
- Alan Moores Wildcats 1 - Paninicomics
Im August des Jahres 1992 erschien die erste Ausgabe der Superheldensaga „Wildcats“. Jim Lee gründete in den USA eigens dafür den Verlag Wildstorm. Seitdem sind zahlreiche Comics über die Wildcats erschienen. Starautor Alan Moore gab sich schließlich 1998 die Ehre und entwickelte die Story weiter. Bereits in seinem absoluten Erfolgscomic „Watchmen“ (1986 – 1987) gelang es ihm, das Genre der Superhelden neu zu erfinden. Seine Arbeit im Universum der Wildcats ist weniger richtungsweisend, aber trotzdem lesenswert. Panini Comics präsentiert die Beiträge von Alan Moore und einer ganzen Riege namhafter Zeichner in einer zweibändigen Edition auf insgesamt 400 Seiten.
Wildcats – Superhelden im Kampf
Die wichtigsten Eckdaten zur Handlung der Wildcats-Comics in aller Kürze: Absprengsel von zwei verfeindeten außerirdischen Völkern sind irgendwie auf die Erde geraten, um dort ihren Krieg weiterzuführen – Kherubim und Daemoniten. Gruppe eins hat ein menschliches Aussehen, ist auf der guten Seite und stammt vom Planeten Khera. Nummer zwei hat eher Ähnlichkeit mit Reptilien und ist böse. Die Kherubim haben die Superheldentruppe Wildcats gegründet, die mittels übernatürlicher Kräfte gegen die Daemoniten kämpft und ganz nebenbei auf der Erde für Ordnung sorgt.
Ein Comic voller Rätsel und Intrigen
Der erste Band dieser zweibändigen Comic-Edition führt einige der Wildcats, unter dem Kommando von Lord Emp und Zannah, zurück auf ihren Heimatplaneten. Nach Jahrhunderten der kriegerischen Auseinandersetzungen und fern der Heimat sind es Heimweh und Idealismus, Zweifel und Unsicherheit, die jene illustre Truppe antreiben. Doch der Idealismus wird schon kurz nach der Landung auf bittere Weise konterkariert. Die kheranische Gesellschaft ist nur auf den ersten Blick ein futuristisches Utopia. Unter der verchromten Oberfläche lauern Machtkämpfe, Intrigen, Korruption und eine radikale Minderheitenpolitik, deren Ausprägungen die Heimkehrer alsbald vor große Probleme stellt.
Wildcats – keine heile Comic-Welt
Nach diesem desaströsen Abenteuer auf Khera kommen die Wildcats zur Erde zurück. Zu ihrer Überraschung stellen sie fest, dass dort inzwischen ein neues Team gegründet wurde. Und plötzlich haben sie es nicht nur mit feindlichen Aliens zu tun, sondern mit zahlreichen Superheldenteams, die auch vorher schon in Konkurrenz zu den Wildcats standen. Doch der erbitterte Kampf, der nun folgt, hat eine neue Qualität angenommen, dessen Ausmaße vorher keiner für möglich gehalten hätte. Außerdem droht das Team durch einen Feind in den eigenen Reihen zu zerfallen.
Wilcats: Superhelden mit einer Spur Tiefgang
Viele Plots, mitunter vielschichtige Charaktere und eine verwirrende Story. Man merkt dem Doppelcomic an, dass er auf einer länger angelegten Comicserie basiert, die einen Vorlauf hat und mit dem Ende von Band zwei längst nicht aufhört. Manchmal sind die Handlungssprünge einfach nicht so richtig nachvollziehbar und die Dialoge wirken seltsam widersinnig. Trotzdem sticht „Alan Moores Wildcats“ positiv aus dem Wildcats-Universum hervor und ist darüber hinaus ein Beispiel dafür, wie komplex sich das manchmal angestaubte Superheldengenre aktualisieren lässt. „Wildcats“ bietet außerdem satte Action, hervorragende Charaktere, spritzige Dialoge und eine Spur Tiefgang – von den brillanten Zeichnungen und der prächtigen Kolorierung mal ganz zu schweigen.
Alan Moores Wildcats. Band 1: Heimkehr nach Khera. Story: Alan Moore. Zeichnungen: Travis Charest, Kevin Maguire, Ryan Benjamin, Jason Johnson, Kevin Nowlan, Scott Clark. Panini Comics/Wildstorm 2009. Softcover, farbig, 212 Seiten. Euro 19,95.
Alan Moores Wildcats, Band 2: Bandenkrieg. Story: Alan Moore. Zeichnungen: Travis Charest, Ryan Benjamin, Dave Johnson, Jim Lee, Richard Bennett, Mat Broome, Pat Lee, Rob Storz. Panini Comics/Wildstorm 2009. Softcover, farbig, 188 Seiten. Euro 19,95.
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