Comic-Rezension: B.U.A.P. 1-3 (Mike Mignola/Diverse Zeichner)

B.U.A.P. 1 - Cross Cult
B.U.A.P. 1 - Cross Cult
Mehr als ein Spin-Off von HELLBOY: Die BUAP-Serie bietet komplexe Charaktere, clevere Erzählungen, aber auch jede Menge Schund

Mit HELLBOY hatte der Starautor Mike Mignola seinen endgültigen Durchbruch geschafft. Die B.U.A.P. (Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen) hatte sich aufgrund des enormen Potential aus der HELLBOY-Serie abgekoppelt und zu einer eigenen Serie entwickelt. Längst kein Spin-Off auf mehr, sondern für sich selbst stehend, hat sich die Serie als überragender Erfolgshit erwiesen.

Wie alles begann…

Der erste Band „Hohle Erde“ enthält diverse Kurzgeschichte und ist noch in schwarz-weiß gezeichnet, wodurch das Ganze aber keinen Abbruch erleidet. Die Episoden sind in sich abgeschlossen und erfordern trotz Verweise auf die HELLBOY-Serie keine Vorkenntnisse. Immer wieder verbinden die Autoren Okkultismus mit spannenden Kriminalfällen. Die inzwischen sehr beliebte Retro-Noir-Figur Lobster Johnson wird zum Beispiel in „Der Killer in meinem Kopf“ vorgestellt.

Bis auf Derek Thompson („Die Trommeln der Toten“) können alle Zeichner mit ihren markant-eckig eingeschlagenen Stilen überzeugen. Der erste Band eignet sich hervorragend für diejenigen, die einmal in Mignolas Werk „hinein schnuppern“ möchten. Ansonsten wirken die Episoden zwar ganz nett und beinhalten in Ansätzen schon die Anlage für die weitere Serie, aber sie wirken auch zusammenhanglos. Wer auf seinen Geldbeutel achten muss und in die Serie einsteigen will, kann den ersten Band deshalb auslassen.

Die Froschplage fängt an…

Nach weiteren Episoden, die nun konsequent zusammenhängend erzählt werden und koloriert sind, geht es dann in die Vollen: Mit der „Froschplage“ beginnen die Autoren einen opulenten Zyklus. Das B.U.A.P.-Team bekommt es mit mysteriösen Frosch-Zombies und einer Sekten zu tun. Die große Stärke der Serie zeichnet sich ab diesem zweiten Band ab: komplexe Charaktere treffen auf rätselhaften (Kriminal-) Fälle. Aber auch die große Schwäche ist sichtbar: Mignola verknüpft die clevere Grundstruktur mit überzogenem Horror.

Das ständige Auftauchen von Zombies in verschiedensten Ausformungen nervt einfach mit der Zeit. Man muss ihm zwar zugutehalten, dass die Action-Sequenzen auf ein Minimum reduziert sind und diese oft dermaßen Übertrieben dargestellt werden, dass man sie ohnehin nicht ganz ernst nehmen kann, aber letztlich bleibt es doch „nur“ Pulp: Schund, Schmutz, Dreck. Das mag für manche Leser ein Kaufargument sein, aber auf diese Weise verhindert er, dass die Serie als gehobener Klassiker in die Comicgeschichte eingeht und anspruchsvollere Leser anzieht.

Die Froschplage und kein Ende…

Im dritten Band „Die Toten“ geht Mignola (fast schon buchstäblich) auf den Ursprung von Abe Sapien ein. Neben der immer noch grassierenden Froschplage, der sich das dezimierte B.U.A.P.-Team unter neuer Führung aufgrund mysteriöser Vorkommnisse in der neuen Operationsbasis gerade nicht widmen kann, geht der Autor in einer Parallelhandlung auf die Herkunft und Vergangenheit des Hybriden ein.

Spätestens ab dem dritten Band lohnt es sich endgültig in die Serie einzusteigen, die seit Band 2 ausnahmslos von Guy Davis mit einem expressiven und leicht reduzierten Strich gezeichnet wird. Hier werden die Action/Horror-Szenen im Vergleich zum zweiten Band noch einmal um einiges zurückgefahren. Skeptiker sollten zumindest einmal einen Blick in „Die Toten werfen“. Denn allein schon die Parallelmontage ist es wert. Alle drei Bände sind gebunden und enthalten auch interessantes Zusatzmaterial, das aus einem Nachwort der oder Interview mit Autoren und Skizzen oder Cover-Galerien besteht.

Mike Mignola, John Arcudi, Christopher Golden & Ryan Sook: B.U.A.P. 1: Hohle Erde. Cross Cult, 2005. Hardcover, 160 Seiten. Euro 18.

Mike Mignola & Guy Davis: B.U.A.P. 2: Die Froschplage. Cross Cult, 2006. Hardcover, 176 Seiten. Euro 19,80.

Mike Mignola, & Guy Davis: B.U.A.P. 3: Die Toten. Cross Cult, 2007. Hardcover, 160 Seiten. Euro 19,80.