Im Théâtre des Champs-Élysées in Paris findet die Urauführung von Igor Stravinskys "Le sacre du printemps" (dt.: "Die Frühlingsweihe, Bilder aus dem heidnischen Russland in zwei Teilen") statt. Coco Chanel besucht die Vorführung und ist fasziniert. Aber das revolutionäre Stück ist zu modern, zu radikal: Die Premiere wird zu einem gigantischen Skandal. Stravinsky ist am Boden zerstört. Sieben Jahre später – Coco Chanel ist inzwischen wohlhabend, angesehen und erfolgreich – begegnen sich die beiden wieder.
Die Anziehungskraft zwischen Coco Chanel und Igor Stravinsky ist sofort spürbar
Coco Chanel bietet Stravinsky, der seit der russischen Revolution als Flüchtling im Pariser Exil in ärmlichen Verhältnissen lebt, an, in ihre Villa in Garches bei Paris zu ziehen, um dort in Ruhe arbeiten zu können. Stravinsky nimmt Chanels großzügige Offerte an und zieht mitsamt seiner vier Kinder und seiner schwindsüchtigen Gattin in die Villa. Und so entwickelt sich zwischen den beiden kreativen Giganten eine leidenschaftliche Affäre.
Warum Coco Chanel Igor Stravinsky nie ernsthaft geliebt hat
Coco Chanel liebt Stravinsky gar nicht, aber beide brauchen sich, weil sie schon lange nicht mehr den Geschmack von Erotik und Leidenschaft gespürt haben. Beide brauchen es, um zu schaffen: Musik für die Welt, Mode für die Damen – und nebenbei noch ein Parfum, das berühmte Fünfte von Chanel.
Coco, die berühmte große Unabhängige aus dem pyrenäischen Frankfreich, wo Menschen schön, schlank, dunkel und hochgewachsen sind, war gar nicht unabhängig, zumindest nicht vom moralischen Urteil Stravinskys russischer Ehefrau und Cousine Catherine, ohne die der Mann keine einzige Note sauber zu Papier gebrachte hätte.
Als die schöne Konkurrentin, die an der Seite des großen Komponisten schwindsüchtig geworden ist, ihr sagt, wie sehr ihre Affäre das Glück der sechsköpfigen russischen Familie gefährdet, lenkt sie sehr wohl ein. Denn ihr bleibt nicht verborgen, dass ihr Liebhaber mit Schuldgefühlen kämpft. Etwas, das sie nie öffentlich zugeben würde, denn dazu ist sie zu sehr "Die große Chanel".
Businessfrau Coco Chanel
Die bis heute vollendetste Businessfrau, die nichts dem Zufall überließ und deren Aphorismen wie in Stein gemeißelt heute noch rund um den Globus vor allem Frauenherzen höher schlagen lassen:
"Wenn man ohne Flügel geboren wird, sollte man sie später nicht am Wachsen hindern."
Oder: "Ich will nichts hören über die Mode von CHANEL. CHANEL ist ein Stil. Mode vergeht. Stil bleibt."
Sätze wie diese machen klar, dass es eine Mätresse Chanel niemals hätte geben können. Sie wäre keine geworden, die zum Wohl dieser Familie eine Schattenexistenz geführt hätte, keine, die hätte "krank gemacht" werden wollen wie Frau Stravinsky, die das Leiden als familiäre Pflicht hinnahm und vor den Mahlzeiten regelmäßig russisch-orthodox betete. Eine, die Moral mehr geliebt hat als ihr Herz, und damit ihr Leben.
Karl Lagerfeld und CHANEL unterstützen die Produktion von "Coco Chanel & Igor Stravinsky"
Die Filmproduktion wurde unterstützt von Karl Lagerfeld und CHANEL, die dem Team großzügig ihre Archive und Kollektionen zur Verfügung stellten. CHANEL stattete Anna Mouglalis für die Rolle der Coco Chanel mit einigen Original-Kleidern und -Accessoires von Coco Chanel aus. Zusätzlich entwarf Karl Lagerfeld einen "zeitlosen" Anzug und ein besticktes Abendkleid für die Szenen rund um die legendäre Premiere von "Le sacre du printemps". Um die Welt der Coco Chanel möglichst exakt wiedergeben zu können, ermöglichte CHANEL den Filmemachern außerdem freien Zugang zu allen Archiven und zum berühmten Apartment von Coco Chanel in der Rue Cambon 31 in Paris.
