
- BUAP 7 - Cover - Cross Cult
Die Zahl sieben ist ja bekanntermaßen mit allerlei geheimnisvollen Zuschreibungen ausgestattet: Das verflixte siebte Jahr, die sieben Todsünden, sieben Zwerge, sieben Weltwunder, sieben Tage in der Woche, das siebte Ei und so weiter und so fort. Insofern sollte man es zumindest in Betracht ziehen, dem siebten Comicband der Serie „BUAP“, der den Titel „Tödliches Terrain“ trägt, ebenfalls eine besondere Bedeutung zuschreiben, schließlich ist BUAP- und Hellboy-Schöpfer Mike Mignola bekannt für seine Affinität zum Okkulten und Mysteriösen.
BUAP und Hellboy – mysteriös und okkult
Auf jeden Fall kracht und kriselt es im Comic „Tödliches Terrain“ ganz schön gewaltig, denn die ersten Abnutzungserscheinungen der „Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen (kurz: BUAP) macht sich bei den Mitgliedern bemerkbar. Was nicht zuletzt daran liegt, dass jedes Mitglied mit seinen persönlichen Problemen und Problemchen zurechtkommen muss und infolgedessen sein eigenes Süppchen kocht. Liz Sherman wird, wie schon in den Bänden zuvor, von ganz ordentlichen apokalyptischen Albträumen geplagt und ist psychisch am Ende oder, wie Boris Becker sagen würde, mental einfach nicht so gut drauf. Das Medium Johan Kraus hat überraschenderweise seine Körperlichkeit zurückbekommen und genießt diese neue Form des Lebens in vollen und hedonistischen Zügen – er frisst alles, was nicht niet- und nagelfest ist und verlässt die BUAP-Zentrale, um in einer Bar mal so richtig auf den Putz zu hauen und die eine oder andere Frau abzuschleppen.
Alarm in der BUAP-Zentrale
Nachdem sich der Amphibienmensch Abe Sapien nach seinem Ausflug in die eigene Vergangenheit (siehe „BUAP 6: Garten der Seelen“) wieder erholt hat, widmet sich der BUAP-Comic „Tödliches Terrain“ vor allem den Ursprüngen von Captain Benjamin Damio, der ja eigentlich in einem Kampfeinsatz ums Leben kam, aber wie durch ein Wunder von den Toten auferstanden ist. Auch beim Schicksal von Daimio ist – BUAP-Fans kennen das bereit – eine ganze Menge Voodoo oder so etwas Ähnliches im Spiel. Nur, das es diesmal um okkulte Praktiken eines südamerikanischen Indiovolkes geht.
Comic in edler Optik
Ach ja und dann sind da ja auch noch diese beiden Monster im abgelegenen und – dem Wetter sei Dank – von der Außenwelt abgeschnittenen BUAP-Hauptquartier, die dort eine recht blutige Jagd auf das ansässige Personal eröffnet haben und über deren Beweggründe anfangs zumindest nur gerätselt werden kann. Und wurde schon erwähnt, dass ein geheimnisvoller Mann einen BUAP-Laptop mit wichtigen Informationen und Adressen geklaut hat? Nun denn, zumindest bewegt sich der Plot dieses Mystery-Comics innerhalb dieses Spektrums.
BUAP: Epische Comicstory
Mike Mignola und John Arcudi haben auch den verflixten siebten BUAP-Comic in der gewohnten Lässigkeit gemeistert und dabei diverse Handlungsstränge und Nebenstorys geschickt miteinander verstrickt. Und obwohl man selbst als aufmerksamer Leser manche Details einfach nicht versteht, bietet BUAP eine epische Comicstory, die sich deutlich vom Durchschnitt abhebt: Spannend, mysteriös und absolut nichts für Weicheier, denn die grafische Umsetzung erfolgt mit brutaler Härte und dabei in absolut edler Optik. Neben dem obligatorischen Skizzenbuch am Ende, dürfen sich BUAP-Fans in "Tödliches Terrain" an einem (längst überfälligen) Interview mit dem Koloristen Dave Stewart erfreuen. Seine opulente Farbgebung trägt einen entscheidenden Anteil an der Qualität der Comicserie.
BUAP 6: Tödliches Terrain. Zeichnungen: Guy Davis. Text: Mike Mignola und John Arcudi. Cross-Cult / Dark Horse Comics. Hardcover, farbig, 160 Seiten. Euro 19,80.
