
- Die Kosmonauten der Zukunft 3 - Finix Comics
Der Autor Lewis Trondheim ist bereits bekannt durch satirische Serien wie Donjon (mit Joann Sfar; Reprodukt) oder Herrn Hases haarsträubende Abenteuer (Carlsen Verlag). Auch Manu Larcenet ist kein unbeschriebenes Blatt mehr. Mit seinen Parodien Der alltägliche Kampf (Reprodukt) und Donjon Parade (mit Joann Sfar und Lewis Trondheim; Reprodukt) kann auch er auf erste erfolgreiche Arbeiten zurückblicken. Zusammen haben die beiden Autoren auch die skurrile Science Fiction-Serie Die Kosmonauten der Zukunft (Band 1 und 2: Ehapa) kreiert. Finix Comics bringt die aberwitzige und geistreiche Serie nun dankenswerterweise mit dem dritten Band „…sind schon wieder da“ zum Abschluss.
Klone, Roboter, Kosmonauten und Rebellen
Martina Höhne und Gildo Falter mögen vielleicht aussehen wie zwei völlig normale Schüler. Doch wie viele Dinge in ihrer Welt ist das ganze vertrackter, als es auf den ersten Blick scheint: Im Kampfeinsatz als Kosmonauten der Zukunft tödlich verunglückt, mittels Klontechnik von den Mawisianern im Reagenzglas reanimiert und von Robotern aufgezogen, durchleben die beiden ihre Kindheit ein zweites Mal – und finden sich in einem fremden und verrückten Universum wieder, das ihnen alles andere als freundlich gesonnen ist. Im Kampf gegen Kosmonauten und Rebellen entdecken sie das Geheimnis ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft.
Lewis Trondheims Arbeiten sind immer vielseitig, originell und voller Witz. Die trondheimschen Comics wirken mit ihrem facettenreichen Humor geistreich und skurril. Ähnlich verhält es sich mit Manu Larcents, der ebenfalls die Suche nach den Wahrheiten in ein humorvolles Gewand verpackt. Die Kosmonauten der Zukunft ist gleichzeitig Hommage und Parodie auf das Science Fiction-Genre. Klonen, Zeitreise und andere typische Versatzstücke aus dem utopisch-fantastischen Genre werden zitiert, wobei dies stets mit einem Augenzwinkern geschieht.
Hommage oder Parodie auf das SF-Genre?
Egal was Martina und Guido tun, sie scheinen immer in Ärger zu geraten. Auf der einen Seite sind sie die Helden, die in einem für sie errichteten Museum verehrt werden, aber als Klone gejagt werden. Und auf der anderen Seite geraten sie in die Fänge der Rebellen, die sie für Terroristen halten und selbst die Ideologie von Celta als Feindbild auserkoren haben, wozu auch der Personenkult um die vermeintlichen Märtyrern Guido und Martina zählt.
Die Zeichnungen weisen einen passenden karikierenden Strich auf, der genauso wie die Story zwischen kindlicher Naivität und erwachsener Reife pendelt. Die flächigen Farben von Brigitte Findakly erzeugen die passende Stimmung und ergänzen hervorragend die Zeichnungen. Dank Finix Comics geht eine irrwitzige, aber nie anspruchslose, SF-Satire zu Ende, die voller Esprit und Charme strotzt, was nicht zuletzt auch an den skurrilen Einfällen und dem gelungenen Artwork liegt.
Lewis Trondheim & Manu Larcenet: Die Kosmonauten der Zukunft (3) ...sind schon wieder da. Finix Comics, 2010. Softcover, 48 Seiten. Euro 11,80.
