
- Joseph Spindler gewinnt 2010 den Cologne226 - Bianca Heidelberg
Sonntag Morgen 5:30 Uhr. Am Fühlinger See bei Köln ist schon eine Menge los. Triathleten und deren Freunde und Verwandte trudeln am See ein. Die Sportler überprüfen ein letztes Mal ihre Fahrräder, deponieren Verpflegung am Rad, laufen sich warm oder dehnen sich. Die Zuschauer stehen um die Wechselzone herum und unterhalten sich.
Der Triathlon beginnt im Fühlinger See
Gegen 6 Uhr knackt es in den Lautsprechern; nun ertönt Musik. Es ist immer noch fast eisig kalt. Im Halbdunkel und nebelverhangen wirkt der Fühlinger See sehr romantisch. Um kurz vor 7 Uhr begeben sich die künftigen Ironmänner zum Schwimmeinstieg. Zögerlich begeben sie sich ins kalte Wasser. Zum Glück ertönt schon kurz darauf das Signal für den Start, und bald friert keiner der Schwimmer mehr. Begleitet von einem Feuerwerk stürmen sie los, beginnen die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke auf der Regatta-Bahn des Fühlinger Sees.
Nach dem Schwimmen ist Radeln angesagt. Die Sportler rennen über eine Treppe aus dem Wasser; dabei werden sie von Helfern gestützt, denn viele sind nach der langen Schwimmstrecke unsicher auf den Beinen. Ein grüner Teppich weist den Weg in die Wechselzone. Manche entledigen sich nur schnell ihres Neoprenanzugs und springen auf das Rad. Andere ziehen sich um; das kostet zwar Zeit, dafür frieren diese Athleten auf den ersten Kilometern durch den Wald nicht so sehr wie ihre nassen Mitstreiter. Auf die Sportler warten 180 Kilometer, aufgeteilt in eine kürzere Strecke, welche die Sportler in die Stadt führt, und danach drei gleiche, große Runden. Wer Höhenmeter sucht, der sucht auf dieser Strecke vergeblich.
Zum Schluss noch ein Marathon durch Köln
Der Wechsel auf die Laufdistanz erfolgt in der Kölner Innenstadt. Den Sportlern steht ein Umkleidezelt zur Verfügung, welches sogar der Ordnung halber in Damen- und Herrenbereich unterteilt ist. Im Rennfieber achtet aber sowieso niemand auf die Beschriftung. Nun geht es über Stufen auf die Deutzer Brücke und auf die Laufstrecke, die am Rhein entlang führt. Nun trennt die Sportler nur noch ein Marathon von Ruhm und Ehre. Die Athleten ziehen vier gleiche Runden durch Köln, leider auf teilweise nicht abgesperrter Strecke und mit unklaren Kilometer-Angaben. In jeder Runde werden Armbändchen verteilt. Nur wer die richtige Anzahl an Armbändchen am Handgelenk trägt, darf auf die Ziellinie abbiegen.
Im Ziel werden die Ironmänner von Cheerleadern empfangen und bekommen eine Medaille, Blumen und ihr Finisher-Shirt überreicht. Der Cologne Triathlon bietet für jeden etwas, da von der Ironman- bis zur Jedermann-Distanz alles angeboten wird: Cologne226 (Ironman), Cologne226 half, Cologne Olympic und CologneSmart. Bis auf CologneSmart gibt es alle Distanzen auch als Staffel; dazu gibt es weitere Distanzen wie CologneKids und Cologne226 extreme+.
Zur Klasse einer Ironman-Großveranstaltung mangelt es noch an ein paar Kleinigkeiten; zum Beispiel war die Laufstrecke nicht komplett abgesperrt, so dass sich die Sportler den Weg mit Radfahrern und Spaziergängern teilen mussten. Auch im Ziel kann noch einiges verbessert werden. So hatten die Cheerleader schon vor Zielschluss Feierabend. Das war sehr schade für die Sportler, die erst später ins Ziel kamen; der Empfang war nicht so erhebend wie für die schnelleren Athleten. Als größtes Defizit empfanden die Sportler wohl die fehlende Finisher-Zone. Der Veranstalter hat das bereits selbst zur Kenntnis genommen; bleibt zu hoffen, dass im nächsten Jahr eine Finisher-Zone eingerichtet wird. Die Sportler hätten es sich auf jeden Fall verdient.
