
- Batman Kakofonie - Panini Comics
Der Autor Kevin Smith ist vielen Lesern bereits aus dem Kino bekannt: Die Kultfilme Clerks 1+2 sowie Dogma sind nur die bekanntesten Werke des Filmemachers. In den Comicbereich führte ihn sein langjähriger Freund und Gelegenheitsschauspieler Walter Flanagan (Karney) ein. Durch Arbeiten wie Green Arrow, Daredevil oder Spider-Man/Black-Cat konnte sich Smith inzwischen auch einen Namen als Comicautor machen. Nun folgt die Zusammenarbeit mit seinem befreundetem Zeichner Flanagan. Batman: Kakofonie heißt die dreiteilige Miniserie, die nun als Gesamtausgabe und erstmals auf Deutsch von Panini Comics veröffentlicht wurde.
Batmans Dilemma
Der Joker wird im psychiatrischen Hochsicherheitstrakt Arkham Asylum gleich von zwei Schurken heimgesucht: Deadshot hat den Auftrag, den Erzfeind Batmans zu töten, jedoch wird der Plan durch den mysteriösen Onomatopoeia vereitelt. Fortan muss sich Batman nicht nur um den Joker, sondern auch um den lautmalerischen Schurken kümmern. Dann ist da noch der nach außen geläuterte griechische Ex-Gott und nun Unternehmer sowie Wohltäter Maximilian Zeus. Er steht im Verdacht hinter einer neuen Designerdroge zu stecken, die auf der Basis des Joker-Gifts gewonnen hergestellt wird. Batman wird vor das Dilemma gestellt, seinen eigenen Kodex zu unterwandern.
Hommage an Alan Moore
Smith schildert auf eine äußerst humorvolle und satirische Weise seine Geschichte über Batmans moralisches Dilemma. Dessen Kodex verbietet es ihm ausnahmslos, einen Verbrecher zu töten. Smith‘ Joker erinnert dabei – wie das Thematisieren des Verhältnisses zwischen Batman und Joker überhaupt –ganz stark an Alan Moores Joker aus dem Klassiker Batman: The Killing Joke. Kleine Hinweise wie das identische Äußere des Bat-Mobils verstärken diesen Eindruck. Die Figuren Batman und Joker entpuppen sich darüber hinaus beide als Opfer ihrer eigenen Zwänge. Es gibt keinen Ausweg als den ständigen Kampf.
Kakofonie und Onomatopoeia
Der Titel „Kakofonie“ bedeutet soviel wie „Lärm“ oder „dissonante Klänge“ und umschrieb auf treffende Weise die Grundstimmung des Comics. Es ist der passende Ausdruck für das Wesen des Jokers. Der Zungenbrecher des Schurken „Onomatopoeia“ leitet sich von Begriff „Onomatopöie“ ab, was für Lautmalerei und lautmalerische Nachahmung steht. Im Medium Comic ein vertrautes Element. So gibt der Schurke tatsächlich nur lautmalerische Nachahmungen von sich, die das Geschehen kommentieren, was für humoristische Einlagen sorgt.
Solides Artwork und satirisch-subtile Erzählung
Die Zeichnungen von Flanagan sind grundsolide – nicht detailbesessen, aber auch nicht reduktionistisch. Manche Gesichter, wie das des Jokers, variiert zu stark. Dagegen erweisen sich auf comicsprachlicher Ebene die Einfälle für einige Panelanordnungen sowie gelungene Text-Bild-Scheren als weit über dem gewohnten Erzähl- und Darstellungsniveau von Superheldencomics– wie die geistreiche Einführung, in der auf skurrile Weise ein Zusammenhang wischen der Wirtschaftskrise und dem Einbruch in das Arkham Asylum dargestellt wird. Insgesamt ist Batman: Kakofonie deshalb eine gelungene Batman-Episode, die sich am besten mit Alan Moores Kultcomic vergleichen lässt.
Kevin Smith & Walter Flanagan: DC Premium 65: Batman: Kakofonie. Panini Comics, 2010. Softcover, 100 Seiten. Euro 14,95.
