
- Robur 1 - Edition 52
Die Autoren Randy Lofficier und Jean-Marc Lofficier haben sich in der Sceince Fiction-Serie Robur mit dem Zeichner Gil Formosa zusammengetan, um eine Hommage an Jules Verne und H. G. Wells zu inszenieren. Während die Autoren hierzulande bereits durch Arbeiten wie Witchblade Sonderheft 8 und 9 (Infinity), Moebius‘ Hermetische Garage und Tongue & Lash (beide Feest) bekannt sind, debütiert der Zeichner mit Robur in Deutschland. Bei der Edition 52 liegen bisher die ersten beiden Robur-Bände vor.
Vom Mond zur Erde
New York 1931: Die außerirdischen Seleniten, eine Rasse aus Metall, haben sich durch eine militärische und technische Übermacht seit über einem Jahrzehnt schon erfolgreich die Erde Untertan gemacht. Nur wenige Rebellen bieten den Seleniten und deren Anführerin, Königin Selene, die Stirn.
Alle anderen Menschen haben sich den Invasoren angeschlossen. Robur will gemeinsam mit seinen Freunden die Erde vor der totalen Unterdrückung durch die Seleniten bewahren. Doch dann stürzt er in einen Fluss und sein Tod wird am Grab beweint. Die Rebellen suchen eine silberne Disc, die alles über die Technik und die Kultur der Seleniten enthält.
20.000 Jahre unter dem Meer
Robur begibt sich mit seinen Weggefährten auf dem Weg zur geheimen Operationsbasis Atlantis, wo er gemeinsam mit den Rebellen den Angriff der Selen und der neogermanischen Streitkräfte erwartet. Vieles deutet zudem darauf hin, dass sich unter den Rebellen ein Verräter befindet. Dann greifen die Unterdrücker auch noch völlig überraschend aus dem nichts heraus an und Robur wird gefangen genommen.
Die Vorbilder: Jules Verne und H. G. Wells
Die Autoren verneigen sich bereits im Vorwort ausdrücklich vor Jules Verne und dessen Werk. Der Titelheld ist nach einer Romanfigur Vernes aus Robur der Sieger und Der Herr der Welt benannt. Mit dem Titel des zweiten Bandes "20.000 Jahre unter dem Meer" spielen die Lofficiers außerdem auf Vernes Roman 20.000 Meilen unter dem Meer an. Was die Autoren nicht explizit sagen, aber ohne jeden Zweifel zutrifft ist, dass sie auch an das Werk von H. G. Wells anknüpfen.
Erstens stammen die Seleniten als Mondbewohner aus Wells‘ Roman Die ersten Menschen auf dem Mond, auch wenn sie dort nicht als Metallwesen beschrieben werden, und verweisen auch mit Namen von Nebenhelden wie Kavor auf Die ersten Menschen auf dem Mond. Zweitens knüpfen die Brüder Lofficiers an Wells‘ Roman Krieg der Welten an, in dem zum ersten Mal in der Literaturgeschichte eine Invasion von Außerirdischen geschildert wird.
PC-Ästhetik und Kantiger Strich
Die detaillierten Zeichnungen weisen einen leicht kantigen Strich auf und werden durch eine PC-Kolorierung abgerundet. Formosa entwirft eine atemberaubende SF-Welt zwischen Nostalgie und Futurismus. Die Hintergründe wurden am Computer entworfen und bewirken ein Cinemascope-Feeling, der besonderen Art. Insgesamt entsteht eine außergewöhnliche Mixtur aus traditioneller Comiczeichnung und innovativer PC-Grafik.
Wer Science Fiction im Allgemeinen und klassische Science Fiction im Besonderen mag, der sollte sich Robur auf keinen Fall entgehen lassen. Eine clever erzählte Alternativwelt trifft auf eine unvergleichbare Bilderwelt. Auf diese Weise kann man die literarischen Genre-Klassiker, die hier Vorbild gestanden haben, neu entdecken.
Jean-Marc Lofficier, Randy Lofficier & Gil Formosa: Robur 1 – Vom Mond zur Erde. Edition 52, 2007. Hardcover, 52 Seiten. 13 Euro.
Jean-Marc Lofficier, Randy Lofficier & Gil Formosa: Robur 2 – 20.000 Jahre unter dem Meer. Edition 52, 2007. Hardcover, 52 Seiten. 15 Euro.
