Comic-Rezension: B.U.A.P. 6 & 7 (Mignola/Arcudi/Davis)

B.U.A.P. 6 - Cross Cult
B.U.A.P. 6 - Cross Cult
Mignola, Arcudi und Davis schafft mit „Garten der Seelen" den besten B.U.A.P.-Band bislang, an den sie in „Tödliches Terrain" nicht ganz anknüpfen können

Muss man da noch viele Worte zur Einleitung verlieren? Der Name allein spricht für sich: HELLBOY und B.U.A.P. sind nur die bekanntesten Urban Fantasy-Serien, die auf Deutsch bei Cross Cult erscheinen. Die Rede ist von Mike Mignola. B.U.A.P. geht mit „Garten der Seelen“ und „Tödliches Terrain“ in die sechste und siebte Runde der Sammelbandausgaben der Erfolgsserie, die ursprünglich bei Dark Horse auf Englisch erstveröffentlicht wurde.

Gelungener Ausflug in das Steam Punk-Genre

In „Garten der Seelen“ machen die Autoren einen kleinen Abstecher in das Steam Punk-Genre. Als Hommage gemahnen die Autoren nicht nur an das 19. Jahrhundert – und dessen Literatur. Mit den viktorianischen Cyborgs verneigen sich Mignola und John Arcudi auch vor Jules Verne (ZWANZIGTAUSEND MEILEN UNTER DEM MEER) und mit den Tierkreuzungen auch vor H. G. Wells (DIE INSEL DES DR. MOREAU). Daneben reduziert das Duo Action und Horror auf ein bisher ungekanntes Minimum und schöpft damit endlich die Möglichkeiten der Serie voll aus.

Inhaltlich wird Abe endgültig mit (s)einer Vergangenheit konfrontiert und mit Panya, einer ägyptischen Mumie, die nach einer Auswickelzeremonie im 19. Jahrhundert nach Jahrtausenden wieder erweckt wurde, wird ein neuer, interessanter Charakter eingeführt, der das B.U.A.P.-Ensemble sicherlich bereichert und neue Möglichkeiten bietet. Grafisch ist noch der gelungene Retro-Look der historischen Sequenzen erwähnenswert. Hier wurde die Kolorierung auf Brauntöne reduziert.

Alles beim Alten?

In tödliches Terrain kehren die Autoren wieder zum Altbekannten zurück. Dennoch haben Mignola und Arcudi einige Überraschungen auf Lager, wodurch das B.U.A.P.-Team (erneut) durcheinander gemischt und einzelne Charaktere eine Verwandlung erfahren. Lobster Johnson – bisher nur in einer Episode im ersten Band gesehen – darf kurz Auftreten und für viel Verwirrung sorgen. Ansonsten gibt es neben Splatter, Horror und akribisch recherchierter Mysterien – der lateinamerikanische Jaguar-Kult wird zum Beispiel aufgegriffen – vor allem eine Zuspitzung von Liz‘ Problem.

Die Pyromane steht unlängst in übersinnlichen Kontakt zu einem rätselhaften „Fu-Man-Schu“-Typen, der ihr bei der Lösung der Froschplage in „Schwarze Flamme“ zur Seite stand, ihr auf der anderen Seite aber den Schlaf raubt. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Serie: alles hat immer zwei Seiten. Und immer dann, wenn der Leser denkt im Lichte zu sein, stellen die Autoren alles auf den Kopf. So bleibt die Serie über weite Strecken spannend und interessant.

Urban Fantasy

Fantasy, Horror und Mystery vor einem realistischen Hintergrund – so lässt sich die sogenannten Urban Fantasy umschreiben, das Genre, in das B.U.A.P. eingeordnet werden kann. Mit dem sechsten Band haben die Autoren bewiesen was in diesem Genre alles möglich ist, nur um anschließend wieder auf die gewohnten Pfade zurückzukehren.

Die gebundenen Bände, die alle im A5-Format erscheinen, enthalten im Anhang jeweils ein Nachwort eines Autors und kommentierte Skizzen. Außerdem gibt es in „Garten der Seelen“ noch ein Feature von Christian Endres über die mediale Zweitverwertung von HELLBOY, die zwar nicht ganz in einen B.U.A.P.-Band passt, aber trotzdem informativ ist, sowie ein Interview mit Dave Stewart, dem Koloristen der Serie.

Mike Mignola, John Arcudi und Guy Davis: B.U.A.P. 6: Garten der Seelen. Cross Cult, 2008. Hardcover, 160 Seiten. Euro 19,80.

Mike Mignola, John Arcudi und Guy Davis: B.U.A.P. 7: Tödliches Terrain. Cross Cult, 2009. Hardcover, 160 Seiten. Euro 19,80.