
- Donjon Monster 11 - Reprodukt
Joann Sfar ist unnachahmlich. Lewis Trondheim ist einzigartig. Was muss erst herauskommen, wenn die beiden begnadeten Autoren zusammenarbeiten? Die Antwort ist einfach und lautet Donjon Monster. Die absurd-satirische Serie, die bei Reprodukt erscheint, geht mit „Die schöne Mörderin“ bereits in die elfte Runde. Die beiden Autoren präsentieren in Donjon Mosnter abgeschlossene Geschichten aus dem Donjon-Universum. Illustriert wurde die Geschichte um die Mörderin Alexandra von Carlos Nine.
Mörderin wider Willen
Aufgewachsen in einer religiösen Familie steht Alexandra stets auf der Seite der Armen und Schwachen und versucht Unrecht zu verhindern, wo immer es ihr möglich ist. Als sie jedoch unwissentlich beim Anwalt der Bruderschaft der Mörder eine Stellung annimmt, wird sie Opfer einer Intrige, die fortan ihr Schicksal bestimmt. So nimmt das tragische, blutdurchtränkte Leben der schönen Mörderin seinen Lauf.
Sfar ist bekannt durch Serien wie Klezmer (avant-verlag) und Die Katze des Rabbiners (avant-verlag) oder abgeschlossene Projekte wie DIE TOCHTER DES PROFESSORS (Bocola) mit Emmanuel Guibert. Trondheim kennt man von Serien wie Die erstaunlichen Abenteuer von Herrn Hase (Reprodukt) oder Die Kosmonauten der Zukunft (Finix Comics) mit Larcenet. Gemeinsam fabulieren sich die beiden in Donjon Mosnter um Kopf und Kragen.
Fabulierwut
Ihre Fabulierlust steigert sich bis zur Ekstase, ja sogar bis zur Fabulierwut. Einzig das Übergewicht des Erzähltextes gegenüber den Dialogen bringt die Geschichte etwas in Schieflage beziehungsweise macht sie etwas einseitig. Manchmal hätte es sicher gut getan, zumindest etwas vom Gaspedal zu gehen, um einen Gang zurückzuschalten, einfach um eine Szene länger wirken zu lassen oder mehr auszukosten. So führen die beiden Autoren ihre Leser im Eiltempo durch die absurd-satirische Auftragsmörder-Story.
Mut zur Reduktion
Der Zeichner Nine steht den beiden in Punkto Ekstase in nichts nach. Durch seinen skizzenhaften Strich serviert er von Schraffuren übersäte und oft nur angedeutete Illustration, die in harmonischem Einklang zur absurd-satirischen Erzählung steht. Die Illustrationen wirken dynamisch und ausdrucksstark. Als Leser findet man eine aberwitzige Welt vor, voll von Zyklopen und anthropomorphen Semi-Funny-Figuren. Die flächige und matte Farbgestaltung tut ihr übriges und rundet das Artwork in passender Weise ab.
„Die schöne Mörderin“ ist gleichzeitig Satire und Hommage auf das Auftragsmörder-Genre. Auch ohne Vorkenntnisse der bisherigen Bände von Donjon Mosnter kann man problemlos den abgeschlossenen elften Band lesen. Freunde absurder Geschichten oder Fans der fabulierfreudigen Autoren werden garantiert ihre Freude mit „Die schöne Mörderin“ haben. Auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt: 12 Euro für 48 Seiten sind mehr als günstig für diejenigen, die in die Donjon-Welt eintauchen möchten.
Joann Sfar, Lewis Trondheim & Carlos Nine: Donjon Monster 11: Die schöne Mörderin. Reprodukt, 2010. Softcover, 48 Seiten. Euro 12.
