Comic-Rezension: BUAP 8: Die Warnung (Mignola/Arcudi/'Davis)

BUAP 8 - Cross Cult
BUAP 8 - Cross Cult
Mit dem achten BUAP-Band von Mignola liegt ein verheißungsvoller Auftaktband der "Verbrannten Erde"-Trilogie vor

Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen – oder kurz B.U.A.P. Das ist die Spin-Off-Serie zu Hellboy, wobei von Spin-Off aufgrund des Erfolgls und Veröffentlichungsrhythmus längst keine Rede mehr sein kann. Ganz im Gegenteil: Ursprünglich hätte eigentlich Hellboy eine Team-Serie sein sollen doch Autor Mike Mignola entschied anders. Nach einer ersten Auskopplung der BUAP als Miniserie wollten die Macher den Erfolg der Hellboy-Verfilmung, in dem einzelne Mitglieder der BUAP eine wichtige Rolle spielen, ausnutzen. B.U.A.P. steht mit Band 7 „Die Warnung“ längst auf „eigenen Beinen“ und braucht sich vor seinem „großen Bruder“ Hellboy längst nicht mehr zu verstecken.

Auftakt zur „Verbrannten Erde“

Seit den Ereignissen in Band 4 („Schwarze Flamme“) wird Liz Sherman, die mit pyrokinetischen Fähigkeiten ausgestattet ist, von albtraumhaften Visionen heimgesucht. Darin ruft sie ein rätselhaftes Wesen herbei, das über erkenntnisreiches Wissen über die Bedrohung durch die Froschmonster und die Zukunft der Menschheit verfügt.

Als das Team um Abe Sapien, ein Amphiebienmensch, und das körperlose Medium Johann Kraus den Mann aus Liz’ Träumen aufspürt, bricht eine apokalyptische Hölle unbekannten Ausmaßes über die BUAP herein. In München scheint sich der Krieg gegen die Frösche zuzuspitzen. „Die Warnung“ eröffnet damit eine Trilogie innerhalb der B.U.A.P.-Serie mit dem Titel „Verbrannte Erde“.

Anlehnungen an H. G. Wells

Es sind einige literarische Querverweise in die Story verwoben. Die Kreaturen der Hohlen Erde stehen beispielsweise in der literarischen Tradition eines H.G. Wells, der mit seinen Morlocken in Die Zeitmaschine das entsprechende Vorbild geliefert hat. Auch die Höllenriesen, die zunächst als Roboter und dann immer mehr als Krebstiere erscheinen, können als Hommage an den „Vater der Science Fiction“ gewertet werden.

Denn die Kampfmaschinen aus seinem Krieg der Welten standen eindeutig Pate für die staksigen Zerstörer. Auch die Verbindung von Technik und Okkultismus, die Mignola und Arcudi hier augenscheinlich vollziehen, gemahnen an Wells. Diese Kombination ist paradigmatisch in dessen Kurzgeschichte Der neue Akzelerator beschrieben. Mignola und sein Co-Autor John Arcudi spielen mit der Memnan Saa-Figur - dem geistigen Entführer Liz' - auch auf die berühmte Fu Manchu-Romanserie von Sax Rohmer an, die zahlreich verfilmt wurde.

Ausdrucksstarke Zeichnungen

Guy Davis‘ Zeichnungen orientieren sich naturgemäß stark an Mike Mignolas Strich: Auch in B.U.A.P. herrscht ein ausdruckstarker, leicht reduzierter Stil vor, der manches nur andeutet. Eine Kopie von Mignola liefert Davis dagegen nicht: Den charakteristischen „abgeeckten“ Strich von Mignola hat er beispielsweise nicht übernommen. Die Farben von Dave Stewart ergänzen das Artwork zu einem stimmungsvollen Gesamteindruck.

„Die Warnung“ verströmt eine angespannte Atmosphäre und liefert clever erzählten Unterhaltungsstoff im Science Fiction/Mystery-Bereich. Die Actionsequenzen sind bewusst übertrieben und im Gegensatz dazu verblüfft die Ernsthaftigkeit der Charakterdarstellungen und der inneren Entwicklungen. Man darf auf den Fortgang der „Verbrannte Erde“-Trilogie sein, die im Februar 2011 mit Band 9 „Die schwarze Göttin“ fortgesetzt wird. Erwähnenswert sind noch das 'Nachwort des Co-Autors, das Sketchbook und das aufschlussreiche Interview, das Christian Endres mit B.U.A.P.-Redakteur Scott Allie geführt hat.

Mike Mignola, John Arcudi & Guy Davis: B.U.A.P. 8: Die Warnung. Cross Cult, 2010. Hardcover, 144 Seiten. Euro 19, 80.