
- Batman Reborn 1 -Cover - Paninicomics
Als DC Comics mit der „Final Crisis“ (Story: Grant Morrison) ein bisschen Unruhe in die Welt von Superman, Batman, Green Lantern und Co brachte, schien es so, als wäre Batman zunächst einmal von der Bildfläche verschwunden. Aber einen Superhelden einfach den Superheldentod sterben zu lassen – zumal Batman ja auch nicht irgendein Superheld ist –, das ging dann wohl doch nicht: Willkommen in der Welt von „Batman Reborn 1“.
Batman Reborn: Das neue Dynamische Duo
Was Grant Morrison sich für seinen neues Duo Batman/Robin ausgedacht hat, ist schon ziemlich abgefahren. Der alte Robin ist der neue Batman und der Sohn vom entfleuchten Bruce Wayne, dem alten Batman, ist der neue Robin. Um es gleich vorweg zu nehmen, ganz so verwirrend und abstrus wie die „Final Crisis“ ist „Batman Reborn“ zum Glück nicht. Der Comic beginnt sogar ziemlich klassisch und Batman-like: Mit einer Verfolgungsjagd in Gotham City und einem ziemlich psychopathischen Gegenspieler, der sich in diesem Fall Professor Pyg nennt und – Nomen est Omen – nicht nur optisch recht schweinisch daherkommt. Er setzt seinen Opfern Schweinsmasken auf, die mit dem Hautgewebe verschmelzen. So will er das perfekte Gesicht schaffen. Das klingt nicht nur insgesamt abscheulich, genau so sieht es auch aus. Die Art und Weise, wie Frank Quitely und Philip Tan die Story von Grant Morrison umsetzen, ist ausgesprochen ästhetisch – auf bizarre Weise. Wohl selten war eine Batman-Geschichte so durchtränkt von brutalen Folterszenen, so changierend zwischen der Lust am Zuschauen und angeekelter Abkehr.
Es werden im weiteren Verlauf von „Batman Reborn 1“ zwar noch zusätzliche Schurken eingeführt und solide Grundlagen für einen spannenden Fortgang der Serie gelegt, an atmosphärischer Intensität ist etwa die erste Hälfte dieser Batman-Story schwer zu übertreffen.
Batman: Hinter der Maske
Im Batman Sonderband 30 „Hinter der Maske“ versteckt sich in den beiden Storys wieder ganz klassisch Bruce Wayne hinter Batman. Wieder geht es um ein perfektes Äußeres. Allerdings geh es hier um die Zerstörung desselben. In „Cutter“ von Greg Rucka (Zeichnungen: Jock und Scott Colins) treibt ein Entführer sein Unwesen in Gotham City, was Batman und Batwoman dazu veranlasst, ihn unabhängig voneinander zu jagen.
Die Story von „Cutter“ ist guter Durchschnitt, die Zeichnungen sind düster-markant und überwiegend dezent. Nur gelegentlich prescht eine expressive Note hervor. Was diesen Batman-Comic aber auszeichnet, ist die Art er Inszenierung. Denn die Hatz nach dem Cutter wird zur doppelten Jagd. In großzügigen doppelseitigen Zeichnungen und geschickt ineinander verwobenen Storylines werden Batman und Batwoman abwechselnd bei ihrer Jagd gezeigt. Das ist nicht nur inhaltlich sehr spannend, sondern auch optisch eine echter Leckerbissen.
Die titelgebende Story „Hinter der Maske“ führt Batman wieder einmal in die Irrenanstalt Arkham Asylum, der Ort, wo üblicherweise Batmans verrückte Gegenspieler von Zeit zu Zeit landen. Diesmal ist es allerdings der Leiter von Arkham, der verrückt zu spielen scheint. Fazit: Ein gelungenes Verwirrspiel um Wahrheit und Lüge an den Grenzen von Genie und Wahnsinn. Lesenswert.
Batman und Robin – Batman Reborn 1. Zeichnungen: Frank Quitely, Philip Tan. Text/Story Grant Morrison. Paninicomics/DC, Softcover, farbig, 156 Seiten, Euro 16,95.
Batman Sonderband 30 – Hinter der Maske. Zeichnungen: Jock, Scott Kolins. Text/Story: Greck Rucka, David Hine. Paninicomics/DC, Softcover, farbig, 116 Seiten, Euro 14,95.
Final Crisis. Zeichnungen: J.G. Jones, Doug Mahnk, Matthew Clark, Carlos Pacheco, Jesus Merino, Marco Rude. Text/Story: Grant Morrison. Paninicoics/DC, Softcover, farbig, 340 Seiten, 24,95 Euro.
