
- Spitaltor in Coburg - Harald Rossa
Sehenswerten Bauten, Brunnen und Denkmäler sind bei einem Bummel durch die Stadt Coburg zu entdecken.
Stadttore
Das Judentor ist ein hochmittelalterlicher Torturm des inneren Befestigungsringes. 1721 erhielt er die Kuppelhaube mit Laterne. Das Äußere Ketschentor ist ein fünfgeschossiger Torturm aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die welsche Haube wurde 1713 aufgesetzt. Das Spitaltor ist ein sechsgeschossiger Torturm. Er stammt aus der Zeit um 1300. Seine welsche Haube erhielt er um 1690.
Türme
Der Bärenturm ist heute eine Wohnpension. 1822 wurde er aus Sandsteinquadern wieder aufgebaut und neugotisch geschmückt. Der Nordflügel wurde 1843 erweitert. Der Lichtensteinturm ist in ein neugotisches Wohnhaus von 1864 integriert. Er gehörte einst zur Stadtbefestigung. Sein Kern stammt aus dem Mittelalter. Der dreigeschossige runde Hexenturm aus Sandsteinquadern stammt aus dem Mittelalter. Seit 1610 war er Hexengefängnis. 1862/63 wurde er neugotisch überformt. Der Hirtenturm ist ebenfalls in ein neugotisches Bauwerk einbezogen. Der spätmittelalterliche Turm stand an der Westecke der inneren Stadtmauer.
Schlossplatz und Schloss Ehrenburg
Am Fuße des Festungsberges liegt der Schlossplatz. In der Mitte des Platzes steht ein Denkmal von Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha. Diese Statue schuf Ludwig Schwanthaler im Jahr 1849. Am Platz stehen das Schloss Ehrenburg, der Marstall und die ehemalige Reithalle, die Arkaden mit dem Aufgang zum Hofgarten, das Palais Edinburgh und das Landestheater. Schloss Ehrenburg war seit 1547 die Residenz der Herzöge in der Stadt. Heute ist es ein Museum und beherbergt im Renaissanceflügel die Landesbibliothek Coburg.
1827 wurde das Herzogliche Hoftheater mit einem eigenen Ensemble gegründet. 1840 wurde der Theaterbau, heute vom Landestheater Coburg bespielt, am Schlossplatz fertig. In der einstigen Reithalle ist heute die Studiobühne des Landestheaters untergebracht.
Hofgarten
Der Hofgarten ist ein großzügiger Landschaftspark. Er wurde unter Herzog Albrecht von Sachsen-Coburg geschaffen. Durch ihn führt der Weg hinauf zur Veste Coburg.
Marktplatz mit Rathaus
Nicht weit ist es vom Schlossplatz zum Marktplatz. Dessen Ränder werden vom Rathaus und Stadthaus beherrscht. In der Mitte des Marktes steht das Prinz-Albert-Denkmal. Dieses wurde 1865 nach einem Modell von William Theed gegossen. Königin Victoria schenkte es der Heimatstadt ihres verstorbenen Gatten.
Das neue Rathaus mit dem zweigeschossigen Coburger Erker und einem über 300 Quadratmeter großen Ratssaal errichtete ab 1577 der Baumeister Hans Schlachter. 1750 und 1903 kam es zu Umbauten.
Das gegenüber stehende Stadthaus ließ Herzog Johann Casimir 1601 errichten. Der Bau aus der Spätrenaissance hat eine reich verzierte Fassade und birgt Wandmalereien. Als Architekt wird der Baumeister und Maler Peter Sengelaub genannt, der etliche Bauten für Herzog Casimir errichtete. Die Bildhauerarbeiten stammen von Nikolaus Bergner. An der Ecke zur Steingasse steht die spätgotische Hofapotheke aus dem 15. Jahrhundert.
Rosengarten
Die Parkanlage Rosengarten befindet sich in er Nähe des Marktplatzes. Das 1962 erbaute Kongresshaus steht am Eingang des Parks mit Palmenhaus und Sintflutbrunnen.
Casimirianum und Zeughaus
Neben der Morizkirche steht das Gymnasium Casimirianum. Der Bau aus der Renaissance wurde 1605 eingeweiht. Das Zeughaus wurde 1621 als Waffenlager errichtet. Es wurde im Stil der Spätrenaissance erweitert. Heute ist das Staatsarchiv für Coburg und das Coburger Land im Zeughaus untergebracht.
Neogotik in Coburg
Im 19. Jahrhundert entstand in Coburg ein fast geschlossener neogotischer Ring um die Altstadt. Auch das Schloss Ehrenburg wurde in diesem Stil durch Karl Friedrich Schinkel umgestaltet. Vorbild war Westminster Palace in London. Dieser Coburger Neogotikring ist wegen seiner stilistischen Geschlossenheit und seiner Ausdehnung ein in Europa einzigartiges städtebauliches Juwel.
Jugendstilbauten in Coburg
In Coburg gibt es eine beachtliche Zahl an Jugendstilbauten. Zu nennen sind:
- Sonnenhaus des Baumeisters Otto Leheis von 1902
- Eichmüllersche Haus in der Judengasse des Architekten Paul Schaarschmidt von 1903
- Heiligkreuz-Volksschule am Schleifanger
- ehemaliges Kaufhaus M. Conitzer & Söhne in der Spitalgasse
- Ernst-Alexandrinen-Volksbad
- Bankgebäude der ehemaligen Creditkasse des Spar- und Hülfevereins im Steinweg von Max Böhme zwischen 1906 und 1912 erbaut
- sowie das Wohn- und Geschäftshaus in der Bahnhofstraße 10/12 des Architekten August Berger von 1910
Die Veste Coburg
Zur Veste Coburg sind von der Stadt aus etwa 170 Meter zu ersteigen. Sie ist eine der größten und vor allem besonders gut erhaltenen Burganlagen in Deutschland und eine Station an der Burgenstraße. Heute werden die ehemaligen herzoglichen Kunstsammlungen hier präsentiert.
Sehenswerte Sakralbauten in Coburg
Der Beitrag „Coburg: Sakralbauten in der Stadt“ widmet sich den Kirchen Coburgs.
Mehr zu Baudenkmälern in Coburg
Peter Morsbach, und Otto Titz: Stadt Coburg. Ensembles-Baudenkmäler-Archäologische Denkmäler. 688 Seiten, 1722 Abbildungen, in: Denkmäler in Bayern. Band IV.48. Karl M. Lipp Verlag München 2006, ISBN 3-87490-590-X, 54,- Euro in Deutschland
