
- Fritz Leibers Fafhrd und der Graue Mausling - crosscult
Fritz Leiber (1910 bis 1992) gilt als einer der wichtigsten Fantasy- und Science-Ficion-Autoren des 20. Jahrhunderts und als Mitbegründer des Subgenes Sword and Sorcery. Sein Bekanntheitsgrad rangiert allerdings deutlich unter dem von H. P. Lovecraft oder J. R. R. Tolkien. Zu seinen bekanntesten Figuren zählt das Duo Fafhrd und Grauer Mausling. Innerhalb von 50 Jahren erschienen mehr als 30 Geschichten, die von dem Heden-/Schurkenduo handeln. Vor einiger Zeit setzten sich die amerikanischen Comic-Autoren Howard Chaykin und Mike Mignola („Hellboy“) zusammen und machten aus einigen dieser Geschichten den durchaus ansehnlichen Comic „Fafhrd und der Graue Mausling“, basierend auf den Geschichten und Charakteren von Fritz Leiber.
Comic-Adaption des Fantasy Klassikers
Die Geschichten in „Fafhrd“ spielen in der fiktiven Welt Nehwon. Die Auswahl der Geschichten im Comic von Chaykin und Mignola spielen überdies in der Stadt Lankhmar. Eher zufällig treffen sich die beiden Hautcharaktere – bei einem Kampf. Das Schicksal will es so, dass sie gemeinsam einige Feinde vertreiben müssen. Dieser Kampf ist sozusagen ihr Initiationsritus, der sie fortan zusammenschweißen wird. Fafhrd ist der große rothaarige Krieger, während Grauer Mausling etwas drahtiger und beweglicher wirkt. Gemeinsam sind sie so etwas wie ein dynamisches Duo, natürlich ohne den Kultcharakter von „Batman und Robin“ zu erreichen.
Sieben Geschichten aus Fritz Leibers Welt
Das Universum von Nehwon ist eine klassische Fantasy-Welt, so auch in der Comic-Adaption. Krieger, Magier, Hexen und mystische Gegenstände so weit das Auge reicht. Mittendrin: Fafhrd und sein Grauer Mausling – immer auf der Suche nach handfesten Abenteuern, schönen Frauen und Reichtum. „Fafhrd und der Graue Mausling“ vereint sieben Comic-Geschichten von unterschiedlicher Länge und gewährt einen soliden Eindruck in die Welt von Fritz Leiber. Die Geschichten selbst umkreisen klassische Themen wie Freundschaft, Verrat, Missgunst oder Heldentum und bieten sowohl inhaltlich als auch optisch eine ganze Menge.
Farbenprächtig und detailreich
Inhaltlich herausragend und zeichnerisch vortrefflich umgesetzt ist die Geschichte „Basar des Bizarren“, eine subtile Kritik am Kapitalismus und der Konsumgesellschaft. Vielleicht sogar eine Reminiszenz an Theodor W. Adornos Kritik der Kulturindustrie? Wie auch immer: Die Geschichten in „Fafhrd und der Graue Mausling“ changieren zwischen actionlastigen Kämpfen und nachdenklich bis philosophischen Passagen. Teilweise wirken sie allerdings recht gekürzt und enden abrupt. Hier hätte man sich an manchen Stellen mehr Tiefe und Detail gewünscht. Im Gegensatz zu den Zeichnungen, die farbenprächtig, tief und detailliert daherkommen. Dieser Comic ist kein Meilenstein des Genres, aber eine wichtige Fantasy-Wegmarke. Insgesamt ein bisschen mehr als lediglich lesenswert: gute Unterhaltung mit Niveau.
Fritz Leibers Fafhrd und der Graue Mausling. Adaption und Texte: Howard Chaykin. Zeichnungen: Mike Mignola und Al Williamson. Cross Cult / Dark Horse. Hardcover, vierfarbig, 205 Seiten. Euro 22,00.
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