Der Regisseur Jan Kounen und seine Vorbereitungen für seinen Film
Kounen hat ausführlich recherchiert, und zwar mithilfe von Biografien über die beiden Genies, über die Zeit der Belle Époque, das russische Ballett und die Charaktere, die darin vorkommen. Er sieht seine Arbeit als "Verantwortung gegenüber den Toten", das heißt, ihnen die Würde zu nehmen bedeute, zu versuchen, ihr Leben einfach "nachzuspielen", stattdessen zieht er es vor, ihre Essenz herauszuarbeiten. Wie er im Interview sagt: "Das, was sie ausmachte und das, womit sie die Welt bis heute prägen."
Die künstlerische Essenz von Igor Stravinsky und Coco Chanel
Deshalb verbindet der Film einzelne Schritte der Liebesbeziehung von Coco Chanel und Igor Stravinsky mit einzelnen Phasen ihrer Arbeit, mit "Le sacre du printemps" und der Kreation des Parfums "CHANEL N°5". Der 1921 erstmalig künstlich hergestellte Duftstoff aus einem Mix aus Mairosen und Jasminessenzen ist bis heute in seinem Erfolg von keinem anderen Parfum in den Schatten gestellt worden. Noch heute wird alle 55 Sekunden irgendwo auf der Welt eine Flasche davon verkauft.
Was an Stravinskys Komposition für das Théâtre des Champs-Élysées in Paris für die Zeit zu modern und zu radikal erscheint, das ist Chanels Mode für die Damenwelt. Sie verarbeitet typisch männliche Kleidungsstücke zu einem weiblichen Pendant: Hosen, Pyjamas, Seemannspullover, Shirts. Und ihre Liebhaber haben stets einen direkten Einfluss auf ihre jeweiligs aktuelle Kollektion. Der Film rückt den berühmten Russenkittel "roubachka" in die Nähe des Chanel-Liebhabers Stravinsky, tatsächlich war der "männliche Hintergrund" in Wahrheit der russische Großherzog Dimitri.
Die Auswahl der Schauspieler Mads Mikkelsen, Anna Moughlalis und Elena Morozowa und die Kraft ihrer Charaktere
Jan Kounen zur Auswahl der Schauspieler Mads Mikkelsen, Anna Moughlalis und Elena Morozowa im Interview:
"Mads (er spielt Igor Stravinsky) war einer der Gründe, dass ich bei diesem Film überhaupt zusagte: Er ist ein Schauspieler, mit dem ich unbedingt einmal arbeiten wollte. Egal ob in 'Adams Äpfel' oder in 'Nach der Hochzeit', er beweist in jeder Rolle ein enormes Talent und besitzt einen sicheren Instinkt dafür, seine Figuren glaubwürdig erscheinen zu lassen.
Anna (Coco Chanel) repräsentiert für mich CHANEL: Ihre Stimme, die Art, wie sie sich bewegt, alles an ihr war einfach schon diese Rolle. Anfangs hatte ich meine Zweifel, ihr großes Handicap war die Tatsache, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits als Muse von CHANEL galt. Aber sie füllte die Rolle einfach vollständig aus. Und das war schließlich die Hauptsache.
Elena (Catherine Stravinsky) traf ich bei einem Casting in Moskau. Ich sah mir damals eine Menge Schauspielerinnen an, aber eigentlich wusste ich schon nach dem ersten Vorsprechen, dass meine Suche nach Catherine Stravinsky zu Ende war. Sie sollte sehr attraktiv sein und sehr stark. Sie sollte eine ernsthafte Rivalin sein für Coco Chanel und das Dilemma, in dem sich Igor Stravinsky befand, durch ihr Auftreten noch größer machen."
Daten und Trailer zum Film "Coco Chanel & Igor Stravinsky"
