
- Markus Heitz - Collector - Buchcover - Heyne Verlag
Markus Heitz, der Autor von "Die Zwerge" und "Kinder des Judas", verfasste mit "Collector" eine spannende Space Opera um das Überleben der Menschheit im 31. Jahrhundert. Der Roman bildet gleichzeitig auch den Beginn einer Buchreihe verschiedener deutscher Autoren zum Justifiers-Universum.
Die Handlung von "Collector"
Wir schreiben das Jahr 3042. Die Menschheit hat es nur mithilfe fremder Technologien geschafft, den Weltraum für sich zu erschließen. Planeten und Systeme der Galaxis sind im Besitz verschiedener Konzerne, Organisationen oder Staatenverbünde, die ihren Ursprung auf der Erde haben und alle ihre eigenen Ziele verfolgen. Paramilitärische Spezialtruppen, genannt "Justifiers", kämpfen für die jeweiligen Interessen ihrer Arbeitgeber. Unter ihnen sind auch sogenannte Beta-Humanoide, eine genetische Züchtung aus Mensch und Tier.
Vor 25 Jahren tauchten plötzlich geheimnisvollle ahumane Wesen - die Collectors - in der Galaxis auf und nahmen Stück für Stück Planeten unter ihre "Obhut", um die vorgeblich aussterbende "Rasse Mensch" zu schützen. Immer mehr Planeten folgen diesem zwielichtigem Schicksal. Niemand weiß genau, was auf den eingenommenen Planeten passiert, denn niemand hat es bisher geschafft, die Obhut zu verlassen. Auch in Sachen Technologie und Waffen ist die uneine Menschheit den Fremden unterlegen.
Die Hauptfigur Kris Schmidt-Keen ist als Lastkraftfahrer für besondere Schwertransporter auf der verwaisten Erde für ein lausiges Gehalt tätig, während seine Ex-Frau und seine Tochter irgendwo weit weg von ihm auf einem anderen Planeten leben. Er wollte auf keinen Fall so verrückt enden wie sein Vater, der durch zu viele Hyperraum- oder auch Interim-Sprünge an der Interim-Krankheit - einem irreparablen Nervenschaden - erkrankt ist und irgendwann einfach verschwand und seine Familie im Stich ließ. So genießt er regelrecht den eintönigen Job als Transportfahrer, bis er eines Tages eine mysteriöse Fracht auf seinen Schwertransporter lädt. Er findet sich mitten in einem Kampf um die Fracht wieder und wird schließlich immer mehr in Ereignisse gesogen, die mit dem Schicksal vieler Menschen verbunden sind.
Markus Heitz' "Collector" - Im Stil einer klassischen Space Opera geschrieben
"Collector" erinnert vom Stil an klassische Space- und Science-Fiction von z. B. Dan Simmons, Isaac Asimov, Ray Bradbury oder an solche Geschichten wie "V - Die Außerirdischen". Namen und Ideen sind manchmal aus bekannter Sci-Fi oder auch aus unserer Zeit übernommen und etwas umgewandelt in die Geschichte geflochten, was öfters als eine Art Insider-Witz wirkt und einen zum Schmunzeln bringt. Die Verbindungen sind auch nicht weiter verwunderlich, denn der Autor ist selbst großer Fan von klassischer Science Fiction.
In 19 Akte mit durchschnittlich 3 Szenen unterteilt, ist der Roman auch vom Aufbau her eine Space Opera zu nennen. Jede Szene ist mit Datum und Ortsangaben (System, Planet, Stadt) versehen, so dass man immer genau weiß, wo und wann man ist. Letzteres ist vor allem wichtig, weil die Akte nicht unbedingt chronologisch linear verlaufen, sondern manchmal zeitlich versetzt sind.
