Cologne Pride – Hannelore Kraft kommt zum Christopher Street Day

Gut gebaut zum Cologne Pride 2011 - Robert Niedermeier
Gut gebaut zum Cologne Pride 2011 - Robert Niedermeier
Premiere in Köln für aktuelle Bundesratspräsidentin und das Bundesland NRW: Erstmals nimmt ein Ministerpräsident an CSD-Abschlusskundgebung teil.

Die Vorbereitungen für den Cologne Pride laufen auf Hochtouren. Den Anfang macht als offizielle Eröffnungsveranstaltung der Fantasypride im Phantasialand bei Brühl. Der kostenpflichtige Event läutet am 18. Juni 2011 die Kölner Christopher Street Day-Feierlichkeiten ein. Unter dem Motto „Liebe ist...“ rollt zum Höhepunkt des Cologne Prides die CSD-Parade am Sonntag den 3. Juli durch die Kölner Innenstadt. Diesmal ist auch die Düsseldorfer Staatskanzlei mit von der Partie: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hält während der Abschlusskundgebung auf dem Heumarkt eine gespannt erwartete Rede.

Pride-Premiere: Erstmals spricht ein NRW-Ministerpräsident auf CSD-Kundgebung

Damit nimmt zum ersten Mal das Oberhaupt Nordrhein-Westfalens am Kölner CSD teil. „Das ist schon eine große Sache“, sagt Sabine Arnolds aus dem Vorstand vom Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (Klust) im Pressegespräch: "Es gibt viel zu tun für unsere hauptamtlichen und freiwilligen Mitarbeiter." Der Kölner Verein ist der Veranstalter der alljährlichen Cologne Pride-Woche. Die Durchführung der CSD-Parade inklusive Kundgebung gehören seit 1991 zu seinen Aufgaben. Neben Vorgaben des Ordnungsamtes gelten diesmal erhöhte Sicherheitsbestimmungen für den Personenschutz, die vom CSD-Veranstalter strikt einzuhalten sind. „Immerhin ist Hannelore Kraft momentan auch Bundesratspräsidentin“, sagt Arnolds. Damit bekleidet die bundesweit populäre Landesmutter NRWs das vierthöchste Amt im Staat: „Hohe Sicherheits-Standards sind da normal“, erklärt die Klust-Sprecherin.

Christopher Street Day: 900.000 Menschen waren im Vorjahr in Köln mit dabei

Ohnehin bedeutet es große Müh', eine Großveranstaltung wie den Kölner CSD zu stemmen, wo Abertausende in einer Parade durch die Straßen ziehen und Hunderttausende feiernd Spalier stehen. 2010 strömten laut Klust-Aussagen geschätzte 900.000 Menschen zum CSD in die Domstadt am Rhein und erbrachten den Beweis. Köln ist eine absolute Homo-Hochburg.

Die Masse an Leuten hat großen Durst: Veranstaltungslogistik löst das Problem

Nur eine von vielen Herausforderungen: Die Masse an Leuten hat großen Durst. Mit zwei Ständen auf dem Alter Markt und einem auf dem Heumarkt, gehört auch Kattwinkel-Wirt Lothar Korsinski zu den emsigen Kölsch-Versorgern. Sein direkter Ansprechpartner in organisatorischen Angelegenheiten ist nicht Klust, sondern die hochprofessionellen Veranstaltungslogistiker Hans Flock von der CPV GmbH und sein Vertragspartner Oskar Brumbach. Beides übrigens Heteros. Vor Jahren hätten Teile der Kölner Schwulenszene diese Tatsache moniert. Der Gaststätten-Betreiber aus dem Eigelstein-Veedel indes hat nach sieben Jahren hervorragender Zusammenarbeit viel Lob übrig: „Die beiden Profis haben alles bestens unter Kontrolle.“ Und zwar vom Stromkabel bis zur Frischwasserversorgung; für kühles Kölsch aus sauberen Stangen (Kölsch-Gläser): „Die stecken wirklich viel Herzblut in den CSD “, betont Szene-Gastronom Korsinski.

90 Dezibel: Lauter dürfen die Wagen der Cologne Pride-Parade nicht sein

Angst vor übereifrigen Kontrollen des Ordnungsamtes, etwa in Sachen Nichtraucherschutzgesetz, hat der Kattwinkel-Wirt keine. Polizei und Ordnungsamt dürften jedoch genau hinhören, ob die Zugteilnehmer der Parade den vorgegebenen Lautstärkepegel von 90 Dezibel nicht überschreiten: „Nach Regelverstößen einzelner Zugwagenführer im Vorjahr, ist das leider zu befürchten“, gibt Veranstalter Klust zu bedenken.

Kompassnadel: Hannelore Kraft wird für Verdienste um die Rechte von Minderheiten geehrt

Viele weitere Kulturveranstaltungen, Partys und Ausstellungen folgen der Cologne Pride-Eröffnungsfeier vom 18. Juni: Ein Publikumsmagnet ist das CSD-Straßenfest am 1. Juli in der Altstadt und heiß begehrt sind die Karten für die Aids-Gala im Maritim Hotel am selben Abend. Tags darauf stößt dann endlich Hannelore Kraft dazu. Beim CSD-Empfang des Schwulen Netzwerkes e.V. wird sie im altehrwürdigen Gürzenich mit der „Kompassnadel“ ausgezeichnet: „Für ihre Verdienste um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen Minderheit“, teilt der der lesbisch-schwule Verein mit. Scheinbar hat sich die Ministerpräsidentin das Mitfeiern am „kölschen" CSD-Sonntag redlich verdient.

Selbstporträt in Andalusien, Robert Niedermeier

Robert Niedermeier - Herzlich willkommen, hauptberuflich arbeite ich bereits seit 1994 als Journalist: Aktuell schreibe und fotografiere ich erfolgreich ...

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