Comic-Rezension: "Solomon Kane" Band 1

„Das Schloss des Teufels“ nach Robert E. Howard als Comic

Comic: Solomon Kane - Das Schloss des Teufels - Paninicomics
Comic: Solomon Kane - Das Schloss des Teufels - Paninicomics
Der gerechtigkeitsliebende Puritaner Solomon Kane trifft im Schwarzwald auf allerlei ungerechte Ungereimtheiten und sorgt für Ordnung - leider nur mittelmäßige Adaption.

Beim Gedanken an das Werk des US-amerikanischen Fantasyautoren Robert E. Howard (1906-1936) ist insbesondere der Zyklus um „Conan“ präsent. Nicht zuletzt dank der beiden Verfilmungen mit Arnold Schwarzenegger aus den Jahren 1982 und 1984. Aber auch „Red Sonja“ und „Kull“ erlangten hauptsächlich durch ihre Verfilmungen einen höheren Berühmtheitsgrad.

Schöpfer von Conan, Red Sonja und Kull

Genauso werden Fantasystoffe als Comic adaptiert. Man denke nur an Fritz Leibers „Fafhrd und der Graue Mausling“ in der überaus gelungenen Comicversion von Howard Chaykin und Mike Mignola. Auch Howards Geschöpfe „Conan“ und „Red Sonja“ haben schon vor längerer Zeit den Sprung in die Comicwelt vollzogen. Mit der Comic-Adaption von „Solomon Kane“ schickt Paninicomics nun allerdings den wohl ungewöhnlichsten Helden aus der Feder von Robert E. Howard ins Rennen. Mit „Das Schloss des Teufels“ ist der erste Band mit abgeschlossener Story erschienen.

„Solomon Kane“ – der Comic-Puritaner

Aber wer ist, und um was geht es bei „Solomon Kane“? Im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert streift ein dunkel dreinblickender Puritaner Europa umher. Sein Name ist Solomon Kane. Er hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Mehr noch: Er ist besessen vom Glauben an die Gerechtigkeit. Deshalb versucht er mit aller Kraft und mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die Ungerechtigkeit zu vernichten sowie die Welt vom Bösen zu befreien. Neben Schwert und Pistole ist es genau so sein scharfsinniger Verstand, mit dem er dieses Ziel erreichen will. Ihn einen Fanatiker zu nennen, wäre gewiss nicht übertrieben. Dabei geht es nicht nur Piraten, Räuber, Sklavenhändler und Kannibalen an den Kragen, sondern auch übernatürlichen Wesen wie Werwölfen, Vampiren und andere Monstern. „Solomon Kane“ ist ein Genremix aus Fantasy, Abenteuer und Horror.

Was spukt denn da im Schwarzwald?

„Das Schloss des Teufels“ ist übrigens nur fragmentarisch überliefert und wurde erst im Jahr 1968 also posthum veröffentlicht. Das Schicksal verschlägt den Puritaner in den finsteren deutschen Schwarzwald des 16. Jahrhunderts, wo er die Leiche eines gehängten Jungen an einem provisorischen Galgen findet. Kane will den Verantwortlichen, einen von den Bauern des Landstrichs gefürchteten Baron, zur Rechenschaft ziehen. Was sich als ziemlich schwierig erweist.

Nur ein bisschen Grusel, Ekel und Spannung

Die Comic-Adaption von „Das Schloss des Teufels“ will irgendwie nicht so recht zünden. Das liegt allerdings weniger an der Vorlage, als vielmehr an der Umsetzung durch Mario Guevara und Scott Allie. Gerade die Guevaras Zeichnungen erscheinen irgendwie überhastet. Ganz so, als wäre er nicht rechtzeitig fertig geworden. Wenn das Unvollendete und oft Skizzenhafte beabsichtigt ist, dann wirkt es deplaziert. Davon abgesehen sind die Zeichnungen sehr stimmungsvoll. Auch die Dialoge sind im Prinzip gut. Und doch: Im Gesamtbild plätschert der Comic „Das Schloss des Teufels“ an Auge und Hirn zu sehr vorbei. Ein bisschen Grusel, ein bisschen Ekel, ein bisschen Spannung, aber eben auch ein bisschen zu wenig angesichts der Vorlage.

Solomon Kane 1: Das Schloss des Teufels. Zeichnungen: Mario Guevara. Text: Scott Allie, nach Robert E. Howard. Paninicomics / Dark Horse. Softcover, farbig, 132 Seiten. Euro 16,95.

Martin Höche, Martin Höche

Martin Höche - Martin Höche hat als Journalist für das Interviewportal Planet-Interview gearbeitet und Beiträge in verschiedenen deutschen ...

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