Cockburnspath Tower – Verstecktes historisches Kleinod

Cockburnspath Tower - Jana Hoffhenke
Cockburnspath Tower - Jana Hoffhenke
Cockburnspath Tower in Schottland ist heute nur noch eine kleine Ruine, die man nur findet, wenn man sie wirklich sucht - jedoch trotz allem sehenswert.

Selbst die Einheimischen wissen kaum noch um den Bau aus rotem Sandstein. Die Frage nach dem Cockburnspath Tower, der sich irgendwo in der Nähe von Cockburnspath im schottischen Berwickshire befinden soll, hinterlässt auf vielen Gesichtern ratlose Blicke. Für Ortsunkundige und Ungeduldige dürfte dieses Überbleibsel aus einer längst vergangenen Epoche deshalb nur schwer zu finden sein. Aber unmöglich ist es nicht und Fans von historischen Gemäuern – bzw. in diesem Fall von deren Überresten – sollten sich vom Besuch der Ruine nicht abhalten lassen.

Vom Ort Cockburnspath aus, gelegen zwischen Berwick-upon-Tweed und Edinburgh, führt die Suche per Auto auf der A1 Richtung Süden, vorbei an der Abfahrt zur „Tower Farm“. Dahinter gibt es eine kleine Abfahrt nach links. Diese biegt man ab und fährt dann sofort wieder links einen Feldweg hinauf. Dieser Pfad führt unter der A1 hindurch, wiederum auf ein Feld, von dem aus man die Towerreste sehen kann. Von da aus geht es nur zu Fuß weiter, durch hohes Gras und über schmale Schotterwege, direkt bis zur Ruine.

Der bloße Anblick der verbliebenen Mauern lässt keinerlei Rückschlüsse auf die Geschichte zu. Die Zeit hat diesem einst sicher sehr schönen Tower zugesetzt. Inzwischen fast gänzlich zugewachsen, ist der Turm selbst allerdings noch recht gut zu erkennen, darüber hinaus gibt es jedoch lediglich einige Steinreste.

Die Geschichte von Cockburnspath Tower

Man geht heute davon aus, dass Cockburnspath Tower vor allem militärischen Zwecken diente. Vor rund 1.000 Jahren wurde das Bauwerk befestigt, offensichtlich mit dem Ziel die Schlucht bzw. den Durchgang, an dem es liegt, zu verteidigen. Das Castle gehörte von 1073 bis ins Jahr 1434 den Earls of Dunbar and March. Dann fiel es direkt der Krone zu und wurde für diese von den Homes of Wedderburns verwaltet. Ein gewisser John Home (Abt von Jedburgh) besetzte den Tower von 1529 bis 1535 – zu der Zeit im Besitz von Margaret Tudor – wurde aber wieder verjagt.

Nach Tudors Tod 1540 wechselten die Besitzer in rasender Geschwindigkeit, doch keiner schien sich hier richtig heimisch zu fühlen. Zudem war die Zeit geprägt von der englischen Invasion, so dass das Castle vor allem von Truppen bewohnt war, die es beschützen sollten. Dass die Befestigung letztendlich für den Geschichtsverlauf überaus relevant war, darf bezweifelt werden, sind die geschichtlichen Aufzeichnungen doch eher sparsam mit der Erwähnung dieser Burganlage. Ein Bericht aus dem Jahre 1602 bezeichnet Cockburnspath Tower als „unbewohnbar“. Ab diesem Zeitpunkt scheint es nur noch als Stein-Lieferant für andere umliegende Bauwerke genutzt worden zu sein, so dass es sich auch aufgrund der jahrhundertelangen Vernachlässigung heute in einem leider recht ärmlichen Zustand befindet.

Da die Ruine nicht nur von Pflanzen, Büschen und Bäumen überwuchert, sondern auch noch gänzlich umzäunt ist, bleibt Besuchern lediglich der Blick von außen. Trotzdem lohnt sich ein Abstecher, versprühen die Reste des Bauwerks doch immerhin noch einen gewissen Charme. Umgeben von viel befahrenen Straßen und kleinen Ortschaften, die zumeist von seiner Existenz nicht ahnen, entzieht sich Cockburnspath Tower heimlich, still und leise immer mehr den Blicken der Menschen...

Quellenhinweis

Mehr Informationen → http://www.maybole.org/history/castles/cockburnspath.htm