"Collector" - Spannend bis zur letzten Seite trotz langer Kapitel
Am Anfang muss man sich als Leser erst einmal an die ganzen Begriffe und Abkürzungen gewöhnen, was erheblich den Lesefluss stört. Aber das ist bei den meisten Science- und Space-Fictions der Fall. Nach etwa 100 Seiten muss man auch gar nicht mehr in das sehr hilfreiche Glossar schauen. Doch auch die Eingewöhnungszeit vermag nicht die Spannung abzuschwächen. Einzig die sehr langen Kapitel sind manchmal etwas anstrengend, denn aufgrund der Spannung muss man ja wenigstens ein ganzes Kapitel lesen. Es ist daher wohl nicht immer als späte Bettlektüre geeignet.
Man kann natürlich auch noch darüber streiten, ob sich die Menschheit in über tausend Jahren nicht etwas mehr verändert haben wird, ob dann immer noch die gleichen Strukturen des Zusammenlebens und der Organisation existieren, geschweige denn Duschen mit Wasser. Doch gerade das macht solche Zukunftsszenarien ja interessant.
Markus Heitz - Autor von "Die Zwerge", "Sanctum", "Kinder des Judas" und anderen Fantasy-Romanen
Der Autor Markus Heitz - in der Fantasy-Szene auch als Mahet bekannt - gab sein Romandebüt mit "Die Dunkle Zeit 1 – Schatten über Ulldart", dem Auftakt zu einer klassischen Fantasy-Serie. Heitz erhielt bereits mehrfach den Deutschen Phantastikpreis für seine Romane und gehört zu den momentan erfolgreichsten deutschen Autoren im Genre Fantasy. Sein Roman "Die Zwerge" und die Folgewerke "Der Krieg der Zwerge" und "Die Rache der Zwerge" sind sogar in englischer und französischer Übersetzung erfolgreich. Weitere Werke sind seine Werwolf- und Dämonenromane "Ritus", "Sanctum" und "Blutportale" und seine Vampirroman-Reihe "Kinder des Judas", "Judassohn" und "Judastöchter". Mit der Space Opera "Collector" wagt er sich nun in die unbekannten Weiten des Alls vor.
Das Justifiers-Universum
In den 1980ern gab es bereits ein Justifiers Pen&Paper-Rollenspiel von Ulisses Spiele, dessen Produktion aber eingestellt wurde. Markus Heitz hat sich von diesem Spiel mit inspirieren lassen bei der Idee zum Justifiers-Universum. Mit anderen deutschen Autoren plante Heitz eine Buch-Reihe, deren Geschichten sich vor allem um die Justifiers drehen sollten. Bereits erschienen sind von Christoph Hardenbusch "Missing in Action" (Justifiers 1), "Undercover" (Justifiers 2) von Lena Falkenhagen, und "Mind Control" (Justifiers 3) von Thomas Finn. Alle drei Romane enthalten zusätzlich jeweils einen Teil der Kurzgeschichten-Serie "Suboptimal" von Markus Heitz. Nicole Schuhmachers "Zero Gravity", der vierte Justifiers-Roman, erscheint am 12. September 2011. Fest stehen auch schon "Sabotage" (Justifiers 5) von Boris Koch, das am 12. Dezember 2011 erscheint und Daniela Knors "Outcast" (Justifiers 6), welches am 13. Februar 2012 erscheint. Zusätzlich gibt es noch ein klassisches Rollenspiel von Ulisses Spiele namens "Justifiers - Das Abenteuerspiel".
Fazit zu "Collector" von Markus Heitz
Trotz anfänglicher Eingewöhnungszeit und langer Kapitel ist "Collector" ein Roman, den man nur schwerlich aus der Hand zu legen vermag. Zu spannend ist die Geschichte um Kris und die Collectors geschrieben. Für alle Fans von Space Fiction und auch jene von Markus Heitz.
Markus Heitz: Collector. Heyne Verlag. Taschenbuch. Erschienen Mai 2010. 656 Seiten. ISBN: 978-3-453-52650-1. Preis: € 14,95 [D] | € 15,40 [A].
Quellen und weiterführende Links:
- Heyne Verlag
- Zur Leseprobe
- Alles rund um "Collector" und das Justifiers-Universum: www. collector-roman.de
- Weiteres zum Abenteuerspiel: www.justifiers-spiele.de und Ulisses Spiele
- Homepage von Markus Heitz
