht. Wie eine Halbinsel ragte das Coburger Land in die DDR. Das Umland war von seinem Zentrum abgeschnitten und Coburg und seine Wirtschaft mussten sich neu orientieren. Stütze dieses Prozesses war die Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands. Die verlegte 1950 ihren Sitz von Erfurt nach Coburg und wurde zur Versicherungsgruppe HUK-Coburg. Mit über 4000 Mitarbeitern ist sie bis heute der größte Arbeitgeber in Coburg und füllt die Stadtkasse recht ordentlich.
Nach der Wiedervereinigung
Coburg hat eine große Bedeutung für die Region. Die Stadt ist mit ihrer Infrastruktur, wie dem Landestheater, der Landesbibliothek, dem Klinikum, Fachhochschulen und Schulen ein Zentrum das Zentrum des Coburger Landes und strahlt weit darüber hinaus aus. Von den Herzögen einst beschaffte Kunstwerke bilden den Grundstock für außergewöhnliche Kunstsammlungen, die in Coburg zu sehen sind.
Mehr zur Geschichte von Coburg
Heinz Pellender: Chronik der Stadt und der Veste Coburg der Herren und Herrscher über Coburg und das Coburger Land. 136 Seiten, 165 Abbildungen, 5 Falttafeln, 9. Auflage, Fiedler-Verlag Coburg 2000, ISBN 3-923434-08-1, 15,90 Euro in Deutschland
