Comic – Die Lichter des Amalu

Fantasievolle Comicgeschichte in großartigen Bildern

Die Lichter des Amalu - Cover - Carlsencomics
Die Lichter des Amalu - Cover - Carlsencomics
Was mit einem Flugzeugabsturz beginnt, gerät zu einem stimmungsvollen Fantasy-Comic - der jetzt erstmals komplett auf Deutsch vorliegt.

Flugzeugabstürze sind ja oftmals der Ausgangspunkt für vielerlei spannende Geschichten. Das ist auch im frankobelgischen Comic „Die Lichter des Amalu“ von Claire Wendling (Zeichnungen) und Christophe Gibelin (Szenario /Text) nicht anders. Die fünf Bände erschienen zwischen den Jahren 1990 und 1996 im Verlag Delcourt.

Frankobelgischer Fantasy-Comic

Ab 1992 gab es auch den Versuch „Die Lichter des Amalu“ auf den deutschen Markt zu etablieren: Schwermetall (Alpha Comic Verlag) brachte zumindest Band eins und Band zwei in die hiesigen Comicläden, bei Splitter erschien Band drei. Wurde in Frankreich bereits im Jahr 1997 mit „Les Lumières de l’Amalou Intégrale“ ein Sammelband veröffentlicht, der alle fünf einzelne Alben vereint, dauerte es über zehn Jahre, bis sich in Deutschland Carlsen Comics dazu entschied, eine Gesamtedition vorzulegen – inklusive den in Deutschland bislang unveröffentlichten Bänden vier und fünf. Mit neuer Übersetzung ist diese jetzt unter dem Titel „Die Lichter des Amalu“ erschienen.

„Die Lichter des Amalu“ – erstmals komplett auf Deutsch

Zurück zum Flugzeugabsturz. Denn damit fängt auch dieser Comic an. Als die beiden Pelzer Andrea und Elwood ihr kleines Flugzeug im Fluss Amalu notwassern müssen, beginnt die Geschichte von „Die Lichter des Amalu“, die zu den modernen Klassikern des europäischen Fantasy-Comics zählt. Es gibt neben den genannten Pelzern auch Durchscheiner, Menschen, einen Magier, diverse andere fantastische Wesen und vor allem die alte Große Eiche. Da sie zwar mächtig, aber auch mächtig unkreativ war, schloss sie mit dem Magier einen Pakt: Dieser ersann Kreaturen, die die Welt bevölkern sollten, und die Eiche erweckte sie zum Leben. Als Dank erhielt der Magier die Unsterblichkeit.

Fantastische Wesen, fantastische Comicwelt

Und nochmals zurück zum Flugzeugabsturz. Andrea und Elwood überleben und befinden sich auf einer Insel, wo Durchscheiner und Pelzer isoliert vor sich hin leben und dubiose Pläne gegen die jeweils anderen aushecken. Tja, und dann ist da noch dieses sagenumwobene Buch, in dem die Genesis dieser Welt festgehalten ist. Als ein Staudammbau die Insel unter Wasser zu setzen droht, nimmt die Geschichte dieses Comics ihren Lauf.

Amalu, die Große Eiche, Pelzer und Durchscheiner

Die Lichter des Amalu ist ein Fantasy-Comic. Allerdings bedienen sich Claire Wendling und Christophe Gibelin höchst selten der klassischen Mittel dieses Genres. Keine großartigen Helden, Schlachten oder mysteriöse Artefakte. Sie setzen stattdessen ganz auf eine Erzählstruktur, die die Geheimnisse rund um den Fluss Amalu und die Große Eiche erst nach und nach enthüllt. Das ist höchst fantasievoll, oft spannend, mitunter poetisch und bisweilen humorvoll inszeniert. Allerdings ist die Story gen Ende nur noch schwer nachvollziehbar. Das ist zwar etwas schade, aber in der Gesamtschau ist „Die Lichter von Amalu“ höchst lesens- und dank der großartigen Zeichnungen von Claire Wendling auch höchst sehenswert.

Die Lichter des Amalu. Zeichnungen: Claire Wendling, Text: Christophe Gibelin. Carlsen Comics/Delcourt 2009. Hardcover, farbig, 240 Seiten. Euro 39,90.

Martin Höche, Martin Höche

Martin Höche - Martin Höche hat als Journalist für das Interviewportal Planet-Interview gearbeitet und Beiträge in verschiedenen deutschen ...

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